Ullrichs Horror-Unfall

21. Mai 2014 13:09; Akt: 21.05.2014 15:25 Print

«Er fuhr in einem Affentempo vorbei»

An der Kreuzung in Mattwil TG, wo Jan Ullrich einen Unfall verursachte, kommt es mehrmals pro Monat zu Kollisionen. Anwohner zeigen sich davon schon gar nicht mehr beeindruckt.

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Zwei Verletzte und mehrere zehntausend Franken Sachschaden. Das ist die Bilanz des Unfalls im thurgauischen Mattwil, den der ehemalige Radprofi Jan Ullrich am Montagabend verursacht hat.

«Ein Unfall an dieser Kreuzung ist nichts besonderes, dort knallt es dauernd», sagt Spargelproduzent Hansruedi G.* zu 20 Minuten. «Wir gehen gar nicht mehr nachschauen.»

Pro Monat komme es sicher zu zwei bis drei Unfällen. Vor einigen Jahren sei so auch eine Person ums Leben gekommen.

«Dort muss ein Kreisel hin»

«Das ist meiner Meinung nach die gefährlichste Kreuzung im ganzen Thurgau», sagt der Landwirt Beat H.* «Dort muss ein Kreisel hin», sagt auch der Spargelproduzent.

Er ärgert sich ausserdem über das Vorgehen der Polizei: «Sie hat schlecht reagiert. Erst zwei Stunden nach dem Unfall wurde die Feuerwehr aufgeboten, um den Verkehr zu regeln.» Als diese eintraf, seien die Beteiligten bereits weg und nur noch die Fahrzeuge vor Ort gewesen, sagt ein weiterer Landwirt, der von der Feuerwehr aufgeboten wurde und anonym bleiben möchte.

Deshalb hätten viele Autofahrer gar nicht gewusst, was passiert sei und seien einfach auf die Felder und private Kieswege ausgewichen.

Zu schnell und mit 1,4 Promille

Doch am Unfall vom Montag scheint nicht nur die unübersichtliche Kreuzung schuld zu sein. Der 40-Jährige war anscheinend 20 km/h zu schnell unterwegs. «Meine Frau sah Ullrich in einem Affentempo vorbeirasen», sagt der aufgebotene Feuerwehrmann.

Ausserdem fiel der Atemtest mit 1,4 Promille positiv aus. Eine Blut- und Urinprobe wurden angeordnet.

Der Ex-Radprofi selbst findet sein Verhalten nicht so schlimm: «Mein Gott, das kann jedem mal passieren», sagte er zu «Blick».

*Namen der Redaktion bekannt

(jeh/kko)