St. Gallen

25. Oktober 2016 05:42; Akt: 25.10.2016 09:09 Print

Polizisten wegen Waffenhandel freigestellt

von Jeremias Büchel - Zwei Beamte der Kantonspolizei St. Gallen sind seit diesen Sommer freigestellt. Sie sollen Polizeiwaffen entwendet und verkauft haben.

storybild

Zwei Dienstwaffen der Kantonspolizei St. Gallen wurden von Polizisten entwendet und verkauft. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zwei Polizisten der Abteilung Sicherheitspolizei dürfen ihre Uniformen derzeit nicht mehr anziehen. Wie 20 Minuten erfahren hat, läuft gegen die beiden eine Untersuchung wegen des Verdachts der Begehung von Vermögensdelikten.

Umfrage
Besitzen Sie Schusswaffen?
21 %
39 %
40 %
Insgesamt 1954 Teilnehmer

Die Kantonspolizei bestätigt, dass ein Verfahren gegen Polizisten läuft. Aufgrund des laufenden Verfahrens könne die Kapo jedoch keine weiteren Auskünfte erteilen, wie Sprecher Florian Schneider auf Anfrage sagt. Die betroffenen Beamten sind bei vollem Lohn freigestellt. «Das entspricht dem Personalrecht. Momentan ist unklar, ob sich die Vorwürfe erhärten oder nicht», so Schneider.

Dienstwaffen von Ex-Polizisten verkauft

Die Untersuchungen führt die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen. Deren Sprecher Roman Dobler erläutert, dass die Kantonspolizei St. Gallen im Sommer 2014 Anzeige gegen zwei Polizisten erstattete. Es dauerte zwei Jahre bis die Beamten freigestellt wurden. Sie werden verdächtigt, Waffen, Waffenzubehör und Uniformteile aus dem Lagerbestand der Kantonspolizei weggeschafft und später verkauft zu haben. Unter den mutmasslich entwendeten Gütern befanden sich laut Dobler auch zwei Dienstwaffen von ehemaligen Polizeiangehörigen. Zudem wurden Uniformteile wie beispielsweise Abzeichen verkauft. Das mutmassliche Diebesgut wurde im Inland angeboten und abgesetzt.

Die Staatsanwaltschaft eröffnete die Untersuchung, nachdem sie von der Anklagekammer des Kantons St. Gallen dazu ermächtigt wurde. Die beiden Polizisten wurden mittlerweile mehrfach einvernommen und die Untersuchung ist laut Dobler teilweise abgeschlossen

Verfahren gegen weiteren Polizisten

Was für mögliche Sanktionen die Polizisten erwarten, könne nicht gesagt werden, da das Verfahren noch läuft. Als mögliche Straftatbestände kommen laut Dobler Diebstahl, Veruntreuung oder Hehlerei in Frage.

Im Laufe der Untersuchung geriet zwischenzeitlich ein dritter Polizist in den Verdacht, an den mutmasslichen Vermögensdelikten beteiligt gewesen zu sein. Das Verfahren gegen den Mann wurde jedoch eingestellt: Er ist unschuldig. Seit Anfang September arbeitet er wieder bei der Kantonspolizei St. Gallen. Wie es mit seinen Arbeitskollegen weiter geht, ist unklar. «Über deren Verbleib im Korps kann erst zu einem späteren Zeitpunkt des Verfahrens entschieden werden», sagt Polizeisprecher Schneider. Es gelte die Unschuldsvermutung.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mundtod am 25.10.2016 05:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sprachlos:

    Man staunt nur noch so über die kriminellen Energien unserer Polizeikorps ...

    einklappen einklappen
  • Floflorian am 25.10.2016 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2 schlechte polizisten

    ich hoffe dass diese sogenannten polizisten hart bestraft werden. die tatsache dass sie polizisten sind macht meiner meinung nach diese verbrechen noch einiges schlimmer.

    einklappen einklappen
  • Bambus am 25.10.2016 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach Krank

    Wie so nicht Untersuchungshaft wegen Verdunkelungsgefahr? Freigestellt und Lohnfortzahlung, absolut desaströs. Grauenhaftes System. Finde ich so daneben. Schämt euch Gesetzgeber.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Julia Altintas am 25.10.2016 23:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Was!!!! Freistellung bei vollem Lohn!!! Das freut ja meine Steuergelder

  • F. N. am 25.10.2016 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    F. N.

    Schade darunter leiden wieder die Polizisten die ihre Arbeit korrekt zu Gunsten der Öffentlichkeit ausführen,

  • Marcus Faber am 25.10.2016 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Unschuldsvermutung!

    Sollten die Beschuldigungen wahr sein, so ist dies sicher nicht tolerierbar und wirft leider sofort ein schlechtes Licht auf alle anderen Angehörigen des Polizeikorps... Solange aber noch kein rechtskräftiges Urteil vollzogen ist, gilt auch für die Betroffenen, wie für jeden x-beliebigen anderen Schweizer Bürger und Ausländer, die Unschuldsvermutung und ich finde es schrecklich, dass bereits jetzt - wie hier in den Kommentaren zu lesen ist - Stimmung gegen diese Personen und sofort auch gegen das gesamte Korps gemacht wird...

  • Ferdi am 25.10.2016 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Zeit

    Wenn ich das so alles lese fällt mir immer wieder der "Polizist" auf! Ist das die Medienstelle? oder einfach ein Polizist im Dienst der das ganze kommentiert?

  • Martin S. am 25.10.2016 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfch

    Solche Polizisten braucht das Land nicht! Irgendwo sind ja die Teile hin und wenn ch nur ein Hauch von Zweifel besteht dass sie da die Finger drin haben dann müssen sie die Mar abgeben. Bei Polizisten sollte ein viel strengeres Mass angewandt werden. Vielleicht nicht bei den Strafmassen aber zumindest sollten sie den Job verlieren. Was wäre das für eine Präjudiz wenn unsere Männer und Frauen die das Gewaltmonopol inne haben mit Waffen dealen können und dann weiter diese Privileg haben dürfen Polizist zu sein.