Europäische Aktion

26. März 2015 06:09; Akt: 26.03.2015 12:20 Print

Holocaust-Leugner trat in der Ostschweiz auf

von Jeroen Heijers - Ein junger Liechtensteiner bezeichnete bei einem Auftritt in der Ostschweiz den Holocaust als «Jahrhundertlüge». Die Behörden ermitteln.

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Der NPD-Politiker Rigolf Hennig bei seinem Vortrag am 14. März im Kanton St. Gallen. (Bild: Europäische Aktion Liechtenstein)

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Die Veranstaltung der Europäischen Aktion Liechtenstein (EA) fand am 14. März 2015 im Kanton St. Gallen statt. Dies bestätigen sowohl die liechtensteinische Landespolizei als auch die Kantonspolizei St. Gallen. In einem Vortrag leugnete ein junger Liechtensteiner EA-Aktivist den Holocaust und bezeichnet ihn als «grösste Jahrhundertlüge». Diese diene einzig und allein dazu, «den Seelenmord am deutschen Volk zu vollenden».

In anderen Teilen seiner Rede lobt der Aktivist zum Beispiel die Freiwilligen der Waffen-SS. Die Rede wurde auf der Website der EA publiziert.

Nicht-Europäer nicht erwünscht

Für Hans Stutz, Experte für Rechtsextremismus, ist klar: «In dem Redetext wird der Holocaust geleugnet. Dies ist eine Straftat, sowohl in der Schweiz als auch in Liechtenstein.» Die Mitglieder der EA kämen alle aus dem rechtsextremen Lager, so Stutz weiter. Ihr Hauptziel sei es, ein nationalsozialistisches Europa zu errichten. «Sie fordern auch, dass alle Einwohner nicht europäischer Herkunft Europa verlassen müssen», so Stutz. Ihr erstes Ziel ist die Abschaffung der Anti-Rassismus-Gesetze in Europa. «Die EA sieht sich als internationale Organisation. Das ist bei rechtsextremen Gruppierungen selten», sagt der Experte. Im Vergleich zu anderen Ländern sei die EA in Liechtenstein besonders stark.

Polizei war vor Ort

Fakt ist, dass sowohl die Schweizer als auch die Liechtensteiner Behörden über den Vorfall Bescheid wissen. Dies bestätigt der leitende Liechtensteiner Staatsanwalt Robert Wallner gegenüber 20 Minuten: «Wir warten auf den Bericht der Polizei und entscheiden dann über das weitere Vorgehen.» Die St. Galler Polizei selbst erteilt keine weiteren Auskünfte zur Veranstaltung. Nur so viel: «Wir haben das Ganze beobachtet und waren auch vor Ort», sagt Kapo-Sprecher Gian Andrea Rezzoli. Auch über den genauen Ort der Veranstaltung würden aus Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen keine Angaben gemacht.

NPD-Politiker verteidigt Liechtensteiner

Neben dem jungen Liechtensteiner hielt auch der deutsche Rechtsextreme und NPD-Politiker Rigolf Hennig einen Vortrag. Für die Rede seines Liechtensteiner Gefährten findet der Deutsche nur lobende Worte. «Das war ein super Auftritt», so Hennig auf Anfrage von 20 Minuten. Eine Holocaust-Leugnung habe es aber nie gegeben. «Das ist völliger Blödsinn. Das Einzige, was wir wollen, ist Rede- und Meinungsfreiheit», sagt der 79-Jährige. Auf die Frage, wo die Veranstaltung stattgefunden habe, kann er keine Auskunft geben. «Ich wurde dort hingefahren und weiss nicht, wo genau es war», so Hennig. «Irgendwo in der Schweiz.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Landei am 26.03.2015 07:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unbegreiflich

    Ich kann nicht verstehen wie man einer solchen Person in der Schweiz ein Podium geben kann. ...

  • Forgot am 26.03.2015 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ups?!

    Aber die Schweiz untersucht doch sonst alles bevor es eingeführt wird... Etwas vergessen Switzerland?!

    einklappen einklappen
  • j.s. am 26.03.2015 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst die doch reden, doch bedenkt eines

    Ich verstehe die Menschen nicht.. einerseits freie Meinungsäusserung fordern, aber andererseits gegen alles wettern, was nicht passt.. Da kann man die FrMeiÄuss gleich abschaffen.. oh Moment, ist ja bereits im Gange...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris am 27.03.2015 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Die Erde ist eine Scheibe

    und die Sonne kleiner als der Mond. Das sind keine Meinungen. Sondern falsche Fakten.

  • Ytzak Goldberger am 27.03.2015 05:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    War klar

    Das soetwas in der Schweiz problemlos durchführbar ist. Das ist eine Schande, wäre ich Schweizer würde ich mich in Grund und Boden schämen!

  • Boby am 27.03.2015 00:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meinung?

    Es geht hier nicht um eine frei geäusserte Meinung, sondern um eine Verleugnung einer historischen Tatsache..inakzeptabel und respektlos gegenüber Betroffenen.

  • fredi am 26.03.2015 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Meinungsfreiheit? wen dann für alle...

    Meinungsfreiheit? Den Holocaust zu leugnen zählt nicht mehr dazu weil man die Hinterbliebenen beleidigt? Beim Attentat auf Charlie Habdo tönte es noch ganz anderes, da spielte es keine rolle ob man eine Religion beleidigte und über 1 Milliarden Muslime beleidigte bzw aufhetzt. ps ich verurteile sowohl die Grausamkeit des "holocaust" sowie den Attentat in Paris

    • Sam am 26.03.2015 16:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nein

      Die Leugnung des Holocaust ist ganz sicher keine Meinung. Eine Meinung wäre z.b. zu sagen, dass man es gut oder schlecht fand. Es zu leugnen geht eher unter falsche Tatsachen zu verbreiten. Nicht alles was bei einigen Menschen rauskommt, ist eine Meinung.

    • Beweiser am 26.03.2015 21:22 Report Diesen Beitrag melden

      Wir wolln Beweise!

      @ sam: Tatsache? Dann mal her mit den Beweisen!

    • Svalbard am 27.03.2015 08:24 Report Diesen Beitrag melden

      @Sam

      Wieso geht es dann, laut Gericht, unter Meinungsfreiheit wenn man den Holocaust an den Armeniern leugnet?

    einklappen einklappen
  • Schwyz am 26.03.2015 14:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    LP

    Freie Meinungsäuserung ist nicht erlaubt, wenn Sie gegen ein Gesetz verstösst.