Uznach SG

17. Mai 2018 17:56; Akt: 17.05.2018 17:56 Print

Aggressive Krähen fressen Baby-Störche

Die Storchenpaare in Uznach SG haben wieder Nachwuchs bekommen. Doch nicht nur das nasse Wetter macht den Jungen zu schaffen: Auch Krähen haben es auf die Küken abgesehen.

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Rund 100 Küken schlüpften in den vergangenen Wochen aus den Eiern der Uzner Storchenpaare. Doch die Überlebenschancen für die Jungtiere stehen dieses Jahr unter keinem guten Stern: Wie die «Südostschweiz» schreibt, setzt nicht nur das Wetter den Kleinen zu – heuer sind vor allem ihre listigen Artgenossen, die Krähen, eine grosse Gefahr für die Baby-Störche.

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Sollte der Mensch die Störche besser beschützen?

Keine Hemmungen mehr

«Die Krähen sind dieses Jahr wirklich extrem aggressiv», so Bruno Bachmann, Präsident des Storchenvereins Uznach, am Donnerstag gegenüber 20 Minuten. Die Tiere hätten dieses Jahr expandiert und ihre Nester ganz in der Nähe der Störche gebaut. «Sie warten in ihren Nestern, bis sich die Storchenmutter auf Futtersuche begibt und gehen genau dann nicht nur auf die Eier, sondern gar auf die frischgeschlüpften Babys los.»

Letztes Jahr sei das noch nicht so gewesen. Bachmann: «Wir beobachten im Quartier neuerdings auch, wie die Krähen sich über Abfällsäcke hermachen, kaum sind diese vor die Tür gestellt.» Die Krähen hätten keine Hemmungen mehr. Zutraulich seien sie zwar noch nicht, aber die Furcht würden sie immer mehr verlieren.

Warum die Vögel dieses Jahr derart aggressiv vorgehen, kann sich Bachmann nicht erklären: «Am Wetter liegt es nicht, aber möglicherweise sind es einfach mehr Tiere geworden, die mehr Futter benötigen.» Probleme mit anderen Vögeln, die die Störche angreifen, gebe es nicht. Es sei wirklich auffällig, dass lediglich die Krähen angreifen. Dennoch verteidigt Bachmann ihr Verhalten: «Auch sie brauchen Futter für ihre Jungtiere und dafür geben sie nun mal alles», sagt er.

«Nichts anderes als gute Eltern»

Dem stimmt auch Michael Schaad von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach zu: «Die Krähen sind nichts anderes als gute Eltern», erklärt der Biologe. Die Vögel seien einfach besonders aufmerksam und versuchen, auch Jungvögel anderer Arten zu erbeuten. «Natürlich würden sie keinen erwachsenen Storch angreifen, der wäre zu gross für sie», so Schaad.

Warum die Tiere dieses Jahr im dortigen Quartier derart aggressiv seien, kann auch er sich nicht erklären. Mit ihrem Verhalten seien Krähen jedoch keine Ausnahme: Vor allem Greifvögel wie beispielsweise Wanderfalken würden ebenfalls gezielt andere Vögel töten. Und weiter: «Auch der Storch weicht ausnahmsweise auf kleinere Vögel und Eier als Nahrung aus.»

Beim Storchenverein Uznach ist man trotz der widrigen Umstände dieses Jahr positiv eingestellt: «Wenn die Temperaturen so bleiben, sollten schon ungefähr die Hälfte der Kleinen überleben», so Bachmann. Das sei durchaus eine gute Quote.

Hier können Sie die Störche live beobachten.

(lad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Müetti am 17.05.2018 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Es wäre wünschenswert wenn geschützte Raubvögel (z.B.Milan, Bussard, Eichelhäher, Elster, Krähen und Rabenvögel) wieder mal zum Abschuss freigegeben würden. Feldhasen-Nester werden geplündert (ich musste leider zusehen- wie schnell das ging) und Jungvögel werden massivst angegriffen oder gar getötet.....schade. Irgendwann verschwinden Dank übertriebener Sonderbehandlung andere Spezies die mehr Unterstützung benötigt hätten.

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  • Tierwelt am 17.05.2018 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Muss ich nicht mehr haben

    Hab mal erlebt wie ein Elstern Junges seinen erstern Flugversuch hatte, leider wurde es der einzige, es stürtze zu Boden und keine 2.Sek danach kam eine Krähe, packte es und Flog davon...Auch wenn es Natur ist, war es voll Traurig..

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  • RaPf am 17.05.2018 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisch...

    wie hier 76% fü die Hilfe von Störchen sind. Aber wenn es um Luchs, Bär und Wolf geht darf der Jäger sein Wild nicht beschützen? Die Arroganz zeigt sich hier ganz gut von unseren "Naturversteher"

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andy Frei am 18.05.2018 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Wo Problem?

    An alle die hier so geschockt tun und sind. In Fachkreisen nennt man solches Gebaren NATUR!

  • alice am 18.05.2018 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Natur Gesetz

    ja die Natur Reguliert sich eigentlich selbst !wenn man nicht immer eingreifen würde!

  • Artgenosse am 18.05.2018 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Artgenossen?

    Wusste gar nicht, dass Krähen Artgenossen der Störche sind?

  • Neuling am 18.05.2018 08:22 Report Diesen Beitrag melden

    Blumenwiese

    Wir haben vor kurzen ein Haus mit Garten gekauft. Einen grünen gepflegten Rasen kam für uns nicht in Frage. Haben nun eine Blumenwiese angesägt, welche wir nur 1x im Herbst schneiden werden. Wir hoffen sehr, dass einige Bienen, weitere Insekten und Vögelchen was davon haben werden.

    • Anna, AG am 18.05.2018 08:37 Report Diesen Beitrag melden

      Natur soll man lassen wie sie ist

      Ich habe seit einem Jahr ein Wildbienenhaus vom WWF gekauft, und auf meinem Balkon sind Blumen die sie mögen. Es ist an der Zeit das wir überall ob auf dem Land oder in der Stadt den Tieren platz machen und auch wieder geben was Sie brauchen. Den ohne Tiere kann der Mensch auch nicht überleben! Die Natur lassen wie sie ist auch wenn dies bei uns nicht immer gut ankommt. Schwache werden nicht überleben das war schon immer so.

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  • Zürioberländer am 18.05.2018 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    Es hat ja nix mehr....

    Schaut euch doch mal die neuen Bauten an...es hat schlicht nichts mehr. einen gedüngten Rasen und Steingarten, that's it. Ewiges bauen und noch mehr bauen, aber alle Viecher haben wollen geht nicht. Entweder die Tiere haben genug Lebensraum oder es kommt so wies halt eben ist..