Connyland-Boss glaubt

26. November 2012 03:10; Akt: 26.11.2012 08:55 Print

Angestellte sollen Delfine vergiftet haben

Noch immer ist unklar, woran die zwei Delfine im Connyland im November 2011 gestorben sind. Geschäftsführer Roby Gasser ist sich sicher, dass die Tiere von Ex-Mitarbeitern vergiftet wurden.

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Schocknachricht aus dem Connyland in Lipperswil: Der achtjährige Delfin Angel ist am 3. November 2013 gestorben. Mit ihm sind seit 2008 neun Delfine gestorben. Im Jahr 2007 war Angel getauft worden - von der Musicstar-Siegerin Fabienne Louves. Das mittlerweile achtjährige Delfinmännchen hätte nach Jamaika umgesiedelt werden sollen. Am Dienstag, 8. November 2011, ist im Freizeitpark Connyland das achtjährige Delfinmännchen Shadow verendet. Mit Shadow sind seit 2008 sieben Delfine im Connyland gestorben. ProWal und Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) kritisieren darauf das Veterinäramt. Dieses habe eine Technoparty vom 29. Oktober nicht verboten. Diese sei Schuld am Tod des Delfins. Der Kantonstierarzt widerspricht: Die Technomusik sei im Delfinarium kaum zu hören gewesen. Ausserdem sei nur der Tod des jungen Shadow aussergewöhnlich. Zwei der früher gestorbenen Delfine seien 27 und 28 Jahre alt geworden, die anderen seien Babys gewesen. Die Todesursache von Shadow wird noch untersucht. Die Tierschutzorganisationen bezeichnen das Connyland hingegen als Todestrakt. Sechs Tage nach Shadow stirbt am 14. November 2011 ein weiterer Delfin im Connyland. Der Verdacht wird laut, beide Tiere könnte vergiftet worden sein. Doch die Staatsanwaltschaft Thurgau teilte am 05. Juli 2013 mit, dass die Delfine an einer Hirschädigung gestorben sind. Dies durch die Überdorsierung von Medikamenten. Laut Tierschutzorganisationen ist artgerechte Haltung nicht möglich. Ein Becken könne nie die Standards eines Meeres bieten. Delfinarien verunmöglichten ein natürliches Sozial- und Jagdverhalten.

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Der Tod von zwei Delfinen im Freizeitpark Connyland vom November 2011 ist offiziell noch nicht geklärt. Jetzt beschuldigt Geschäftsführer Roby Gasser im Interview mit der «Nordwestschweiz» Ex-Mitarbeiter. Sie hätten die Tiere vergiftet.

«Gewisse Mitarbeiter haben die Seite gewechselt und arbeiten mit deutschen Tierschutzorganisationen zusammen. Diese kennen exakt unsere Abläufe und wissen, welche Delfine welches Futter erhalten», sagt Gasser.

Gezielt die Männchen vergiftet

Gasser ist überzeugt: Die beiden Männchen wurden getötet, um dem Delfinarium den Garaus zu machen. «Wir haben fünf Delfine. Vergiftet wurden gezielt die beiden Männchen», glaubt Gasser. Denn mit dem neuen Schweizer Tierschutzgesetz dürfen keine Delfine mehr importiert werden – ohne Männchen können sich die übrig gebliebenen Weibchen nicht vermehren.

Gasser sagt, dass im Blut der toten Tiere ein Opium-Derivat gefunden wurde – «etwas, das weder wir noch unsere Tierärzte verwenden». Deshalb ist er überzeugt, dass die Delfine gezielt vergiftet wurden. Der Staatsanwalt allerdings kam früh zum Schluss, dass ein Antibiotikum die Todesursache gewesen sein soll.

Weder die zuständige Staatsanwaltschaft in Kreuzlingen noch der gesamtverantwortliche Generalstaatsanwalt Hans-Ruedi Graf wollen dazu Stellung nehmen. Er verweist auf das laufende Verfahren.

Neue Bleibe bis Ende 2013

Die übrigen drei Delfine werden nicht im Connyland bleiben. Bis Ende 2013 hat der Freizeitpark Zeit, eine geeignete Bleibe für die Tiere zu suchen. «Das ist nicht ganz einfach», erklärt Gasser. «Das Bassin muss mindestens so gross sein wie unseres. Wir werden aber eine Lösung finden.

Das Connyland muss sich ohne Delfine neu ausrichten. Auf dem Gelände des Delfinariums soll eine Achterbahn entstehen. «Ich wusste, dass es eines Tages fertig sein würde mit den Delfinen. Ich hätte mir bloss gewünscht, dass es nicht so abrupt passiert», sagt Gasser.

(pre)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sändy am 26.11.2012 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Nein, so nicht!

    Klar, ein Tierpfleger tötet seine Tiere! Und die Tierschützer machen das auch! Deshalb nenne sie sich ja auch Tierschützer! Oh mann, die Leute machen zwar so bescheuerte Aktionen wie: "Jetzt befreien wir mal die Nerze aus der Fabrik" (die werden dann in freier Wildbahn entweder überfahren oder verhungern) aber die vergiften sicher keine Tiere! Es ist halt immer leichter anderen die Schuld zu geben! Wäre ich ein ehemaliger Tierpfleger würde ich jetzt eine Anzeige wegen übler Nachrede machen!

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  • Reto am 27.11.2012 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Delphine ins Meer!

    Delphine gehören ins Meer und ganz sicher nicht ins Connyland. Ich dachte die Haltung von Delphinen in der Schweiz wäre schon lange verboten worden, unglaublich.

  • dolphin am 26.11.2012 04:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    delfine delfine

    es war ja von anfang an klar das der deutsche tierschutzverein aus neid und eifersucht etwas zu tun haben könnte. wer hat denn den ausschlag gegeben. seid jahrzehnten existiert conny land. was ist denn mit den tieren im sealife center in konstanz. das ist artgerecht? ?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • René am 27.11.2012 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tierquälerische Show

    Es sind ja nicht die ersten toten Tiere. Wieso ist die Profitgier immer grösser als der Charakter? Wer glaubt, dass es den Delfinen dort gefallen hat, der hat auch Freude an türkischen Gefängnissen. Traurig...

  • Reto am 27.11.2012 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Delphine ins Meer!

    Delphine gehören ins Meer und ganz sicher nicht ins Connyland. Ich dachte die Haltung von Delphinen in der Schweiz wäre schon lange verboten worden, unglaublich.

  • Kurt am 26.11.2012 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Disco bässe

    Es ist auch bekannt das die tiere unter den bässen der diso leiden.darüber spricht ma nie

  • Marco S. am 26.11.2012 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Vom tierschützerischen Standpunkt aus gesehen, müssten die Delfine eigentlich bleiben, denn wenn sie abgegeben werden, wird das Problem einfach in ein anderes Land abgeschoben, aber nicht gelöst. In einem anderen Delfinarium werden die Tiere keine besseren Verhältnisse finden, dafür aber Partner, mit denen sie sich vermehren können (es sind drei Weibchen), d.h. das Problem wird grösser. Zudem ist der Transport ein grosses Risiko

  • Simsa la Delfino Bim am 26.11.2012 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Herr Roby Gasser

    Sehr geehrter Herr Gasser wieso sind sie sich sooo sicher, dass ehemalige Angestellte die Delfine getötet haben?? Dann müsste ja ein Grund da sein, oder?? Könnten Sie vielleicht auch über Ihr Verhältnis mit den Arbetnehmer von Ihnen Etwas berichten? Anscheinend muss das Verhältnis nicht allzu gut sein!

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