Versuchter Mord

01. April 2017 13:17; Akt: 01.04.2017 13:17 Print

Schweizer Rocker in Österreich vor Gericht

Vor rund einem Jahr haben mehrere Schweizer in Lustenau (A) einen Clubmitarbeiter angegriffen und einen Türsteher zu töten versucht. Einer von ihnen wird nun angeklagt.

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Anfang März 2016 im Club Sender im österreichischen Lustenau: Mehrere Männer aus der Schweiz sollen auf einen 37-jährigen Angestellten losgegangen sein und ihn mit einem Schlag auf den Kopf verletzt haben. Laut der Landespolizeidirektion Vorarlberg hat es sich um Rocker gehandelt, wie sie damals mitteilte. Danach sollen sie mit Fäusten und Füssen auf einen 47-jährigen türkischen Türsteher eingeschlagen haben. Ein 30-Jähriger zückte ein Messer und fügte dem am Boden liegenden Türsteher mehrere tiefe Schnitt- und Stichwunden zu. Die Täter konnten flüchten, wurden später aber von der Polizei gefasst.

Gegen den 30-jährigen Schweizer wurde nun Anklage erhoben, wie «Vol.at» schreibt. Ihm wird versuchter Mord vorgeworfen. Beim Angriff soll er ein Klappmesser mit einer acht Zentimeter langen Klinge benutzt haben. Nur einem glücklichen Zufall sei es zu verdanken, dass das Opfer nicht lebensgefährlich verletzt worden sei, zitiert das Portal aus der Anklageschrift. Der Schweizer habe es bei seiner Messerattacke ernstlich für möglich gehalten und sich damit abgefunden, dass das Opfer tödlich verletzt werden könnte.

Schweizer beschwerte sich beim Obersten Gerichtshof

Wie bereits kurz nach der Verhaftung bestreitet der Schweizer den Tatvorwurf weiterhin. Obwohl DNA-Gutachten und Zeugenaussagen ihn belasten, gebe er an, nicht derjenige zu sein, der zugestochen hat, schreibt das Portal.

Der Beschuldigte ist Mitglied der Hells Angels. Ein Mitglied der Tätergruppe soll damals aus dem Club gewiesen worden sein. Laut der Staatsanwaltschaft haben die fünf Männer daraufhin das Lokal mit einem Absperrpfosten gestürmt.

Gegen drei der Schweizer wird wegen Körperverletzung ermittelt. Sie wurden jedoch wieder freigelassen. Der 30-jährige Beschuldigte kam hingegen in Untersuchungshaft. Dagegen hat er sich bis zum Obersten Gerichtshof gewehrt. Dieser hat die Beschwerde jedoch im Januar abgewiesen. Jetzt muss er sich vor dem Landesgericht Feldkirch verantworten.

(vro)