Open-Air-Bühnen

31. Juli 2012 15:18; Akt: 31.07.2012 15:37 Print

Einsturzgefahr mit amtlicher BewilligungEinsturzgefahr mit amtlicher Bewilligung

von Antonio Fumagalli - Das «Falk Lorelei»-Openair ist an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Die Behörden kontrollieren zwar Lebensmittel und Brandgefahr, aber nicht, ob die Bühne hält. Ein Systemfehler.

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Ein Glück, dass bei diesem Bühneneinsturz nur Sachschaden entstand. (Quelle: Leser-Reporter) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Der Kampf gegen den Sturm war auswegslos: Die Veranstalter des «Falk Lorelei»-Openairs in Siebnen SZ versuchten am Freitagabend noch, das Dach der rund viereinhalb Tonnen schweren Bühne zu lösen, um dem Wind weniger Angriffsfläche zu bieten – zu spät. Mit voller Wucht prallte die ganze Konstruktion auf ein angrenzendes Haus und begrub unter anderem die Toitoi-WCs unter sich.

Die rund 200 Personen, die sich zum Unfallzeitpunkt in der Nähe befanden, kamen mit dem Schrecken davon. «Die Veranstalter hatten ein Riesenglück», sagt Adrian Oberlin-Oetiker, Präsident der zuständigen Gemeinde Wangen, «man mag sich nicht ausmalen, was hätte passieren können, wenn die Konzerte schon im Gange gewesen wären.»

Wie zahlreiche Video-Beispiele aus dem Ausland zeigen (siehe unten), kann ein Sturm an Openair-Veranstaltungen dramatische Folgen haben. Auch die Schweiz hatte erst kürzlich eine Festival-Tragödie zu beklagen, am Openair Frauenfeld starb eine junge Frau beim Einsturz einer Bühne.

«Wind einfach zu stark»

Was ist in Siebnen schiefgelaufen? «Wir haben alle Auflagen der Behörden eingehalten. Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, dass wir etwas falsch gemacht hätten», sagt OK-Präsident Stefan Cadrobbi. Die Windgeschwindigkeiten seien mit rund 130 Kilometern pro Stunde einfach so unerwartet hoch gewesen, dass die «tadellos ausgeführte Bühnenkonstruktion» keine Chance gehabt habe.

In der Tat war die Gemeinde Wangen nicht verpflichtet, den Aufbau der Bühne zu überprüfen. «Für die Sicherheit sind die Organisatoren verantwortlich», sagt Präsident Oberlin-Oetiker. Von Gesetzes wegen müsse man nur die Brandschutz- und Lebensmittelbestimmungen kontrollieren - und dies habe man auch getan.

«Zwischenfall gibt zu denken»

Der Gemeindepräsident erkennt aber einen «Fehler im System». «Dieser Zwischenfall gibt mir schon zu denken. Wir werden das Gespräch mit dem Kanton suchen», so Oberlin-Oetiker. Ein möglicher Lösungsansatz sei zum Beispiel, dass bei Veranstaltungen, deren erwarteter Publikumsaufmarsch eine gewisse Grösse überschreite, zwingend ein Behördenvertreter die Sicherheitsbestimmungen überprüfen müsse.

Auf Seiten der Organisatoren ist man froh, mit einem blauen Auge davongekommen zu sein. Dafür klafft nun ein grosses Loch in der Kasse, laut eigener Aussage bewegt sich der Sachschaden im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Ans Aufhören denken sie aber nicht, das «Falk Lorelei»-Festival soll auch nächstes Jahr stattfinden. OK-Präsident Cadrobbi: «Weil wir nicht genügend versichert sind, sind wir nun auf Spenden angewiesen.»


Sehen Sie hier ein paar eindrückliche Beispiel von Dramen, die sich an Openairs abgespielt haben:

Kurz vor dem Auftritt des New-Country-Duos Sugarland im August 2011 stürzt die Festival-Bühne auf die Country-Fans in Indianapolis (USA). Vier Menschen kommen ums Leben, vierzig werden verletzt.

Beim Bluesfest im kanadischen Ottawa bricht im Juli 2011 während des Auftritts der US-Band «Cheap Trick» die Bühne durch ein Unwetter zusammen. Fünf Zuschauer werden verletzt, einer von ihnen schwer.

Hier sehen Sie die einstürzende Bühne aus einer anderen Perspektive:

Am 1. August 2009 lässt ein Sturm die Hauptbühne des «Big Valley Jamboree»-Festival in Kanada kollabieren. Eine Person wird getötet, mindestens 75 werden verletzt. Das Video ist ohne Ton.

Beim Rockfestival Pukkelpop 2011 in Belgien bringt ein heftiges Gewitter Bühnen, Zelte, riesige Leinwände, Metallgerüste sowie Getränke- und Imbissstände zum Einsturz. Fünf Menschen sterben, die Veranstalter brechen das Festival ab. Im Video sehen Sie die Entwicklung des Sturms.

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  • Daniel Hofmann am 02.08.2012 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Problem!

    Tja ein Hausgemachtest Schweizer Problem! Die Veranstaltungstechnik die Vorschriften stecken hier noch in den Kinderschuhen, keiner will bei dem Thema mal HART durchgreifen. In Deutschland gibt es die Vstätt in der schweiz gibt es sowas NICHT! Es gibt Vorschriften, ab welcher Winstärke die Bühnenrückwände zu ÖFFNEN sind, es gibt sogar Systeme dafür, aber die KOSTEN GELD! Sicherheit KOSTET!! Und leider wird immer nur gesehen " Was kostet das " ah ne die Kosten sparen Wir lieber! Solange man kein Regelwerk hat, werden Bühnen noch lange zusammen Stürzen!!!

  • Egal am 02.08.2012 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Besserwisser

    Alle die Meinen sie sind die Besten sollen nächstes jahr die Bühne mal selber aufbauen, und dan besorge ich ein Ventilator wo gleiche Windstärke produziert wo man am Openair gehabt hat. Dann schauen wir einmal. Aber so wie ich das sehe habt Ihr e keine Ahnug vom ganzen.

  • andi am 02.08.2012 06:31 Report Diesen Beitrag melden

    fehlkonstruktion????

    also wenn ich richtig geschaut habe dann ist die ganze bühnen konstruktion marke eigenbau. was wesentliches was ich gesehen habe ist das erstens die balast tanks fehlen (bei dieser grösse etwa 8x1000 liter) und das zweite die bühne ist rundum zu mir plastik und nicht mit wind durchläsigem material was natürlich erheblich dazu beiträgt das die bühne wegfliegt. aber ich kann mich auch teuschen man siehts auf dem video nich ganz genau. aber zumindest die tanks sollte man sehen.

    • sandro g am 02.08.2012 12:58 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Balasttanks...?

      Ich seh das gleich wie andi. Wo waren da die Balasttanks?

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