Littering

27. Juni 2017 17:45; Akt: 27.06.2017 17:45 Print

Abfall neben überfüllten Mülleimern nervt Besucher

In Ostschweizer Naherholungsgebieten türmt sich an einem schönen Wochenende der Müll: Es fehlt an Abfallbehältern. Einheimische sind genervt.

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«Jemand, der die Natur nicht respektiert, respektiert das Leben nicht», echauffiert sich Leser-Reporter D. A.* Am Sonntag stiess er bereits das zweite Mal innert kurzer Zeit in Wil auf Abfall, der neben dem Mülleimer entsorgt wurde. Die Kübel waren bereits überfüllt. In beiden Fällen waren Grill- und Feuerstellen betroffen. «Das erste Mal war ich mit meiner Familie unterwegs, dass zweite Mal beim Sport.»

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Die Schuld sieht er dabei klar bei den Besuchern: «Es ist doch nicht so schwer, jeweils einen Sack mitzubringen und den eigenen Müll wieder mitzunehmen. Ich tue das auch, wenn ich Abfall produziere.» Er habe Verständnis dafür, dass etwa Jugendliche dort feiern – er wäre aber froh, sie würden am nächsten Morgen aufräumen.

Das Problem seien nicht die Menschen

Das Problem der überfüllten Abfalleimer beschränkt sich nicht auf Wil. Ein anderer Leser-Reporter ärgert sich ebenfalls – allerdings über die Behörden. «Die Menschen würden den Müll ordentlich entsorgen, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten.» Das sehe man daran, dass der Abfall in der Regel säuberlich bei den überfüllten Eimern deponiert werde. Probleme entstünden in der Regel später, wenn Tiere den Unrat in der Umgebung verstreuten. Schuld seien die Gemeinden: «Sie sollen in den beliebten Naherholungsgebieten einfach grosse Container bereitstellen.»

Sehe das nicht als klassisches Littering

Nora Steimer, Geschäftsleiterin der Interessengemeinschaft saubere Umwelt (IGSU), sieht bei dieser Art von Littering keinen Schuldigen: «Die Leute hatten die richtige Intention und die Städte sind wirklich bemüht die nötige Infrastruktur zu bieten.» So würden im Sommer in der Regel mehr Mülltouren gefahren als im Winter.

Steimer: «Am besten wäre es in dieser Situation, wenn man den Müll mitnimmt und in den nächsten freien Kübel wirft. Oft sind sie nur lokal überfüllt.» Dass die Personen den Müll mit nach Hause nehmen würden, könne man aber nicht erwarten. Abfall neben den vollen Mülleimer zu stellen sieht Steimer auch nicht als klassisches Littering an.

Man könne den Abfall ordentlich daneben deponieren

So sieht man es auch bei der Stadt Wil, wo Leser-Reporter D. A. auf die überfüllten Kübel traf. Laut Stefan Hauser, Leiter Kommunikation, hat niemand eine Busse zu befürchten, der Abfall neben einem vollen Eimer deponiert. «Im Sinne des Verursacherprinzips wäre es natürlich die beste Lösung, den eigenen Abfall nach dem Grillplausch einfach wieder mitzunehmen», sagt er. Man habe die Situation auf den betreffenden Grill-Plätzen im Auge. Insgesamt unterhalte Wil 250 Abfallbehälter unterschiedlicher Grösse. Hauser: «Bei schönem Wetter kann es durchaus solche Einzelfälle geben.»

* Name der Redaktion bekannt

(gts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • alfredo am 27.06.2017 18:16 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht noch "besser"

    Zur hiesigen SBB Haltestation wurde ein neuer Weg gebaut. Ich habe bei der Gemeinde insistiert, dass 3 Abfalleimer, verteilt, aufgestellt werden. Die Spezies Mensch schafft es, ihren Abfall 2 Meter daneben auf den Boden zu werfen. An der Aare stelle ich regelmässig fest, dass nebst dem Abfall vom Picknick auch gleich der Kehricht von zu Hause "entsorgt" wird. Ganz abgesehen von all den Alu-Dosen und mehr. Für einen Audi/BMW/Mercedes reicht das Geld aber für eine Kehrichtmarke - das stelle ich immer und immer wieder fest.

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  • LadyInRed am 27.06.2017 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frommer Wunsch

    Pfand einführen auf alle Aludosen, Pet- und Glasflaschen und ein Grossteil des Littering ist Geschichte.Aber die Verkaufsstellen machen da wohl nicht mit. Verkaufen ist das wichtigste, nach ihnen die Sintflut

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  • Herr Max Bünzlig am 27.06.2017 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    wieso nerven sich die Besucher, die Besucher veranstalten ja den Mist, nach : mir die Sintflut

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mona am 29.06.2017 14:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steuergelder nicht für bequeme Abfallsünder

    Warum glauben eigentlich viele, sie hätten an allen öffentlichen Plätzen und sogar in der Natur ein Anrecht auf einen Mülleimer und Personal, das hinter ihnen herräumt?! Ja wir bezahlen Steuern, aber diese Tatsache befreit nicht von der eigenen Verantwortung der Natur Sorge zu tragen und die schönen Plätze so zu verlassen, wie wir sie selbst vorfinden möchten. Jeder kann seinen Mist selbst wieder mitnehmen.

  • Donato am 29.06.2017 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zauberwort

    Verantwortung übernehmen. Das können die wenigsten in unserer Gesellschaft.

    • Tambowerni am 01.07.2017 09:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Donato

      Ja genau...das war einmal die "SAUBERE" Schweiz..Im Ausland sind alle gewohnt,den Abfall ohne Kübel und Säcke zu entsorgen...!

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  • Bert am 29.06.2017 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu kleine Kübel ?

    vielleicht liegt es auch daran das die Stadt Sparren muss und dadurch die Kübel Zuwenig gelehrt werden ? So ein kleiner Kübel für das ganze Wochenende

  • Sommerflor am 29.06.2017 04:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Depot

    Wieder ein Depot auf Flasche einführen und das auch auf Petflaschen.Wenn man sieht was da alles liegenbliebt,,käme ein sümmchen zusammen.Als Kind haben wir durch einsammeln unser Taschengeld etwas aufgebessert

  • Erna am 28.06.2017 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Faulheit wo hin das man sieht

    Es braucht keine mehr Mühl Tonnen , bitte ihr lieben Leute seit doch nicht Zufall , was ihnen vorher lieb war jetzt liegen , es geht doch so einfach , mit nehmen und richtig entsorgen . Was machen den sie zuhause ???