Rheintal

04. Dezember 2017 14:16; Akt: 04.12.2017 17:14 Print

Bauer panscht seine Milch mit Wasser

Ein Landwirt wurde verurteilt, weil er die Milch seiner Kühe literweise mit Wasser verdünnt hatte. Er könne sich nicht erklären, wie das passiert sei.

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Landwirt Wilhelm B.* musste sich wegen gewerbsmässigen Betrugs vor dem Kreisgericht Rheintal verantworten. Er soll die Milch seiner Kühe regelmässig mit Wasser gestreckt haben, wie «NZZ Folio» berichtet. Die Käserei will ausgerechnet haben, dass der Bauer über 942 Hektoliter Wasser in die Milch geschüttet und damit 48'000 Franken verdient hat.

Der Bauer flog auf, als die Milch von blossem Auge verdünnt aussah. Der Chauffeur des Tankwagens, mit dem die Milch in die lokale Käserei gebracht wurde, meldete es dem Chef der Käserei. Der Käser nahm dann persönlich zusätzliche Proben, die zeigten, dass die Milch gepanscht war.

«Vielleicht ein neidischer Nachbar»

Offenbar hatte der Bauer, der in der Käserei als Lagerist arbeitete, die Milchproben bis dahin manipuliert oder vertauscht, damit sein Panschen nicht auffiel. Nachdem der Chef der Käserei den Betrug entdeckt hatte, wurde B. entlassen und angezeigt.

Vor dem Richter gab der Landwirt zu Protokoll, dass er sich nicht erklären könne, wie das Wasser in die Milch gelangt sei, und beschuldigte eine Drittperson, «ein neidischer Nachbar vielleicht». Auch sein Verteidiger sagte, dass niemand gesehen habe, wie B. Wasser in die Milch geschüttet habe.

Zu Geldstrafe verurteilt

Das Gericht sprach den Bauer vom Vorwurf des gewerbsmässigen Betrugs frei. Es sei nicht erwiesen, dass er über längere Zeit die Milch verdünnt habe. Für die Fälle, für die ein Beweis vorliegt, wurde B. zu einer Geldstrafe von 3600 Franken verurteilt. Die Käserei fordert auf dem zivilen Weg 140'000 Franken vom Landwirt.

* Name der Redaktion bekannt

(tam)