Hörstetten TG

21. April 2017 05:48; Akt: 21.04.2017 10:47 Print

Ausgewandert, um Ehe und Familie zu retten

Vor sechs Jahren wanderte die Familie Tobler aus Hörstetten TG nach Australien aus. Wie es ihnen heute geht, zeigt «Auf und davon Spezial» am Freitag.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

2011 wagte Familie Tobler einen kompletten Neuanfang und wanderte nach Geraldton in Australien aus. Damals begleitete das SRF die Familie für die DOK-Serie «Auf und davon». Hauptgrund für den Tapetenwechsel war die Familiensituation: Vater Rolf Tobler war als selbständiger Bodenleger mehr in fremden Häusern als daheim, Mutter Emma Tobler war deshalb sehr oft mit den Kindern alleine. Das passte ihr nicht. Sie forderte mit Nachdruck eine Veränderung und so kam es, dass die Familie nach Westaustralien zog.

Umfrage
Würden Sie auswandern?
31 %
29 %
13 %
27 %
Insgesamt 4590 Teilnehmer

Viel Freiheit aber wenig Sicherheit

Nach sechs Jahren gibt es nun ein Wiedersehen. Für Mona Vetsch war der Besuch ein spezielles Erlebnis: «Ich kannte die Toblers ja nur vom Fernsehen. Aufgenommen wurden wir aber wie alte Bekannte.» Das liege vielleicht auch am Dialekt – da kämen sogar auf der anderen Seite der Welt Heimatgefühle auf.

Das Auswandern hat sich für die Familie offenbar gelohnt. Mittlerweile haben die Toblers ein harmonisches Familienleben und haben sich gut in Geraldton eingelebt: «Wir würden jederzeit wieder auswandern.» Auch Vetsch ist erstaunt, wie gut die Familie in ihrem neuen Zuhause bereits verankert ist: «Freunde zu finden ist für viele Auswanderer etwas vom Schwierigsten.» Zudem habe die Familie lernen müssen, wie es ist, mit weniger Geld und ohne fixes Einkommen auszukommen. «Viel Freiheit, aber viel weniger Sicherheit. Das ist für uns Schweizer eine grosse Umstellung», so Vetsch.

Rückkehr in die Schweiz nicht ausgeschlossen

Vater Rolf gab vor der Auswanderung sein Teppichgeschäft auf. In Australien fand dann ein Rollentausch mit seiner Frau Emma statt. War sie früher zuhause und verbrachte Zeit mit den Kindern, übernimmt das jetzt Rolf. «Ich geniesse die neu gewonnene Zeit mit den Kindern», so Tobler.

Emma arbeitet nun Teilzeit als Kindergärtnerin in einer Rudolf-Steiner-Schule. «Anfangs hatte Rolf etwas Probleme mit meinem Beruf», sagt sie. «Er dachte, wir seien Hippies und verstand es nicht, dass man hier den Kindern das Lernen nicht aufzwingt.» Mittlerweile ist aber auch Rolf von der Tätigkeit seiner Frau begeistert.

Obwohl es der mittlerweile sechsköpfigen Familie so gut gefällt, hat sie bisweilen auch etwas Heimweh. «Schweizer Schoggi ist zum Glück auch hier erhältlich», so die Toblers. Sie seien auch alle Käseliebhaber, aber: «Wir haben noch keinen Käse in Australien gefunden, der nur annähernd so gut wie Schweizer Käse schmeckt.» Und ganz ausgeschlossen sei eine Rückkehr in die Schweiz auch nicht. «Wir haben ja die Schweiz nicht verlassen, weil uns Land und Leute nicht gepasst haben, sondern weil wir etwas in unserem Leben ändern wollten.»

«Auf und davon» wird am Freitag, 21. April um 21 Uhr auf SRF1 ausgestrahlt.

(air)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maximilian von Waldvogel am 21.04.2017 06:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nervig

    Ist ja super! Der Ehemann ist fleissig hat viel Arbeit, für deren Erledigung er natürlich Zeit benötigt. Diese Zeit will ihm seine nörgelige Gattin nicht geben und droht, ihn zu verlassen! Und erzwingt nun sogar eine Auswanderung nach Australien! Manchmal hat man schon den Eindruck, die Leute sticht der Hafer!

    einklappen einklappen
  • Kokolores am 21.04.2017 06:32 Report Diesen Beitrag melden

    Schön dass es mal klappt

    Wow, einfach nur geil! Super dass das auswandern bei dieser Familie geklappt hat.

    einklappen einklappen
  • Kniescheibe am 21.04.2017 06:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freiheit

    Gratulation der Familie und vor allem dem Vater. Als Bodenleger bist du in der Schweiz eben wirklich das A.... Hoffe fest das es der Familie gelingt ihre neu gewonnene Freiheit weiterhin zu leben

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • daniela am 21.04.2017 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kozt mich an!!!

    Jeder der die Frau verurteilt oder der gleichen sollten einfach ruhig sein! Die meisten kennen Sie nicht persönlich, kennen einen Satz aus einem Artikel und schon scheinen Alle alles besser zu wissen!! Kozt mich an. Und ja ich kenne Toblers gut bin mit ihnen aufgewachsen!!!

    • Andreas am 21.04.2017 14:51 Report Diesen Beitrag melden

      Offensichtlich

      Aber einen Grund, weshalb man die Frau nicht verurteilen sollte, haben Sie wohl auch nicht.

    einklappen einklappen
  • Karl am 21.04.2017 13:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    No more

    Kann die Familie sehr gut verstehen. War auch als Bodenleger selbständig. War einfach nur noch ein Krampf. In jedem zweiten Schopf integriert sich irgend einer mit staatlicher Hilfe mit einem Bodenbelagsgeschäft. Die Preise sind im Keller, wohl nicht zuletzt weil da viel mit Schwarzarbeit läuft. Ich habe die Konsequenzen zu spät gezogen und damit meine Frau verloren.

  • Aussiegirl am 21.04.2017 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erklärungsnot

    Schön für die Familie aber Nach allen Erklärungen verstehe ich den wirklichen/wahren Grund jetzt immer noch nicht , erst wegen seiner Arbeit? Und jetzt arbeitet Sie ? ??? Aber nicht wegen Land und Leute... Also Strand/Sonne/Sprache oder wie ? Ich hab wohl was verpasst!

    • Ladyinred am 21.04.2017 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Aussiegirl

      @Aussiegirl ja dachte dasselbe. Jetzt ist die Mutter dauernd weg und hat nicht mehr viel Zeit zu Hause. Und wie fühlt sich ein Mann/Hausmann? Ausserdem hat niemand die Kinder gefragt. Eigentlich verlassen die ihre Heimat und Gspänli ja nicht gerne. Probleme in der Familie gibts überall und immer, ist modern dann halt auszuwandern.

    • Anneli am 21.04.2017 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ladyinred

      Als Lehrerin hat sie bestimmt mehr Zeit für die Familie.

    • Ladyinred am 21.04.2017 15:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anneli

      @ja Ferien haben die Lehrerinnen viel stimmt. Aber sie hat nicht mehr so viel Zeit für ihre Eigenen im Alltag. Ist ein anstrengender Beruf. Und auch grössere Kinder brauchen Zuwendung zudem hat sie 5 Kinder. Nunja ich kenne die Frau nicht und wünsche ihr nur das Beste.

    einklappen einklappen
  • costa rica am 21.04.2017 13:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zurückwanderer

    Ich wünsche der Familie für die Zukunft viel Glück. Wenn die Familie glücklich ist, hat sich die Auswanderung ja gelohnt. Eine Garantie für ein lebenlanges, glückliches und zufriedenes Leben hat man nirgendwo. Wir werden auch in das Heimatland meines Mannes zurückgehen. Da er vor 20 Jahren alles für mich aufgegeben hat, mache ich nun diesen Schritt für ihn.

  • Minnie Mouse am 21.04.2017 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absolut nie Probleme

    Meine 6köpfige Familie ist auch viel in der Welt herumgekommen, aber es war nirgends schwieriger, sich einzugewöhnen als hier in der Schweiz, und ich muss sagen, in der Romandie ist es einfacher als in der Deutschschweiz! In den USA hatten wir nie Probleme, und wir waren nach spätestens einem Jahr jeweils voll integriert - die Menschen dort machen es einem leicht, sie sind neugierig Europäer! Was die Schweizer Lebensmittel angeht: den besten Gruyère und Emmentaler hatten wir in den USA, nur die Schokolade scheint dem amerikanischen Geschmack angepasst zu sein!

    • Georg am 21.04.2017 12:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Minnie Mouse

      Hatte in New York auch Lindtschokolade aber geschmacklich konnte ich keinen Unterschied feststellen. Bin auch viel auswärts hatte aber nirgends Integrationsprobleme weder in der Schweiz noch im Ausland, kommt halt darauf an wie man sich anstellt.

    einklappen einklappen