Wagenhausen TG

25. Oktober 2017 12:28; Akt: 25.10.2017 18:43 Print

Hat Vater seine tote Tochter geschändet?

Im Fall Wagenhausen wurde Anklage gegen den Vater des kleinwüchsigen Opfers erhoben. Sie lautet unter anderem auf Schändung und Störung des Totenfriedens.

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In diesem Quartier in Wagenhausen TG geschah die schreckliche Tat. (Bild: Google Street View)

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Der Fall sorgte landesweit für Aufsehen und Entsetzen: Am 2. Januar 2016 starb in einer Wohnung in Wagenhausen TG die 25-jährige Vanessa W.* unter grauenvollen Umständen. In der Folge wurden ihr damals 48-jähriger Vater und ihr 37-jähriger Ex-Freund unter dringendem Tatverdacht festgenommen.

Vanessa W. * hatte mit den beiden Männern Silvester gefeiert. Alle drei, Vater, Tochter und Ex, gehörten der Mittelalter-Szene an. Ihren Vater hatte Vanessa erst zwei Jahre zuvor kennengelernt. Die kleinwüchsige und lernschwache Frau hatte sich eigenständig auf die Suche nach ihm gemacht, nachdem ihre Mutter ihr seinen Namen nicht hatte sagen wollen.

Stumpfe Unterleibsverletzung

Der Ex-Freund kam bereits nach wenigen Wochen aus der Haft; vor einem Monat sprach ihn das Gericht vom Vorwurf der unterlassenen Nothilfe frei. Er befand sich zur Tatzeit offenbar nicht in der Wohnung. Weiter in Haft blieb der Vater. Gegen ihn ist nun Anklage erhoben worden, wie die «Thurgauer Zeitung» schreibt. Sie lautet auf eventualvorsätzliche Tötung, Schändung und Störung des Totenfriedens.

Zwar liegt die Anklageschrift den Medien noch nicht vor, doch ergibt sich allein aus den Anklagepunkten ein grausiges Bild. Wie bereits aus der Gerichtsverhandlung gegen den Ex-Freund hervorging, muss Vanessa W. an einer schweren, stumpfen Unterleibsverletzung gestorben sein.

Prozess steht kurz bevor

Kurz nach der Tat hatte die Thurgauer Staatsanwaltschaft noch verlauten lassen, es liege kein Verdacht auf einen sexuellen Missbrauch vor. Offenbar hat die weitere Untersuchung zu einem anderen Ergebnis geführt. Der Schändung macht sich schuldig, «wer eine urteilsunfähige oder eine zum Widerstand unfähige Person in Kenntnis ihres Zustandes zum Beischlaf, zu einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung missbraucht». Die Straftat wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe bestraft.

Bei der Staatsanwaltschaft Thurgau wollte man am Mittwoch keine weiteren Angaben zur Anklage machen. Nur soviel: Der Prozess gegen den Vater von Vanessa soll noch Ende dieses Jahres, spätestens Anfang des nächsten Jahres stattfinden.

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