Weltreise

20. März 2017 05:46; Akt: 20.03.2017 05:46 Print

Aus Versehen in Mordhauptstadt gelandet

Die St. Galler Nadia Stauffacher und Philippe Aemisegger brachen vor rund 20 Monaten ihre Zelte in der Schweiz ab. Seither sind sie auf Weltreise.

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Derzeit befinden sich Nadia Stauffacher (27) und Philippe Aemisegger (32) in Salento, Kolumbien. Vor fast 20 Monaten hatten sich die beiden entschieden, sich von ihren Besitztümern zu trennen und auf Weltreise zu gehen. «Ursprünglich hatten wir mit einem Jahr gerechnet, jetzt sind es schon 19 Monate», so Nadia gegenüber 20 Minuten. Und Philippe fügt hinzu: «Wir werden wahrscheinlich noch etwa sechs Monate weiter reisen.»
Gründe für die Reise waren, neben dem Einblick in andere Kulturen, auch «dass wir eine andere Sicht auf das konsumorientierte Leben in der Schweiz erhalten».

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Mittlerweile waren sie bereits in Asien, Australien, USA, Zentralamerika und der Karibik. Wo es als nächstes hingeht, ist noch unklar: «Wir reisen stehts ohne Plan und lassen uns einfach treiben.»


Ein Video vom Tauchen in Australien

Viele Eindrücke

Bisher am meisten fasziniert hat die beiden Japan. Das Land sei geprägt von so vielen Gebräuchen und Traditionen, dass es als Tourist unmöglich sei, sich auf Anhieb zurecht zu finden. Hinzu kommt laut Philippe die sprachliche Barriere, da nur wenige Menschen dort Englisch können. Besonders bewundernswert findet der 32-Jährige das Streben der Japaner nach Perfektion, was es Touristen jedoch unmöglich macht, nicht in das eine oder andere Fettnäpfchen zu treten.

Der schlimmste Ort bisher sei San Pedro Sula in Honduras gewesen. «Die Mordhauptstadt der Welt», so Philippe. Zusammen mit Caracas (Venezuela) gehört San Pedro Sula zu den Orten, an denen weltweit am meisten Morde verübt werden. «Als wir nach Honduras einreisten, wussten wir allerdings nichts über diese nicht ganz so charmante Tatsache.» Sie hätten zwar versucht, der Stadt eine Chance zu geben, allerdings blieb stets ein mulmiges Gefühl. Ein Vorfall habe auch nicht gerade zu einer Verbesserung beigetragen: «Auf dem Weg zu einem vermeintlichen Taxi wollten uns diverse Personen mit einem Kopfschütteln irgendwas andeuten. Als wir dann kurz vor dem Fahrzeug an ein paar echten Taxis vorbeigekamen, gaben diese uns auch verbal zu verstehen, dass wir unter keinen Umständen in dieses Fahrzeug steigen sollten.» Da hätten sie gemerkt, dass das vermeintliche Taxi ein Privatauto war.

Ihr schlimmstes Erlebnis hatten sie in Cartagena (Kolumbien) in einer Seitengasse. «Unter Androhung von Gewalt wurden wir gezwungen, unser Bargeld zu 'teilen'.» Zum Glück seien es nur etwa 75 Franken gewesen.


Nadia und Philippe erzählen, wo sie gerade sind


Reise auf Blog mitverfolgen

Die Sicht auf die Welt habe sich bei den beiden durch ihre Reise nicht geändert, «jedoch die Sicht darauf, wie wir uns in ihr bewegen», meint Philippe. Etwa von welcher Tragweite die eigenen Handlungen sind und welche Dinge es wert sind, Energie dafür aufzuwenden.


Schildkröten in Gili, Indonesien

Auf ihrem Reiseblog lassen sie Freunde und Fremde an ihren Erlebnissen teilhaben.

(gts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nick am 20.03.2017 06:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und?

    Ich habe auch eine Weltreise gemacht. Ohne Blog und die Fotos nur für mich, meine Freunde und Familie.

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  • old owl am 20.03.2017 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wertvolles Erleben

    Ohne Afrika? Aber auch ohne, gratuliere zum Welttripp. Bin auch viel gereist... SüdAmerika und Australien fehlen. Trotzdem öffnet dies weite Horizonte und hat mir gezeigt, dass überall feine, ganz tolle Menschen existieren: die Sprache des Herzens hängt nicht vom materiellen Wohlstand ab. Gauner gibts überall, auch bei uns.

  • Nanuk am 20.03.2017 07:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ähm...

    Ist die "Fledermaus" auf einem der Bilder nicht eher ein Flughund?

Die neusten Leser-Kommentare

  • jane77 am 21.03.2017 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    seufz

    ach wie schön. ich sage meinen kindern auch das sie eine gute lehrstelle suchen sollen,von mir aus in dieser zeit mietfrei zu hause wohnen,und mit dem gesparten geld reisen sollen. ich bereue sehr dies in meiner jugendzeit nicht gemacht zu haben

  • Globetrotter am 20.03.2017 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Brauchen wir das wirklich zu wissen?

    Eh ja? Brauchen wir das wirklich zu wissen, wie die zwei durch die Welt ziehen. Sicher nett und so, aber ist das von öffentlichem Interesse?

    • RunningMan am 20.03.2017 21:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Globetrotter

      Nein, ist nicht von öffentlichem Interesse, Ihr und mein Kommentar allerdings nicht.

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  • Mr. Cashless am 20.03.2017 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Cash

    Wie zahlt man sowas? (Ohne Erbe, bei normalem Einkommen)

    • cmue44 am 20.03.2017 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mr. Cashless

      das geht doch niemanden etwas an

    • liv am 20.03.2017 12:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mr. Cashless

      sparen, verzichten, kein luxus. sogar mit meinem service-salär konnte ich 8monate weg.

    • Mr. Right am 20.03.2017 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mr. Cashless

      Mit 20'000 chf erspartem/person kann man gut bis zu 2 jahre reisen.

    • 5 räppler umdreie am 20.03.2017 12:14 Report Diesen Beitrag melden

      Sparen!

      Sparen über ein paar Jahre! Kein teures Auto, kein neues Smartphone jedes Jahr, günstige Wohnung, mal ein paar Bier weniger im Ausgang. Sowas geht wenn du es wirklich möchtest! Weniger Konsum und du bist dabei.. Wir verabschieden uns nach ein paar Jahren sparen diesen Juli für ein paar Jahre.

    • Brakk am 20.03.2017 12:35 Report Diesen Beitrag melden

      Mathe

      1 Woche Skifahren in der Schweiz=4-6 Wochen Reisen

    • Anna Bolika am 21.03.2017 13:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mr. Right

      Also ich war 1 Monat in Amerika und da waren 15.000 schnell mal weg

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  • Pablo Escobar am 20.03.2017 10:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber hallo?! 

    Man bereist Honduras und weiss nicht über San Pedro bescheid? Ich mache mir sorgen um die zwei!

  • Claudia Schwarz am 20.03.2017 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Weltreisetraum

    Immer wenn ich diese Berichte lese frage ich mich wo diese jungen Leute das Geld hernehmen. ( Eltern ) Sowas hätte ich auch gerne gemacht, aber da war kein Sponsor zur Seite und sparen konnte ich mit meinem Minigehalt auch nicht. Viel, viel später nach der Pensionierung hat es mal für 4 Wochen geklappt.

    • Weltreisender am 20.03.2017 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Claudia Schwarz

      Gute Ausbildung und ein paar Jahre gearbeitet. Wo ist das Problem?

    • Thomas Traveller am 20.03.2017 11:27 Report Diesen Beitrag melden

      nicht mehr so teuer

      Guten Tag Frau Schwarz; Ist heute zu Zeiten von Couchsurfing und billigen Hostels kein Problem mehr, günstig zu reisen. Bin selber für 7 Monate von Alaska durch Zentralamerika bis nach Kolumbien- für knapp 10'ooo CHF, mit 22 Jahren. (Das war mein Erspartes btw) Couchsurfing ist gratis, und das Hostel in Zentral- und Südamerika kostet 5-10$ pro Nacht. Alles was es braucht, ist ein Funken Mut. P.S: Es ist nie zu spät zu reisen. Hü jetzt, flug bueche ;-)

    • liv,26 am 20.03.2017 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Claudia Schwarz

      packen sie das zelt ein, schlafen sie am strand oder sonstwo. man kann extrem günstig reisen. habe 8000franken für omonate bezahlt. natürlich alles selber erspart. ab und an irgendwo auf einer farm gearbeitet, dafür durfte ich gratis essen und schlafen. einfach ausprobieren. man darf natürlich nicht zimperlich sein und auch auf luxus muss man verzichten.

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