Uzwil SG

18. Dezember 2015 05:33; Akt: 18.12.2015 08:56 Print

«Die Polizisten versetzten mich in Todesangst»

Der 21-jährige K.* erhebt massive Vorwürfe gegen zwei Beamte der Kantonspolizei St. Gallen: Diese hätten ihn bei einer Kontrolle schwer misshandelt und verletzt.

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«Ich könnte gelähmt sein», sagt K*. «Die Polizisten versetzten mich in Todesangst.» Der 21-jährige Student hat nach einer Polizeikontrolle laut seinen Angaben drei Tage auf der Intensivstation verbracht – und erhebt nun schwere Vorwürfe.

Die besagte Personenkontrolle fand am 2. Oktober um 23.30 Uhr an der Bahnhofstrasse in Uzwil statt, wie K. berichtet. «Ich war mit meinen zwei Freunden unterwegs, als wir von der Polizei kontrolliert wurden», erzählt er. Obwohl er auf dem Rücksitz gesessen sei, sei er aufgefordert worden, auszusteigen.

Nach der Kontrolle habe er zurück zum Auto gehen dürfen, aber das Verlangen nach einer Zigarette verspürt und zu den Beamten gesagt: «Ich rauche noch schnell eine und steige dann wieder ins Auto, da ich dort nicht rauchen darf.» Laut K. erwiderte einer der Polizisten, er dürfe jetzt keine rauchen. Trotzdem habe er sich eine Zigarette angezündet. «Der Polizist kam zu mir und sagte: ‹Weg damit!›», so K., doch er habe sich geweigert.

«Du willst es wohl so»

Daraufhin sei der zweite Polizist hinzugekommen. Dann sei alles sehr schnell gegangen. Laut K. drückten ihn die Beamten mit den Worten «du willst es wohl so» zu Boden. Dann sei ein wahrer Gewaltexzess gefolgt: «Ein Polizist nahm mich in den Würgegriff, warf mich auf den Boden und kniete auf mich.» Dabei sei er auf der rechten Hand gelandet und habe fast keine Luft mehr bekommen: «Ich hatte panische Angst, dass ich ersticken muss», so K.

«Ich kriege keine Luft! Bitte hören Sie auf! Wir können das auch vernünftig lösen», habe er zu den Beamten gesagt. Schliesslich sei ein dritter Polizist hinzugekommen und habe K. an den Beinen festgehalten. «Dann legten sie mir Handschellen an und liessen mich rund zehn Minuten auf dem kalten Boden liegen», so K.

Drei Tage auf der Intensivstation

Später habe eine Zivilstreife ihn auf den Polizeiposten in Oberbüren gebracht. «Ich klagte über Schmerzen und verlangte einen Arzt, aber ich bekam keinen», sagt K.. Nach zwei Stunden sei er entlassen worden. «Ich rief meine Tante an, die mich ins Spital Flawil fuhr.»

Drei Tage lang sei er auf der Intensivstation gelegen. «Weil ich einen Puls von 170 hatte, glaubten die Ärzte, ich hätte einen Milzriss und innere Blutungen. Ich hätte gelähmt sein können.» Zudem habe er Blutergüsse an den Händen gehabt und eine Wunde am Ellbogen sowie eine Rippenprelllung erlitten.

«Sie wollen es vertuschen»

Der Student hat sich nun einen Anwalt genommen und Strafanzeige wegen Körperverletzung und Unterlassung der Nothilfe erstattet. «Sie begingen mindestens Tätlichkeiten, eher aber Körperverletzung», sagt er.

Bei der Kantonspolizei St.Gallen will man mit Verweis auf das laufende Verfahren keine Stellung zum Vorfall nehmen. «Es ist das gute Recht des Mannes, Strafanzeige zu erstatten», erklärt Polizeisprecher Hanspeter Krüsi. Er hoffe, dass die Ermittlungen nun Licht ins Dunkel brächten.

Laut K. hat die Polizei ihn ihrerseits angezeigt: «Sie sagen, ich sei auf die Polizei losgegangen, sie wollen die Wahrheit vertuschen.» Schützenhilfe erhält K. von seinen Begleitern, die die Version des 21-Jährigen stützen. «Das Vorgehen der Polizisten war völlig unverhältnismässig», sagt der Fahrer des Wagens. «Und das alles wegen einer Zigarette.»

*Name der Redaktion bekannt

(mlü)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sugus-ch am 18.12.2015 05:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Intensivstation?

    Drei Tage auf der Intensivstation, das glaubt er nicht mal selber, auf eine Intensivstation kommt man nicht so schnell. Da scheint bei der Schilderung des Vorfalls mal wieder massiv übertrieben zu werden.

  • markfrei am 18.12.2015 09:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum muss man in einer solchen...

    Situation immer auf Konfrontation gehen. Einfach machen was die Polizei sagt und dann gibt es keine Probleme. Ist ganz einfach.

    einklappen einklappen
  • Walter R am 18.12.2015 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Eine unglaubwürdige Geschichte...

    Eine wenig glaubwürdige Geschichte, die uns dieser K. da erzählt. Ich habe den Eindruck, da macht einer aus einer Maus einen Elefanten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pädy am 18.12.2015 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mal schauen

    Diese Geschichte kommt schon ein bisschen überdramatisch rüber. Jedoch weiss ich auch, dass es gerade bei der Verkehrspolizei viele Polizisten gibt, die meinen sie seien das Gesetz. Nur weil sie ein blaues Hemd tragen, heisst es noch lange nicht dass sie einen Freipass haben. Ich bin selber schon in einen Konflikt geraten und habe dann recht bekommen. Es ist richtig dass dieser Fall überprüft wird.

  • Echo der Zeit am 18.12.2015 18:06 Report Diesen Beitrag melden

    Na Ja, wen die Story stimmt

    dann will ich von der Polizei wissen - was das gekostet hat, einen Querulanten Raucher festzunehmen.

  • Ali G. am 18.12.2015 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Ich als Polizist hätte ihn auch nicht viel besser behandelt. Der hat doch keinen Respekt vor Autoritätspersohnen...

  • Walter R am 18.12.2015 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    An allem sind immer die anderen schuld

    Ich würde mich nicht wundern, wenn dieser K. in Wirklichkeit das «Opfer» einer Erziehung wurde, im Verlaufe der er nie gelernt hat, zu gehorchen und zu tun, was ihm gesagt wird und dass man für das eigene Tun nicht selber verantwortlich ist, sondern an allem immer die anderen schuld sind. Das sieht man auch daran, dass auch seine Mutter nicht wahrhaben will, dass ihr Bubi etwas falsch gemacht hat, sondern ebenfalls versucht, die Polizei in ein schlechtes Licht zu stellen. Es kann doch nicht so schwer sein, ein paar Minuten auf eine Zigarette zu verzichten, wenn einem im Verlaufe einer Polizeikontrolle gesagt wird «Jetzt wird nicht geraucht»

  • Walter R am 18.12.2015 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Eine unglaubwürdige Geschichte...

    Eine wenig glaubwürdige Geschichte, die uns dieser K. da erzählt. Ich habe den Eindruck, da macht einer aus einer Maus einen Elefanten.