Unverbindliche Vorgabe

28. November 2012 10:32; Akt: 28.11.2012 10:32 Print

Schaffhausen will eine «Frauenquote light»

Jeder dritte Chef in der Schaffhauser Stadtverwaltung soll eine Frau sein - das möchte der Grosse Stadtrat. Anders als in Bern soll die Quote nicht verbindlich sein, sondern eine Zielvorgabe.

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Die Europäische Geldpolitik soll in den nächsten Jahren vermehrt von Frauen gesteuert werden. Dank einer entsprechenden Quote sollen bis 2019 im mittleren Management der 35 Prozent und im oberen Management 28 Prozent der Stellen mit Frauen besetzt seien. Sie hat am 14. November 2012 in der EU den Durchbruch geschafft: Viviane Reding, Vizepräsidentin der EU-Kommission. sollen ab 2020 einen Frauenanteil von 40 Prozent in ihren Verwaltungsräten haben. In der Schweiz ist in der eine Frauenquote in Planung: Mindestens 35 Prozent der Führungspositionen in der Berner Stadtverwaltung sollen von Frauen besetzt werden müssen. In gibt es zudem eine Frauenquote von 30 Prozent für die Aufsichtsgremien von öffentlichen und halb-öffentlichen Unternehmen. In hat die Regierung im Dezember 2003 eine Frauenquote von mindestens 40 Prozent für Sitze in allen Verwaltungsräten der 600 börsenkotierten Unternehmen beschlossen. In den wurde eine Quote von 30 Prozent für Verwaltungsräte und Geschäftsleitungen aller Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern eingeführt. Bis 2016 soll die Quote erreicht sein. (im Bild die Meerjungfrau in Kopenhagen) hat 2000 ein Gesetz verabschiedet, das Firmen mit staatlicher Mehrheitsbeteiligung zu einem ausgeglicheneren Geschlechterverhältnis verpflichtet. In wurde 2007 ein noch sanktionenloses Gesetz verabschiedet, das Firmen mit mehr als 250 Angestellten verpflichtet, 40 Prozent Frauen im Verwaltungsrat zu haben. Die Übergangsfrist dauert noch bis 2015.

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Die Stadt Schaffhausen will sich eine «Frauenquote light» verpassen. Mindestens 35 Prozent der Chefposten in der Verwaltung sollen künftig von Frauen besetzt sein. Es handelt sich jedoch nur um eine Zielvorgabe, nicht um eine verbindliche Quote.

Der Grosse Stadtrat überwies am Dienstagabend ein entsprechendes Postulat der FDP-Frauen an den Stadtrat. Die Stadtregierung zeigte sich bereit, das Anliegen entgegenzunehmen, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass es sich nicht um eine starre Quote handle.

Der Stadtrat will verhindern, dass Stellen über längere Zeit nicht besetzt werden können, nur weil sich keine geeignete Frau bewirbt. Gegenwärtig arbeiten in der Schaffhauser Verwaltung im unteren Kader 63 Prozent Frauen. Im mittleren Kader sind es 23 Prozent und im oberen Kader nur noch 15 Prozent.

Der Vorstoss, über den am Mittwoch auch die «Schaffhauser Nachrichten» berichteten, wurde vor allem von Linken und der Mitte unterstützt. Dagegen waren SVP und Teile der FDP.

Bern hat eine verbindliche Quote

Eine verbindliche Frauenquote gibt es erst in der Stadt Bern. Das Stadtparlament beschloss im September eine Quote von 35 Prozent auf Kaderstufe, gegen den Willen des SP-Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät. Er warnte, dass die Quote schwierig umzusetzen sei, vor allem in techniklastigen Bereichen wie etwa dem Tiefbau.

Noch auf der Traktandenliste steht das Thema in der Stadt Zürich. Anfang November reichten SP und GLP im Gemeinderat eine Motion mit der Zielvorgabe 35 Prozent ein. Wann das Stadtparlament darüber debattiert, ist noch unklar. Auch in Winterthur wurde ein entsprechender Vorstoss eingereicht. Dort fordert die GLP gar 40 Prozent Kaderfrauen.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Erdenmensch am 29.11.2012 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Die Reptilian's herrschen

    Dann soll diese Reptilien-Frau Reding da oben auf dem Bild doch gleich mal den Anfang machen... Toll wie die Reptilians es schaffen, die Menschen mit ihren dummen Reptilian-Ideen gegeneinander aufzuhetzen und wir fallen darauf rein.

  • wenger roland am 29.11.2012 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Quoten

    Ich kann diesen Stuss nicht mehr lesen und hören. Ihr Frauen hört endlich auf solche Forderungen nur auf Berufe/Politische Laufbahn oder Beamtin oberer Einkommensklassen zu reduzieren. Wenn Ihr es ehrlich meint, sollte die Forderung für alle Berufe gelten.

  • Raphael am 29.11.2012 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Bundesrat

    Bitte ab sofort bei Frauen auch die Militärpflicht einführen oder die Militärpflichtersatzabgabe einfordern. Das wäre mal Gleichberechtigung.

  • Peter Silie am 28.11.2012 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin gespannt

    auf künftige ausgeschriebene Inserate bei Chefpositionen: Gesucht: Frau.

  • Riederer am 28.11.2012 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Quote

    Die Quote dürfte man dann natürlich auf die Wehrpflicht ausweiten und selbstverständlich auch auf das Pensionsalter.

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