Ostschweiz

12. Februar 2017 15:11; Akt: 19.02.2017 08:40 Print

Rätsel um Bodensee-Stonehenge gelöst?

Gletscherforscher Gerhart Wagner liefert eine mögliche Erklärung für die Steinhaufen im Bodensee: Es handle sich um Überreste des Rheingletschers.

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Deutsche Forscher fanden 2015 auf dem Grund des Bodensees mysteriöse Steinhaufen. Die Haufen liegen zwischen Bottighofen und Romanshorn etwa 250 Meter vom Ufer entfernt in regelmässigen Abständen in einer Tiefe von rund fünf Metern und messen rund 20 mal 15 Meter.

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Seit ihrer Entdeckung wird über das «Stonehenge vom Bodensee» gerätselt. Wurden sie von Menschen erbaut oder sind sie eine Laune der Natur? Waren Pfahlbauer am Werk?

«Für mich besteht kein Zweifel»

Weder noch, glaubt Gletscherforscher Gerhart Wagner. Er glaubt, sie hätten mit dem Rheingletscher zu tun. «Für mich besteht kein Zweifel: Das sind Moränenhügel», sagt er gegenüber dem «St. Galler Tagblatt». Die Hügel seien eine schöne Bestätigung des Mittelmoränenmodells, das zahlreiche bisher rätselhaft gebliebene eiszeitgeologische Fakten zu erklären vermag.

Laut Wagner setzt sich der Rheingletscher aus zahlreichen Teilgletschern zusammen, dazwischen hätten sich Mittelmoränen gebildet. Durch die Fliessbewegung transportierte der Gletscher auf einem Teil der Moränen Gesteine. Vor etwa 15'000 Jahren schmolz der Rheingletscher dann ins Alpeninnere zurück. Da auch während des Rückschmelzens weiterhin Gesteine transportiert werden, erklären sich so die Steinhaufen.

Wenn die Mittelmoränen das Ende des Gletschers erreichen, setzten sie dort den Schutt ab. «Gab es also beim Rückzug des Gletschers eine Verlangsamung oder gar einen Stillstand, so häuften sich die Steine zu ­Hügeln an», so Wagner zur Zeitung.

Noch mehr Steinhaufen im See?

Letzte Woche veröffentlichte die ETH Forschungsergebnisse von Eschen-Proben, welche zuvor aus den Haufen geborgen wurden. Das Ergebnis: Das Holz muss zwischen 3650 und 3350 vor Christus, also in der Jungsteinzeit, geschlagen worden sein. Laut Wagner liegen die Hügel jedoch schon tausende Jahre länger als das Holz dort. Wagner glaubt, dass es im See noch mehr Steinhaufen gibt, die aber von Ablagerungen verdeckt werden.

Die Steinhaufen sind durch ihrer Grösse einzigartig: «Solche Ministrukturen habe ich tatsächlich noch nirgends entdeckt. Oftmals sind es grosse Strukturen.» Als Beispiel nennt Wagner der Zeitung unter anderem den ganzen Hügel Lindenhof in der Stadt Zürich. Dieser soll auf die selbe Art entstanden sein. «Bei diesen Hügeln im Bodensee sehen wir möglicherweise nur ‹die Spitze des Eisbergs›», so Wagner.

(gts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruinaulta am 12.02.2017 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich denke

    es handelt sich da um Parkplätze.

  • Scully am 12.02.2017 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aktenzeichen X

    Doch keine Lande Markierung von Aliens. Schade

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  • Frei Roland am 12.02.2017 16:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kolumbus

    Diese Steine habe ich schon vor 30 Jahren aus der Luft beobachtet... 5 Jahre, dass ich nicht lache:-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Besichtigen. Sie Den Neuen Rheindamm am 14.02.2017 06:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strömungsausläufer

    Wundert mich nicht Der Neue Rhein zwischen Hard und Fussach wurde künstlich mit Steinen verlängert Das Wasser hat diese Steine mit der Strömung verteilt

  • Fortisomo,13,07,17 am 13.02.2017 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Toll gemacht

    jaaaa und da braucht man sooo lange ui, man weis ja das die Schweiz voller Gletscher war kommt nach Luzern Ihr Forscher und Besucht den Garten a Gletscher, da seht Ihr wie Felsig Luzern noch heute ist der sonnen Berg ist aus Geschiebe des Pilatus entstanden es gibt gar Pilatus Fels im Boden noch in Reussbühl ei und da muss man so lange Forschen,,

  • Volker Dietrich am 13.02.2017 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    Die Riesen vom Bodensee

    Bild 3 mit unüblichen geometrichen Gesteinsblöcken kann unmöglich in einem Moränenwall entstanden sein. Da hatten Riesen ihre Hand im Spiel.

  • <--- what else? am 13.02.2017 07:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haben...

    ...die Deutschen keine Steine in Deutschland dass Sie bei uns suchen müssen?

  • Willi Linsi am 13.02.2017 06:42 Report Diesen Beitrag melden

    War es wirklich der Gletscher ?

    Steinhaufen nur unter Wasser ??? War der Gletscher so klein das er es nicht auch über dem Wasser entstehen liess ? Die Theorie würde ich glauben, aber eben nicht ganz. Das (Geschiebe) vor einem Gletscher ist meist gleich je nach Gesteinsformation. Der, der das als solche Theorie glauben will sollte nochmals über die Bücher.

    • Robert am 13.02.2017 08:08 Report Diesen Beitrag melden

      @Willi

      Felsformationen an Land unterliegen starker Errorsion, nach 5000 Jahren sind solche "kleinen" Steinhaufen zu Kieselsteinen geworden. Unter Wasser (in einem See!) ist dieser Effekt viel kleiner, darum sind die Steine nur noch dort zu finden. Alles klar?

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