Sextortion

30. August 2013 11:01; Akt: 30.08.2013 13:57 Print

Erpresser forderte Nacktbilder von Teens

Sie schickten einer unbekannten Person Fotos von sich in aufreizender Kleidung - dann wurden die zwei Mädchen aus Schaffhausen erpresst: Der Täter wollte Nacktbilder.

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Zwei Mädchen (16 und 17) haben im August 2013 bei der Schaffhauser Polizei Anzeige wegen Nötigung erstattet. Sie wurden im Inernet erpresst wegen Nacktfotos.

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Kürzlich haben mehrere Fälle von Sextortion – also Erpressung mit Nacktbildern – weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Dabei handelte es sich um vermeintliche Frauen, die Männer dazu brachten, ihnen Fotos von sich im Adamskostüm zu schicken. Mit diesem Material erpressten die Kriminellen ihre Opfer anschliessend.

Nun sind zwei ähnliche Fälle im Kanton Schaffhausen aufgetaucht - nur umgekehrt: Ein Unbekannter forderte zwei Mädchen im Alter von 16 und 17 Jahren in einem sozialen Netzwerk dazu auf, ihm Fotos von ihnen in freizügiger Kleidung und aufreizenden Posen per Mobiltelefon zu senden. Diesem Wunsch kamen die Teenager nach - wohl etwas leichtgläubig, wie die Schaffhauser Nachrichten am Freitag schreiben.

Nächste Forderung: Nacktfotos

Daraufhin verlangte der Erpresser Nacktfotos. Sollten sie diese nicht schicken, würde er ihre ersten Fotos im Internet veröffentlichen. Die beiden Mädchen weigerten sich jedoch und erstatteten stattdessen unabhängig voneinander bei der Schaffhauser Polizei Strafanzeige wegen Nötigung.

Der oder die Täter kommunizierten im sozialen Netzwerk unter einem Pseudonym. Laut Polizeisprecher Patrick Caprez könnte es sich dabei um dieselbe Person handeln: «Die Pseudonyme waren in beiden Fällen ähnlich.» Er befürchtet, dass noch mehr solche Fälle von Erpressung stattgefunden haben, aber beispielsweise aufgrund von Scham nicht anzeigt wurden. «Wir haben diese Fälle als Warnung veröffentlicht.»

Geld war bei der Erpressung kein Thema, die einzige Forderung bestand in den Nacktbildern. «Die Beweggründe sind noch unbekannt», so Caprez. Teil der Ermittlungen ist auch, ob der Täter aus dem In- oder Ausland stammt und agiert, «da sind wir zurzeit dran.» Er mache sich jedoch keine Illusionen, es sei extrem schwierig, solche Kriminellen im Internet zu finden.

(tab)