Fall Ulrich K.

22. September 2017 12:30; Akt: 22.09.2017 17:36 Print

Auch Hefenhofer Alp-Pferde werden verkauft

45 Pferde des Thurgauer Bauern Ulrich K. waren noch auf Alpweiden. Nun werden sie ins Armeezentrum nach Schönbühl gebracht.

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Noch immer sind 45 Pferde vom Hof von Ulrich K. aus Hefenhofen TG, dem Tierquälerei vorgeworfen wird, beschlagnahmt. Laut dem Thurgauer Veterinäramt werden die Tiere kommende Woche nach Schonbühl BE gebracht und dort später verkauft.

Die Pferde befinden sich derzeit noch an verschiedenen Orten in Graubünden und im Kanton St. Gallen, wie es in Communiqués der Behörden vom Freitag heisst. Die Tiere werden am kommenden Mittwoch von der Armee nach Schönbühl BE ins Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere transportiert.

Pferde ins Tal gebracht

Dort sollen die Pferde von der Armee betreut, identifiziert und wenn nötig entwurmt werden, wie das Thurgauer Veterinäramt schreibt. Es sei vorgesehen, die Pferde zu verkaufen. Das Verkaufsdatum steht noch nicht fest. Mitte August waren bereits 80 Pferde an einer Auktion in Schönbühl versteigert worden.

Rund 30 der 45 jetzt noch beschlagnahmten Pferde wurden im Auftrag des Kantons Thurgau auf zwei Alpen bei Davos GR und im Engadin gesömmert. Diese Tiere sind inzwischen wieder im Tal in anderen Betrieben in Graubünden untergebracht, wie die Standeskanzlei Graubünden mitteilte.

Rinder verkauft

Beschlagnahmt worden waren auch 22 Kühe aus dem Bestand des Tierhalters aus Hefenhofen TG. Auch diese Tiere wurden auf Alpen gesömmert und inzwischen wieder ins Tal gebracht. Ein Teil der Rinder ist laut dem Thurgauer Veterinäramt verkauft worden.

Ulrich K. beschäftigt seit Anfang August die Öffentlichkeit und brachte die Thurgauer Behörden in die Kritik. Auf dem Hof des Tierhalters waren mehrere Pferde verendet. Weitere Tiere waren abgemagert und in schlechtem Zustand. Tierschützer zeigten sich schockiert.

Ulrich K. wieder auf seinem Hof

Der Tierhalter wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen, die Pferde wurden beschlagnahmt. Der Tierhalter kam vorübergehend in fürsorgerische Unterbringung. Laut Angaben des Kantons Thurgau befindet er sich inzwischen wieder auf seinem Hof.

Zum Fall Hefenhofen gab es mehrere Vorstösse im Thurgauer Grossen Rat. Die Regierung hat eine unabhängige Kommission unter der Leitung des Zuger alt Regierungsrats Hanspeter Uster eingesetzt, die den Fall untersucht. Bis Ende Jahr soll ein Bericht vorliegen.

(oli/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hary am 22.09.2017 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie war de Zustand wirklich

    Frage wie kann es Sein dass Pferde , qsusi im schlechten zustand vom Hof gerrettet werden und 1 Woche später , schon versteigert werden. Normal braucht es länger um ein geschundenen Pferd , wieder einigermaßen Fit zu machen. Und jetzt sind nochmals 45 Pferde dazu gekommen, ich frage mich wirklich wie war das alles wirklich , waren nur 3 Pferde abgemagert , und 3'Tot , irgendwas stimmt hier nicht.

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  • Nachbar am 22.09.2017 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verfahrensfehler

    Wer zuletzt lacht, lacht..... Wird schlussendlich wohl teuer für den Thurgauer Steuerzahler....

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  • petero am 22.09.2017 13:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechtsweg

    Haben die Thurgauer Behörden auch schon etwas von, Rechtsweg oder Amtsweg gehört? oder wird schon wieder fragwürdig gehandelt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Annemarie Morof am 02.10.2017 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    Danke an die Armee in Schönbühl !

    Ich bin glücklich dass nun auch die restlichen Pferde von der Alp in Schönbühl betreut werden , sie sind in guten Händen , vielen herzlichen Dank der Armee ! Und ich glaube auch , dass sie später ein gutes neues Zuhause finden werden , was ich auch den Kühen und Rindern vom Hof Kesselring von ganzem Herzen wünsche !

  • wildh. am 22.09.2017 23:15 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentum

    Und jetzt werden die wieder für Spotpreise verkauft? Die gehören ja dem Pferdehändler und nicht dem Staat oder. Das ist ja so wie wenn ihnen das Haus weg genommen würde und verkauft würde.

    • Markus am 25.09.2017 14:56 Report Diesen Beitrag melden

      @wildh.

      Ich denke dem sagt man "Enteignung" da der Herr nicht fähig war seinen Pferden zu schauen. Ehrlich gesagt, ists mir auch ein Rätsel, wie er 80-100 Pferde "einfach so" hält und finanziert. Auch wenn er ab und zu ein Fohlen verkaufen konnte - ob und Metzg oder sonst - sollten ja diese Käufer die Pferde und damit die Haltung vorher angesehen haben .Normalerweise macht man das auf jeden Fall!

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  • Denia am 22.09.2017 16:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufräumen

    Der Kanton Thurgau hinterlässt ein mulmiges Gefühl.

    • Herr Max Bünzlig am 22.09.2017 16:56 Report Diesen Beitrag melden

      ja genau

      Lady Denia, aber nur im Thurgau, hat es die besten Frauen

    • Heinz Maier am 27.09.2017 06:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Denia

      Mit dem kanton hat dies herzlichst wenig zu tun. Es sind personen, welche involviert waren und nicht ein staatliches gebilde. Was wäre es, wenn ein zürcher als kantonstierarzt für den kanton tg arbeitet?

    • mrfiveduck am 28.09.2017 05:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Denia

      Vetternwirtschaft in der Landwirtschaft hat im Thurgau tradition und das führt immer wieder zu solchen Missständen. Mitschuld tragen die untätigen und im Sold der Bauern stehende Amttierarzt Witzig und Regierungsrat Schönholzer.

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  • Swissgirl am 22.09.2017 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Herz schlägt für die Tiere

    Ich frage mich mittlerweilen wie Ulrich K. seinen weiteren Lebensunterhalt bestreiten kann. Ob alles mit rechten Dingen zu und her geht müssen die Juristen beurteilen. Es ist auch fraglich, ob das Thurgauer Veterinäramt so reagiert hat um sich selber aus dem Fokus zu nehmen, denn dieses Jahr habe ich von drei schlimmen Fällen von Tierquälerei aus diesem Kanton gelesen. War das Schadensbegrenzung als die Unfähigkeit des Amtes aufzufliegen drohte? Wir die wir hier schreiben wissen wohl nicht alles. Ich hoffe nur den Tieren geht es jetzt besser.

    • Heinz Maier am 27.09.2017 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Swissgirl

      Wir wissen auch nur das was die medien publizieren... Daraus eine allgemein gültige ausssage zu treffen ist höchst fraglich

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  • Mausi am 22.09.2017 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    Thurgauer Filz

    Das sind wohl die Pferde, die zuvor in einer Nacht und Nebelaktion vom Hof verschwanden, bevor geräumt wurde. Und wer sich die Mühe machte zu gucken, wer seine Pferde dort eingestellt hatte, dem wird ein Licht aufgehen, warum nicht vorher gehandelt wurde. Die standen wohl gratis dort, damit beide Augen zugekniffen wurden.

    • 04 A am 22.09.2017 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mausi

      Die waren auf einer Alp den ganzen Sommer

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