Berneck SG

11. Juli 2017 05:49; Akt: 11.07.2017 07:37 Print

«Er öffnete seine Hose und wollte Jerry anpinkeln»

Monika L. lebt mit ihrem Mann und zwei Hunden in Berneck direkt neben der Mehrzweckhalle. Dort hat sie immer wieder Probleme mit Besoffenen, am Wochenende artete es aus.

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Besoffene versuchten am vergangenen Freitagabend, den Jack-Russell-Terrier Jerry zu bepinkeln. (Bild: zVg)

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Tatort Berneck, 7. Juli 2017: Es ist ein gemütlicher Freitagabend, Monika L. sitzt mit ihrem Mann im Garten. Auch ihre beiden Jack-Russell-Terrier Luna und Jerry sind draussen. Ihr Garten befindet sich direkt neben der Mehrzweckhalle und dem dazugehörigen Parkplatz. Aus der Mehrzweckhalle und dem nahe gelegenen Gasthaus Ochsen kommen Leute auf den Parkplatz. Die Stimmung ist ausgelassen, es schien viel Alkohol geflossen zu sein.

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«Einer sagte ‹Chum seich de Hund ah›»

«Plötzlich standen zwei Besoffene bei uns am Zaun», sagt Monika L. Ihr Hund Jerry rannte daraufhin zum Zaun und begann die Männer anzubellen. «Mein Mann rief ihn zuerst zurück», so L. Dann hätten die Männer allerdings zu singen und johlen begonnen. «Sie sangen ‹Jerry Jerry Lady› und einer sagte ‹Chum, seich de Hund ah›», sagt L. Der andere habe bereits die Hose geöffnet, als ihr Mann gerufen, was ihnen überhaupt einfalle. «Die beiden waren stockbesoffen, stiegen in dem Zustand noch in ein Auto und fuhren davon.»

Sie verständigte die Polizei. «Doch leider konnte ich das Nummernschild des Wagens nicht notieren, also konnte die Polizei nicht viel machen.»

Es wäre ausserdem schwierig, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen: «Tierquälerei muss vollendet worden sein. Im vorliegenden Fall war das nicht der Fall», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen.

Nicht der erste Vorfall mit Besoffenen

Es ist laut L. nicht das erste Mal, dass Besoffene Probleme bereiten würden. «Es werfen immer wieder Leute Abfall oder Flaschen über unseren Zaun.» Sie gehe ja auch gerne feiern, aber sie wisse sich zu benehmen. «Und wenn man dann mal etwas sagt, wird einem ein ‹Heb d'Schnorre› an den Kopf geworfen.». Als Beispiel für einen solchen Zwischenfall nennt sie das Oktoberfest in der Mehrzweckhalle. «Die Besucher standen auf der Strasse und haben bis 2 Uhr in der Nacht gejodelt und anschliessend ihre Bierhumpen auf dem Boden zerschlagen.» Das sei insofern gefährlich, weil hier Hunde und Kinder durchgehen. Gleich gegenüber der Mehrzweckhalle befindet sich nämlich die Primarschule Bünt.

Gemeinde lässt Sicherheitskräfte patrouilleren

«Wir haben die Gemeinde schon mehrfach kontaktiert und die Probleme geschildert», sagt L. Geändert habe sich seither aber wenig. «Sie sagen, ihnen seien weitgehend die Hände gebunden.» Der Gemeindepräsident Bruno Seelos versichert allerdings: «Die Gemeinde Berneck lässt durch einen privaten Sicherheitsdienst und die Kantonspolizei regelmässig Kontrollen durchführen.» Bezüglich des Parkplatzes seien bis auf die heute von Frau L. eingegangene Rückmeldung keine Vorfälle bekannt.

(air)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pragmatiker am 11.07.2017 06:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbsthilfe

    Jöööö, sind wir nun schon so weit dass wir mit einem solchen Problemchen an die Presse müssen. Ein Gartenschlauch mit kaltem Wasser hätte vermutlich auch gereicht.

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  • Sparwasser am 11.07.2017 06:49 Report Diesen Beitrag melden

    Modern Talking

    In Hamburg wird ein ganzes Viertel platt gemacht und hunderte Beamte und Protestierende verletzt...In Berneck wird ein Hund NICHT angepinkelt. Probleme hüben wie drüben. Die Bernecker können einem leid tun. Aber ehrlich: Schlimmer als die Drohung, den Hund anzupinkeln, ist doch, ihn mit einem Modern Talking Song singend zu attackieren. DAS ist pure Tierquälerei der groben Sorte und müsste unbedingt geahndet werden. Herrje, das arme Tier.

  • Ueli am 11.07.2017 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tragisch

    So sind sie halt, die Menschen.....traurig. Kein Respekt vor anderen Lebewesen, nicht mal vor Privatbesitz. Wo leben wir?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Calu am 11.07.2017 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luis

    Dem Artikel nehme ich einfach das es mit dem Anstand immer weiter bergab geht... Traurig finde ich das von der Polizei nicht die Würde des Hundes berücksichtigt wird und er erst gequält werden muss damit er Recht bekommt. Traurig traurig...

    • Katzenmutti am 11.07.2017 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Calu

      Leider gilt ein Tier vor dem Gesetz als Sache, eine Sache hat keine Würde also kann von der Polizei nichts gemacht werden, selbst wenn sie noch so sehr wollten! :-/

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  • Claudia Spring am 11.07.2017 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Qual?

    Oje! Hunde pinkeln sich auch mal gegenseitig an, wenn sie nicht aufpassen. Für den Hund wäre das keine Qual :-) Aber das man das gleich publik macht und die Polizei verständigt, ist ziemlich komisch und dann noch ohne Kontrollschild....

  • Goofy am 11.07.2017 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Lage ist ernst!

    Die Schweiz hat ein gewaltiges Problem.

  • Werner am 11.07.2017 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wer im Glashaus sitzt..

    Selber ein Saustall rund ums Haus und sich über den Abfall anderer beschweren. Die Hunde bellen jeden Fussgänger an, sich über die Gemeinde beschweren, so macht man sich keine Freunde.

  • Typhoeus am 11.07.2017 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider gibt es solche Rüpel.

    Da muss man die Polizei rufen.

    • MantaManta am 11.07.2017 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Typhoeus

      Ich glaube die Polizei hat wichtigeres zu tun.

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