Seniorenresidenz

13. April 2017 05:46; Akt: 13.04.2017 13:22 Print

Für Trampeltiere gibt es nun ein Altersheim

Alternde Kamele brauchen Aufmerksamkeit und Betreuung. Darum eröffnet im Thurgau nun «das wahrscheinlich erste Kamel-Altersheim der Welt».

Kamelhof Besitzer Ulli Runge erklärt das Konzept des Kamel-Altersheims. (Video: gts)
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Gemütlich grasen zehn Trampeltiere auf der weitläufigen Weide des Kamelhofs Olmerswil im thurgauischen Neukirch an der Thur. Als sich Besitzer Ulli Runge den Tieren nähert, kommen sie interessiert näher und beschnuppern ihn. Seit zehn Jahren leben hier Kamele und Dromedare.

Über die Zeit entwickelte sich der Kamelhof zu einem beliebten Ausflugsziel für Familien. «Kürzlich haben wir den Verein Kamel-Kompetenzzentrum Schweiz gegründet, um vor allem auch älteren Tieren die Möglichkeit zu geben, hier ihren Lebensabend zu geniessen», so Runge. Es sei «das wahrscheinlich erste Kamel-Altersheim der Welt».

Das Altersheim ist nicht gewinnorientiert und bisher wurden die Kosten vom Kamelhof allein getragen. «Wir verdienen sonst unser Geld mit Ausritten, allerdings natürlich auf den jüngeren Kamelen», sagt Runge. Es bestehe neben der Vereinsmitgliedschaft auch die Möglichkeit, eine Patenschaft für ein Gnadenhof-Kamel zu übernehmen und sich dadurch anteilsmässig an den Kosten zu beteiligen.

Wie ein Gnadenhof

Für viele Leuten seien Kamele sehr exotische Tiere. «Aber mittlerweile gibt es in der Schweiz und in Europa allgemein doch einige private Kamelhalter», so Runge. Aus diesen Haltungen stammen die älteren Tiere, um die sich der Verein kümmert. Aktuell sind es vier. Das Kamel-Altersheim sei vergleichbar mit den Gnadenhöfen für Pferde. «Wir möchten verhindern, dass sie von einem Besitzer zum nächsten weitergereicht werden.» Möglich wäre auch, dass Zoos und Zirkusse auf das Angebot zurückkommen könnten.

Für Kamele gibt es nun ein Altersheim

Auf Anfrage von 20 Minuten heisst es beim Zoo Zürich, dass man sich um die älteren Tiere selbst kümmert. «Wir behalten unsere Kamele normalerweise hier im Zoo und sorgen uns um sie, bis sie sterben», sagt Direktor Rübel. Auch beim Zirkus Knie kümmert man sich selbst um die Tiere. «Mit dem Kinderzoo in Rapperswil haben wir die ideale Lösung für unsere Tiere im Alter», so Fredy Knie Junior, Direktor des Zirkus Knie. Dort würden sie in Pension gehen.

«Kamele sind sehr pflegeleicht»

Kamele seien allgemein sehr pflegeleichte Tiere, wie Alex Rübel, Direktor des Zoo Zürichs, bestätigt. «Sie leben ja normalerweise in der Wüste, daher brauchen sie eigentlich nicht viel», so Rübel. Etwas Platz sollte schon vorhanden sein, auch Schatten sei wichtig. Im Alter würden sich die Tiere aber weniger bewegen als die Jungen.

Auch in Sachen Futter sind die Kamele laut Kamelhofbesitzer Runge pflegeleicht. Sie brauchen als Nahrung Heu, Gras und vor
allem Äste. Ältere Kamele, die zum Beispiel nicht mehr alle Zähne haben, kriegen zusätzlich noch extra weiches Spezialfutter.

(air)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SÄMI am 13.04.2017 07:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tierfreund

    Super das die Tiere ein schönes Heim haben bis ans Lebensende. Ich Liebe Tiere sehr

  • Sonnenschein am 13.04.2017 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Möchte immer dort sein

    jööö würde am liebsten dort arbeiten und 26h am Tag für sie da sein :-)

  • SINA am 13.04.2017 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich Liebe Tiere Sehr

    Super Idee das auch ältere Tiere einen SCHÖNEN LEBENSABEND erhalten. Ich Liebe Tiere sehr den Sie geben mehr Zürück als man Ihnen gibt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Typhoeus am 14.04.2017 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Besuch wert

    Vor allem mit Kindern. Wo ist der Unterschied zu jungen Kamelen ? Streicheln kann man beide.

  • Edith Zellweger am 13.04.2017 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Das Tier der Wegwerfartikel Nummer 1

    Diese Tiere erleben leider wie alle anderen Tieren auch, dasselbe Schicksal. Zuerst werden sie von verantwortungslosen Menschen angeschafft und wenn man keine Lust mehr hat oder sie nicht mehr gebrauchen kann - sprich kein Geld mehr verdienen kann, werden sie kurzerhand wie Müll entsorgt! Tierliebende Menschen fangen dann diese Tiere auf und versuchen verzweifelt mit viel Aufwand den Unterhalt für all diese weggeworfenen Tiere zu organisieren! Menschen die ihre Tiere wie einen Wegwerfartikel behandeln und entsorgen, sollten von Amtes wegen automatisch ein totales Tierhaltverbot erhalten.

  • Mario Tierfreund am 13.04.2017 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Das finde ich mal eine super Idee. Jedes Lebewesen, ob Mensch oder Tier verdient einen geruhsamen und würdigen Lebensabend. Ein grosses Dankeschön an die Initianten. Ganz gross wss ihr da macht.

  • Ratmal Werwol am 13.04.2017 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Zeichen der Zeit

    Dass man seine alten Eltern ins Alterheim abschiebt, ist ja nicht neu. Neu ist dass man's nun auch mit Kamelen machen kann. Meine Shamala und meinen Omar würde ich nie abschieben; die werden im Familienkreis alt.

  • Reto Houdini am 13.04.2017 11:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich liebe es

    Wunderschöne Tiere!