Erdbeben

21. Juli 2013 18:51; Akt: 21.07.2013 18:51 Print

Aus für das St. Galler Erdwärmeprojekt?

Nach dem Erdbeben vom Samstag ist die Zukunft des St. Galler Geothermie-Projekts ungewiss. Stadtrat Brunner ist skeptisch. Nun droht ein Minus in Millionenhöhe.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Das Vertrauen im ganzen Team und in der Öffentlichkeit ist erschüttert», sagt der St. Galler Stadtrat Freddy Brunner. Einige Leute hätten nun Angst und das müsse man Ernst nehmen. Dass die Erde wie am Samstagmorgen nochmals mit der Stärke 3,6 bebt, konnte auch am Sonntag niemand ausschliessen. «Ich habe grossen Respekt vor einem weiteren Beben», so der FDP-Stadtrat.

Umfrage
Haben Sie noch Vertrauen in die Geothermie?
43 %
31 %
26 %
Insgesamt 1545 Teilnehmer

Überraschung: Erdgas

Das Beben war durch die Bohrungen des 160 Millionen teuren Geothermie-Projekts ausgelöst worden: Am Freitag stieg der Druck im Bohrloch 4500 Meter unter Boden stark an. Der Grund: Erdgas. «Niemand hat mit einer so grossen Menge Gas gerechnet», sagt Projektleiter Marco Huwiler. Das Erdgas drang Richtung Oberfläche und drohte die Anlage zu zerstören. Die Crew entschied, das Gas zurück in die Erde zu pressen, dies löste dann aber das Erdbeben aus.

Das Projekt ist in Gefahr

«Noch nie hat diese Bohrmethode zu so einem starken Erdbeben geführt», sagt Brunner. Er sieht das Projekt nun in Gefahr: «Ich bin eher skeptisch.» Ein Entscheid soll allerdings erst in ein paar Tagen gefällt werden. Momentan versucht ein Krisenteam die Lage im Sittertobel zu stabilisieren. Der Druck im Bohrloch hat wesentlich abgenommen: In der Nacht auf gestern wurde Erdgas aus der Tiefe frei gelassen und abgefackelt.

In den kommenden Tagen sollen neue Messungen zeigen, wie der Boden beschaffen ist und ob das erhoffte Heisswasser wirklich vorhanden ist. Auch sollen allfällige Erdgasvorkommen analysiert werden. Laut Brunner hat das Projekt bisher circa 25 Millionen Franken gekostet.

(sst)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dio am 21.07.2013 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiter machen

    Vor 140 Jahren wurde mit dem Bau des Gotthard-Tunnel (Eisenbahntunnel, nicht NEAT) begonnen, dabei starben während den Bauarbeiten 199 Menschen, jedes verlorene Menschenleben war und ist zu viel, aber, was wäre die Schweiz ohne diese Verbindung vom Norden in den Süden? St. Gallen wag etwas! Übrigens hat mich das Beben auch aus dem Schlaf gerissen!

    einklappen einklappen
  • La Dude am 21.07.2013 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfähige Experten

    Zuerst mal fähige Geologen und Wissenschaftler hinzu ziehen....würde überall so unfähig gebohrt wie hier...würde es ja überall Beben....in der heutigen Zeit wird es wohl möglich sein, den Untergrund genau zu analysieren.

    einklappen einklappen
  • Marco Bless am 22.07.2013 01:04 Report Diesen Beitrag melden

    Naja...

    Ein bisschen Beben, mal mit 3.6, mal mit 8.... was soll's? Das sind doch nur Einzelschicksale, wenn da jemandem das Haus unbewohnbar gerüttelt wird. So what? Gewöhnt Euch einfach daran... Und das noch lange, bevor ein einziges müdes Joule herausgekitzelt wurde. Macht doch auch nichts, Hauptsache, das Steuergeld ist weg. Vielleicht sollten wir uns mit dem Atomausstieg wirklich beeilen, bevor es stärker rüttelt....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hudi the Pfupf am 23.07.2013 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    Weitermachen - nicht aufgeben!

    3.6 ist ein sehr geringes Beben...etwas so, wie wenn ein schwerer Lastwagen vor deinem Haus über eine kleine Bodendelle fährt. Macht Euch Gedanken über die Qualität eurer Häuser, wenn da tatsächlich schon Schäden auftreten, was ich bezweifle. Dass es immer jene gibt, die auf Entschädigungen zur Sanierung ihrer Bruchbude spekulieren, ist zu erwarten. Bis heute klar Danke für das Abbauen von Erdspannungen im Gebiet Ostschweiz, das reduziert das Energiepotential und die Stärke künftiger natürlicher Beben. Weitermachen bis max. Stärke 4.5 - 5, Kosten / Nutzen im Auge behalten!

  • Marco am 22.07.2013 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Versteh ich nicht

    Hmm, Kopfhörer sind also gefährlich und gehören verboten. Aber ein solches Projekt, welches schon in Basel grosse Probleme bereitet hat ist natürlich kein Problem, weil man damit Geld verdienen kann oder wie...?

  • Hans am 22.07.2013 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Einige lernen es nie

    Man muss immer erst Millionen in den falschen Schlund stecken, um zu merken, dass es gefährlich ist - doch so lange ein paar die Aussicht haben daran zu verdienen und noch die richtigen Beziehungen haben, klappt es. Wie wäre es den einmal damit: Back to the roots! Es könnte doch vielleicht viel einfacher gehen als man denkt und vor allem viel weniger gefährlich.

  • hannes meier am 22.07.2013 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Energiewende

    Ich habe japanische Bekannte, die haben nur gelacht, als sie von der Aufgegung wegen dem Mini-Erdbeben erfuhren. Wenn wir so ängstlich sind, wird das wohl nichts, mit der "Energiewede".

  • Martin am 22.07.2013 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Verschwendung von Steuergelder

    Na ja, hauptsache ein paar Ingineure und Geologen können Steuergelder verschwenden für eine hirnrissige Idee und der liebe Kanton zahlt noch. Ach entschuldigung, nicht der Kanton Zahlt für ein schwarzes Loch wo das Geld versiebt, sondern der kleine Steuerzahler. Diese möchtegern Bastler, sollten dies aus dem eigenen Sack berappen.