Appenzell Innerrhoden

23. März 2017 05:50; Akt: 23.03.2017 05:50 Print

Die Appenzeller sollen freundlicher werden

Die Appenzeller gelten als «chnorzig». Das soll sich ändern: Appenzellerland Tourismus AI geht mit einem Seminar in die Charme-Offensive.

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In Appenzell Innerrhoden findet ein Seminar zum guten ersten Eindruck statt. (Bild: Gian Ehrenzeller)

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Egal ob Kellner, Verkäufer oder Geschäftsführer: Der erste Eindruck zählt – und nicht immer fällt dieser positiv aus. Appenzellerland Tourismus AI will dem nun entgegenwirken und bietet für das Personal aus dem Gastrobereich und dem Detailhandel ein Seminar an, das die Angestellten auf Freundlichkeit trimmen soll.

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Die Schulung wird Ende Mai stattfinden, erwartet werden rund 100 Teilnehmer. Mit Unterstützung von verschiedenen Coaches soll an drei Tagen die Gastfreundlichkeit optimiert werden.

Berggasthaus sorgte für internationale Schlagzeilen

Googelt man nach dem Wort «Appenzell», stösst man auch auf kritische Meinungen: Es fallen Ausdrücke wie «Servicewüste», «Abzocke» oder «Geizwirt». Für internationales Aufsehen und negative Schlagzeilen hat vergangenes Jahr etwa das Berggasthaus Aescher im Alpstein gesorgt: Eine Familie mit zwei Kindern bestellte drei Teller Rösti. Als sie eine zusätzliche Gabel wünschte, verlangte das Personal zusätzliche zwei Franken.

Solche Szenen sollen der Vergangenheit angehören. «Wenn man an eine Hütte kommt und ein freundliches Gesicht lacht einen an, ist das viel wert», sagt Thomas Manser, Präsident des Bergwirtevereins gegenüber dem Regionaljournal von SRF. Denn: Neben dem sauberen Hemd und den gekämmten Haaren müsse auch das Gesicht passen.

Von Natur aus etwas «chnorzig»

Wie Guido Buob, Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AI, bestätigt, seien die ersten Sekunden eines Treffens sehr entscheidend. «Der Gast soll sich wohl fühlen und uns im besten Fall weiterempfehlen.» Da das Appenzell eine klassische Tourismusdestination ist, sei es umso wichtiger, dass die Angestellten, wie Buob sagt, «keinen ‹Lätsch› ziehen, sondern zeigen, dass der Gast willkommen ist.» Gestellt soll die Freundlichkeit aber auf keinen Fall wirken. Denn: «Das Appenzell ist ehrlich, bodenständig und authentisch.»

Dem pflichtet der Appenzeller TV-Moderator Marco Fritsche (41) bei. Pflichtschuldig lobt er erst einmal die Gastfreundlichkeit seiner Landsleute, dann jedoch räumt er ein: «Wir Appenzeller sind von Natur aus etwas ‹chnorzig› unterwegs und anfangs eher distanziert.» So solle man sich als Nicht-Appenzeller beispielsweise nicht einfach an den Stammtisch setzen, ohne dazu aufgefordert worden zu sein, rät Fritsche mit einem Schmunzeln. «Hat man die erste Hürde aber überwunden, klappt es sicher auch mit dem Platz am Stammtisch.»

(nab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Appezöll am 23.03.2017 07:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welleweg

    Noch nie ein Problem mit den Appenzellern gehabt. Im Gegenteil. Und lieber solche Menschen als diese falschen Heuchler!

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  • maya a am 23.03.2017 06:32 Report Diesen Beitrag melden

    sönd willkomm

    für mich sind die appenzeller das lustigste völklein in der schweiz, vor allem die witze und auch die gastfreundschaft. wo hört man sonst: sönd willkomm!

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  • nape am 23.03.2017 07:04 Report Diesen Beitrag melden

    Mir gefallen diese "knorzigen" Appenzell

    Die Appenzeller sind eigen, aber das macht sie auch sympathisch. Es hat so viele Touristen die meinen es soll so sein wie bei ihnen zu Hause in der grossen Stadt wo keiner den Nachbarn kennt. Macht mal den Versuch und grüsst den "knorzigen" Appenzeller mit einem freundlichen grüezi. Ihr werdet sehen was dieses, für euch Fremdwort, bewirken kann. Es kommt so aus dem Wald wie man hineinruft. Appenzell ist seit vielen Jahren meine Wochenendheimat und ich fühle mich als "Unterländer" wohl bei den dibi däbi.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Eidgenosse am 23.03.2017 20:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jedem das seine

    Ja, die armen Chnorze haben wirklich nichts zu lachen in ihren Schattenlöcher wo der Schnee bis in den August liegen bleibt. Bin aber erstaunt dass die Appenzeller überhaupt Kontakt mit fremden Menschen aufnehmen, war beruflich einige Wochen dort hinten und wurde nicht wirklich freundlich behandelt. (Und das als Berner notabene, als Zürcher könnte ich das noch verstehen).

  • Emil am 23.03.2017 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Die Aussage hat was Wahres..

    So wie man in den Wald hineinruft, so hallt es zurück. Bin ein Appenzeller, könnte mir aber auch was anderes vorstellen. Ein wenig "Chnorzli" sind wir ja schon, das gebe ich zu. Ungern natürlich..

  • Ozzly am 23.03.2017 19:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig schweizerisch!

    Das Personal im Gastrobereich und im Detailhandel soll geschult werden? Ja sind das in Appenzell denn noch Appenzeller....? Mir sind die Appenzeller symphatisch, so wie sie sind! Urchig, authentisch und chnorzig, so ist es recht. Wem sie nicht passen, der braucht das Appenzellerland nicht zu besuchen. Ganz einfach. Bleibt wie ihr seid liebe Appenzeller!

  • iwy vom berg am 23.03.2017 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    rundum schulung in appenzell

    wenn überhaupt, so haben es die appenzeller am wenigsten nötig eine schulung zu machen, ladet doch alle kantone ein,das gibt in appenzell ein super treffen und all jene die appenzell mit seinen liebeswerten menschen noch nicht kennen werden die augen aufgehen ob soviel charme und witz!

  • Betty am 23.03.2017 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    am liebste viel Göld

    Ganz einfach : kommt zu uns und bringt Geld.