Bär auf Schulbesuch

11. Oktober 2012 15:54; Akt: 11.10.2012 16:24 Print

«Alle würden gerne M13 sehen»

Der Bär ist los! M13 hat sich über zwei Bienenhäuser hergemacht, die dem Schulhaus Santa Maria im Puschlav gehören. Erste besorgte Touristen annullieren ihre Ferien. Die Schüler hingegen haben keine Angst.

storybild

Dieses Bienenhaus hat M13 umgeschmissen und damit erneut eine heftige Debatte ausgelöst, ob der Bär weiterhin toleriert werden soll oder nicht. (Bild: Sabina Paganini)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Kurz vor 6 Uhr am Mittwochmorgen rumpelt es vor dem Schulhaus Santa Maria im Bündner Südtal Puschlav. Braunbär M13 zottelt vorbei und schmeisst zwei Bienenstöcke um, die zu Unterrichtszwecken aufgestellt waren. Als der Imker am Morgen die am Boden liegenden Kisten entdeckt, schlägt er sofort Alarm. Der Honig kann zwar gerettet werden, aber die Bienenkönigin ist spurlos verschwunden.

Als die Schüler kurz darauf auf dem Gelände eintrudeln und die Bienenstöcke sehen, sind sie ganz aus dem Häuschen. «Sofort begriffen sie, dass das M13 gewesen sein muss und suchten überall nach seinen Spuren», erzählt Schulleitungsmitglied Sabina Paganini. Noch am Mittwoch baut die Lehrerin mit zahlreichen Freiwilligen einen Elektro-Zaun um die Bienenhäuser. Sobald die Kinder am Abend nach Hause gehen, wird dieser eingeschaltet.

Mit Schlafsäcken im Schulhaus übernachten

Von Angst ist im Schulhaus Santa Maria nichts zu spüren. Im Gegenteil - «die Neugierde und Faszination für den Bären überwiegen bei den Schülern», sagt Paganini. «In der Nacht auf heute wollten sie sogar mit Schlafsäcken in der Schule übernachten, damit sie M13 beobachten können, wenn er noch einmal kommt.» Seit gestern Morgen debattieren die Schüler eifrig, ob die Zerstörungswut des Bären toleriert werden soll oder nicht. «Rausgekommen ist dabei nichts - manche waren gegen den Bären, andere haben Partei für ihn ergriffen», erzählt Paganini. «Aber M13 sehen - das würden alle gerne.»

Leserin Alice S. teilt diese Meinung nicht. «Ich wollte ins Puschlav in die Ferien fahren, aber wie viele andere werden auch wir diesen Herbst darauf verzichten müssen.» Bei Graubünden Tourismus macht man sich wegen einzelner solcher Reaktionen keine Sorgen. «Dass die Behörden ein Zusammenleben von Mensch und Tier ermöglichen, ist auch aus touristischer Sicht wünschenswert», sagt Mediensprecher Gieri Spescha. Eine gewisse Angst sei verständlich, die Bedenken jedoch unbegründet. «Seit 2005 ist es nie zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Bären und einem Menschen gekommen.»

(dwi)

Immobilien

powered by

Immobilien finden

PLZ
Preis bis
Zimmer bis

Nachmieter finden? Jetzt bei homegate.ch inserieren