Toter Calanda-Wolf

08. Januar 2014 21:00; Akt: 09.01.2014 09:11 Print

«Jetzt ist der schlimmste Fall eingetreten»

Nach dem Abschuss eines Calanda-Wolfs werden Vorwürfe gegen die Behörden laut. Sie hätten zu wenig offen informiert.

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Der Wolf lebte angeschossen noch ein paar Tage weiter. (Bild: Kapo Graubünden)

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«Nun ist genau der schlimmste Fall eingetreten, nämlich Selbstjustiz», sagt die Taminserin Sandra Clénin Casanova. Wildhüter fanden letzten Freitag in Tamins den Kadaver eines jungen Calanda-Wolfes, wie die Bündner Behörden gestern mitteilten. Der Wolf ist an den Folgen einer Schussverletzung gestorben. Man geht davon aus, dass das Tier noch einige Tage gelebt hat, bevor es elend verendet ist. Das Bündner Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement hat bei der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

«Problem wurde heruntergespielt»

Für Clénin Casanova ist klar: «Wenn die Behörden von Anfang an offen informiert hätten, wäre es nicht so weit gekommen.» Man habe sich nicht ernst genommen gefühlt in der Angst vor dem Wolf. «Das Problem wurde heruntergespielt», so die 35-Jährige.

Trotz der Tat vertrauen die Bündner Behörden weiterhin auf ihr Wolfskonzept. «Mit Info-Abenden, Ausstellungen und Pressemitteilungen haben wir die Bevölkerung stets offen informiert», sagt Hannes Jenny vom Amt für Jagd und Fischerei Graubünden. Auch im Kanton St. Gallen hält man am Wolfskonzept fest: «Bisher funktioniert es gut», sagt Dominik Thiel, Leiter Amt für Natur, Jagd und Fischerei im Kanton St. Gallen. Dennoch versteht er die Bedenken der Bevölkerung: «Es ist eine neue Situation, das erfordert ein Umdenken.» Der Vasöner Landwirt Johann Kühne hält davon wenig: «Der Wolf ist ein Raubtier und hat hier nichts zu suchen.» Für den 63-Jährigen hat der Schütze «einen Orden verdient».

(taw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Shimu Trachsel am 09.01.2014 00:09 Report Diesen Beitrag melden

    Einen Orden verdient???

    Für den Vasöner Landwirt Johann Kühne 63-Jährigen hat der Schütze «einen Orden verdient». Für was? Für den schlechtesten Schuss aller Zeiten? Bei angeschweisstem Wild - auch wenn es "nur" ein Wolf ist - ist gefälligst nachzusuchen. Das war kein Jäger... das war höchstens ein lausiger Totschläger

  • Peter (kinsky) Kälin am 08.01.2014 22:15 Report Diesen Beitrag melden

    Landwirt

    Zitat " Der Wolf ist ein Raubtier........" Andere Frage was ist denn der Mensch,wenn er solche Taten gutheisst ?

  • Tim Ogi am 08.01.2014 21:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    "Der Wolf ist ein Raubtier und hat hier nichts zu suchen" - Ja, das denkt der Wolf vom Menschen bestimmt auch.....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pierre Müller am 09.01.2014 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Wieviele Wölfe leben eigentlich...

    in der Schweiz? Ich glaube, die Zahl beschränkt sich auf 0. Denn sobald ein Wolf in die Schweiz kommt, wird er abgeschossen. Und das mit dem Segen des Kantons. Per Medien frohlocken, es sind wieder Wölfe in der Schweiz. 1 Woche später schickt man Jäger los. Umsiedlung ist zu teuer, 80 Rappen für eine Patrone billiger. Frage: Wer war zuerst in der Schweiz? Der Mensch oder der Wolf? 2. Frage: Muss der Wolf mit dem Menschen auskommen, oder der Menschen mit dem Wolf?

  • J. Meyer am 09.01.2014 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Die Mär vom bösen Wolf

    Der Wolf wird als Raubtier bewusst diskriminiert, von einem weitaus gefährlicherem Raubtier, welches nicht nur aus Hunger seine Tiere tötet. Doch neben dem Begriff Raubtier haftet auch die Feigheit dem Menschen an, mit der er aus Angst, trotz seiner angeblich überlegenden Art, andere Tiere wie Wolf u Bär als Gefährdung für sich definiert. So wird die Mär von jeher immer noch am Leben erhalten, anstatt mit heutigen Wissen u Standards eine Koexistenz zu versuchen, die allen gerecht wird. Doch Mut kostet, Feigheit hingegen nichts.

  • Küsche am 09.01.2014 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Nutzen und Schaden

    Heute ein Disaster wegen den wieder in der Schweiz angesiedelten Wölfen und Bären.Vor Jahren war alles dafür und heute können gewisse Leute nicht warten bis sie wieder ausgerottet sind!Wieviel Schaden erzeugen diese Wildtiere und wieviel Nutzen bringt die Schafszucht die ja angeblich am meisten unter diesen Wildtieren leidet?!

  • liatia am 09.01.2014 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Sauerei

    Der Wolf hat hier nichts zu suchen? Der Wolf war zuerst hier, wenn, dann haben die ganzen Menschen mit ihren Zuchttieren hier nichts zu suchen! Aber typisch Mensch, was uns nicht passt, das vernichten wir.

  • Urs Vogt am 09.01.2014 03:16 Report Diesen Beitrag melden

    Armes Bergvolk

    @ Calanda01 + @Luc123: Wir "Unterländer" sichern den Bergbauern immerhin die Existenz. Ohne uns gäbe es die schon lange nicht mehr. Also, erst überlegen, bevor ihr die "Unterländer" disst oder über die armen Bergbauern lamentiert... Tierliebende Grüsse aus dem zahlenden Unterland

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