Bürglen TG

07. Juni 2018 18:59; Akt: 07.06.2018 18:59 Print

Und das nur, weil jemand den Müll nicht entsorgte

Das warme Wetter lockt viele nach draussen. Nicht selten werden dabei regelrechte Abfallberge hinterlassen. Eine Bierflasche wurde Marlon (7) in Bürglen TG zum Verhängnis.

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Die Weinfelderin Eveline E.* war neulich mit einer Freundin und vier Kindern in Bürglen TG an der Thur unterwegs. «Die Kinder spielten barfuss am Flussufer. Dann plötzlich passierte es», erzählt die 40-Jährige. Ihr siebenjähriger Sohn Marlon sei in eine zerbrochene Bierflasche getreten und habe sich übel am Fuss verletzt. «Es war eine tiefe Wunde und hat stark geblutet. Wir waren alle unter Schock», so die Mutter.

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Im Kinderspital St. Gallen musste Marlon schliesslich genäht werden. Zwei Wochen durfte er den Fuss nicht belasten. «Wir sind froh, ist es verhältnismässig glimpflich ausgegangen.»

Unverständnis für Abfallsünder

Mit dem Bild des genähten Fusses wendet sich die Mutter auf Facebook an Abfallsünder: «Abfall gehört nicht in die Natur! Stellt euch vor, euer Fuss schaut so aus wie der auf dem Bild. Vielleicht ist es aber sogar – wie in unserem Fall – der von eurem Kind.» Es sei doch bloss gesunder Menschenverstand, dass man den Abfall den man produziert, auch wieder entsorgt. «Schliesslich tragt ihr eure Flaschen (gilt natürlich für sämtlichen Abfall) auch zum Grillplatz. Wieso also nicht mehr nach Hause oder mindestens bis zum nächsten Abfalleimer», heisst es im Post weiter. Sie habe auch das Gefühl, dass das Problem mit Littering und die Rücksichtslosigkeit gegenüber der Natur immer mehr zunehme.

Laut Erich Baumann, Gemeindepräsident von Bürglen, ist die Thur ein kantonales Gewässer und somit der Kanton für den Unterhalt zuständig. «Von Seite der Gemeinde führen wir zweimal pro Woche eine Kübeltour durch, an der die öffentlichen Abfallbehälter geleert und deren Umgebung gereinigt wird», so Baumann. Da beim Spielplatz an der Thur zwei grosse Abfallkübel sowie ein Robidog platziert sind, werde auch die Umgebung der Thurbrücke in die Kübeltour einbezogen. «Unter der Thurbrücke halten sich bekanntermassen häufig Jugendliche auf, daher kontrollieren die Werkhofmitarbeiter auch dieses Gebiet und müssen dabei häufig Getränkeflaschen oder -büchsen entsorgen.»
Das Thurufer und das Flussbett selber würden nicht speziell bearbeitet.

Höhere Bussen als Lösung

Wie das Thurgauer Amt für Umwelt schreibt, kostet Littering die öffentliche Hand jährlich zwischen fünf und sechs Millionen Franken und das allein im Kanton Thurgau. Doch wie soll man erfolgreich gegen Littering vorgehen? Fast 80 Prozent der 20-Minuten-Leser sprachen sich in einer nicht repräsentativen Umfrage für höhere Bussen aus.

Seit dem 1. Januar 2008 wird Littering im Kanton Thurgau gebüsst. Für das Wegwerfen einer Cola-Büchse beispielsweise zahlt man 50 Franken. Seit Einführung der Ordnungsbussen bei Littering-Vergehen steigt die Anzahl erteilter Bussen gemäss dem zuständigen Amt kontinuierlich an.

Passanten erklären, wie sie ihren Abfall entsorgen und was gegen Littering getan werden könnte. (Video: qll)

* Name der Redaktion bekannt

(20M)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Donna M. am 07.06.2018 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abfall

    Das tragische ist, es kann ein Mülleimer nebenan sein, trotzdem werfen gewisse Leute ihren Abfall auf den Böden. Die Faulheit ein paar Meter zu gehen scheint Grenzenlos.

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  • Bikim am 07.06.2018 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kausalität erster Güte

    Gute Besserung und Danke dem Abfall Sünder, so muss die KK ja immer teurer werden.

  • Kurz und bünzlig am 07.06.2018 19:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abfallsünder

    Denen stopfe ich den Abfall einfach ins Shirt!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani S am 07.06.2018 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erziehung

    Meistens liegt es an der Erziehung der Kinder... Die Mama sagt ( oder der Vater ) da kommen ja Güselmänner vorbei und räumen das Zeugs auf... Meine Mutter hätte mir zwei hinter die Löffel geknallt.....

  • Don Logan am 07.06.2018 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Güsel

    Egal, ob eine Bierflasche, eine Zigarettenpackung oder ein Kaugummi. Abfallsünder gehören bestraft. Es gibt schliesslich genügen Entsorgungsstellen, zumindest in der Schweiz.

  • Cléa am 07.06.2018 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Härtere Strafen bitteschön

    Hätten wir die gleichen Regeln wie in Singapour wäre die Welt wieder in Ordnung!!!!

  • 300er jada am 07.06.2018 20:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kann Passieren.

    Passiert im Sommer Leider Öfters.

  • Brigle am 07.06.2018 20:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötige Kosten

    Wenige Knallköpfe verursachen Kosten von mehreren Millionen Franken! Wie blöd muss man sein den Abfall einfach liegen zu lassen oder sonst in der Natur zu entsorgen.