Erdbeben

21. Juli 2013 18:51; Akt: 21.07.2013 18:51 Print

Aus für das St. Galler Erdwärmeprojekt?

Nach dem Erdbeben vom Samstag ist die Zukunft des St. Galler Geothermie-Projekts ungewiss. Stadtrat Brunner ist skeptisch. Nun droht ein Minus in Millionenhöhe.

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«Das Vertrauen im ganzen Team und in der Öffentlichkeit ist erschüttert», sagt der St. Galler Stadtrat Freddy Brunner. Einige Leute hätten nun Angst und das müsse man Ernst nehmen. Dass die Erde wie am Samstagmorgen nochmals mit der Stärke 3,6 bebt, konnte auch am Sonntag niemand ausschliessen. «Ich habe grossen Respekt vor einem weiteren Beben», so der FDP-Stadtrat.

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Überraschung: Erdgas

Das Beben war durch die Bohrungen des 160 Millionen teuren Geothermie-Projekts ausgelöst worden: Am Freitag stieg der Druck im Bohrloch 4500 Meter unter Boden stark an. Der Grund: Erdgas. «Niemand hat mit einer so grossen Menge Gas gerechnet», sagt Projektleiter Marco Huwiler. Das Erdgas drang Richtung Oberfläche und drohte die Anlage zu zerstören. Die Crew entschied, das Gas zurück in die Erde zu pressen, dies löste dann aber das Erdbeben aus.

Das Projekt ist in Gefahr

«Noch nie hat diese Bohrmethode zu so einem starken Erdbeben geführt», sagt Brunner. Er sieht das Projekt nun in Gefahr: «Ich bin eher skeptisch.» Ein Entscheid soll allerdings erst in ein paar Tagen gefällt werden. Momentan versucht ein Krisenteam die Lage im Sittertobel zu stabilisieren. Der Druck im Bohrloch hat wesentlich abgenommen: In der Nacht auf gestern wurde Erdgas aus der Tiefe frei gelassen und abgefackelt.

In den kommenden Tagen sollen neue Messungen zeigen, wie der Boden beschaffen ist und ob das erhoffte Heisswasser wirklich vorhanden ist. Auch sollen allfällige Erdgasvorkommen analysiert werden. Laut Brunner hat das Projekt bisher circa 25 Millionen Franken gekostet.

(sst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tim Schmidts am 21.07.2013 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hört auf

    Lieber ein paar Windräder die nicht so schön aussehen oder Solarzellen auch am Walensee aber bitte hört damit auf zu bohren. Auch Fracking brauchen wir nicht ich möchte das meine Nachkommen noch Wasser haben und nicht krank werden von der ganzen Chemie. Und nein ich wohne nicht in St Gallen!!

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  • peter müller am 22.07.2013 00:13 Report Diesen Beitrag melden

    Mit dem Segen des Volkes

    Über das Projekt hat es eine Volksabstimmung gegeben, in der die Mehrheit der St.Galler zugestimmt hat. Es wurde immer offengelegt, dass es gewissen Riskien gibt, auch da Risiko, dass man nichts finden wird. Dass es bei Bohrungen auch kleinere Erdbeben geben kann, ist und war auch bekannt. Wo ist also das Problem?

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  • ketzer am 21.07.2013 22:40 Report Diesen Beitrag melden

    weitermachen!

    diese nachrichten sind balsam für die atomlobbyseele!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hudi the Pfupf am 23.07.2013 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    Weitermachen - nicht aufgeben!

    3.6 ist ein sehr geringes Beben...etwas so, wie wenn ein schwerer Lastwagen vor deinem Haus über eine kleine Bodendelle fährt. Macht Euch Gedanken über die Qualität eurer Häuser, wenn da tatsächlich schon Schäden auftreten, was ich bezweifle. Dass es immer jene gibt, die auf Entschädigungen zur Sanierung ihrer Bruchbude spekulieren, ist zu erwarten. Bis heute klar Danke für das Abbauen von Erdspannungen im Gebiet Ostschweiz, das reduziert das Energiepotential und die Stärke künftiger natürlicher Beben. Weitermachen bis max. Stärke 4.5 - 5, Kosten / Nutzen im Auge behalten!

  • Marco am 22.07.2013 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Versteh ich nicht

    Hmm, Kopfhörer sind also gefährlich und gehören verboten. Aber ein solches Projekt, welches schon in Basel grosse Probleme bereitet hat ist natürlich kein Problem, weil man damit Geld verdienen kann oder wie...?

  • Hans am 22.07.2013 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Einige lernen es nie

    Man muss immer erst Millionen in den falschen Schlund stecken, um zu merken, dass es gefährlich ist - doch so lange ein paar die Aussicht haben daran zu verdienen und noch die richtigen Beziehungen haben, klappt es. Wie wäre es den einmal damit: Back to the roots! Es könnte doch vielleicht viel einfacher gehen als man denkt und vor allem viel weniger gefährlich.

  • hannes meier am 22.07.2013 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Energiewende

    Ich habe japanische Bekannte, die haben nur gelacht, als sie von der Aufgegung wegen dem Mini-Erdbeben erfuhren. Wenn wir so ängstlich sind, wird das wohl nichts, mit der "Energiewede".

  • Martin am 22.07.2013 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Verschwendung von Steuergelder

    Na ja, hauptsache ein paar Ingineure und Geologen können Steuergelder verschwenden für eine hirnrissige Idee und der liebe Kanton zahlt noch. Ach entschuldigung, nicht der Kanton Zahlt für ein schwarzes Loch wo das Geld versiebt, sondern der kleine Steuerzahler. Diese möchtegern Bastler, sollten dies aus dem eigenen Sack berappen.