Kanton Schaffhausen

28. Mai 2014 22:35; Akt: 29.05.2014 11:16 Print

Hundequäler verteilt Würste mit Rattengift

In Schaffhausen und Singen streut ein Tierquäler laut Hundehaltern Köder mit Rasierklingen und Rattengift. Die Polizei untersucht den Fall und bittet um Hilfe.

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In Schaffhausen und Umgebung geht offenbar ein Hundequäler um. Verschiedene Tierfreunde warnen auf Facebook, sie hätten Köder mit Rattengift und versteckten Rasierklingen gefunden.

Als Robyn Foelix, Trainerin beim Hundesport Chläggi, die Meldungen sah, brach sie in Panik aus. «Ich habe fünf Hunde und die fressen alles», sagt sie. Jeden Tag sei sie auf der Strecke zwischen Beringen und Siblingen unterwegs. Und genau die wird in den Facebookposts erwähnt. Deswegen sei sie ziemlich ins Rotieren geraten. «Ich habe alle Tierärzte im Klettgau angerufen, die Polizei und die Gemeinde informiert.» Bis jetzt habe sich aber noch nichts ergeben, sie hoffe sehr, es bleibe dabei.

Anja Schudel, Sprecherin der Polizei Schaffhausen, sagt, sie kenne die Einträge. Eine Anzeige sei bisher aber noch nicht eingegangen. «Die betroffenen Hundehalter sollen sich bitte bei uns melden, damit wir der Sache nachgehen können.»

«Achtung, Achtung! Ich selbst habe einen Giftköder gefunden»

Auch im nahe gelegenen Singen (D) war anscheinend ein Täter unterwegs. Eine Frau schreibt: «Achtung, Achtung! Ich selbst habe einen Giftköder gefunden: Ein Stück Fleischwurst mit blauem Giftbrocken drin.» Sie gehe davon aus, dass es sich um Rattengift handle. «Passt auf eure Hunde auf!», warnt die Frau.

Die vergifteten Köder wurden laut dem «Südkurier» wohl in der Nacht auf Dienstag verteilt. In bislang einem bekannten Fall habe ein Hund einen ausgelegten Köder gefressen und tierärztlich behandelt werden müssen. Eine Untersuchung wurde eingeleitet, die Hundehalter werden gebeten bis zur Klärung des Sachverhalts auf entsprechende Köder zu achten und ihre Hunde möglichst an der Leine zu führen.

Der Schaffhauser Kantonstierarzt Peter Uehlinger sagt, solche Vorfälle gebe es hin und wieder, das Schwierige sei aber vor allem, den Täter zu finden. «Jemandem nachzuweisen, dass er absichtlich vergiftete Köder ausgelegt hat, um Tiere zu töten, ist fast unmöglich.»

(tab)