Waldkirch SG

28. Juli 2017 05:45; Akt: 28.07.2017 14:21 Print

Bauernsohn plant «CBD-Disneyland»

In Waldkirch SG soll eine neue CBD-Farm entstehen. Ein Student sammelt per Crowdfunding Geld dafür. Nachfrage dafür besteht: Heimat bekommt in der Schweiz nicht genügend CBD-Hanf.

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Die ersten Pflanzen der Farm gedeihen bereits. (Bild: zVg)

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«Ziel ist es, einerseits auf der Farm CBD zu produzieren, andererseits Touren auf der Farm anzubieten, wo man alles rund um die CBD-Produktion und deren Herausforderungen erfahren kann», sagt Erich Gerschwiler (32), Wirtschaftsinformatikstudent aus Waldkirch. Er möchte sich mit der Farm selbständig machen. Auf CBD ist er gekommen, weil er als ADHS-Patient das Ritalin durch CBD ersetzen konnte. Per Crowdfunding sucht der Bauernsohn Investoren.

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Neben der Produktion sollen die Eintrittsgelder der Führungen auf der Farm Gelder generieren. «Das ist in den USA schon gang und gäbe», so Gerschwiler. Dort gehöre das etwa in Colorado zum Tourismusprogramm, rund um die Pflanzen gebe es quasi ein CBD-Disneyland. Gerschwiler will der Pflanze das Stigma der Droge nehmen und aufzeigen, dass die Produktion von CBD nicht ganz so einfach ist, da der THC-Gehalt ein Prozent nicht übersteigen darf. Dazu sei es zum Beispiel nötig, dass im Raum der Stecklinge Unterdruck herrscht, weil sonst die weiblichen Pflanzen zu Zwitter mutieren könnten. Nur die Weibchen kann man für die Produktion weiter verwenden.

Amt spürt Hype um CBD

«Für den Anbau von CBD-Hanf braucht es im Kanton St. Gallen keine Bewilligung. Der Anbau von mehr als zehn Hanfpflanzen ist meldepflichtig», sagt Hansjakob Zwingli, Stellvertreter des Amtsleiters des St. Galler Landwirtschaftsamtes. Und gemeldet werde fleissig. «Derzeit ist ein richtiger Hype um das CBD in Gange. Wir haben bereits über 30 Meldungen.» Darunter seien kleine Indooranlagen, aber auch Plantagen von einer halben Hektare und mehr.

Zwingli vermutet, dass einige das grosse Geld wittern. «Schon für einfache Setzlinge werden Preise von mehreren Franken gelöst. Gewöhnliche Setzlinge in Gärtnereien kosten nur einen Bruchteil.» Auf die Datenbank der CBD-Anbauer hat auch die Kantonspolizei Zugriff. «Diese macht regelmässig Kontrollen bei den Produzenten.»

Heimat braucht neue Maschine

Wie Roger Koch, Geschäftsführer bei Koch und Gsell AG, dem Produzenten der Heimat-Zigaretten, sagt, komme man mit der Produktion der CBD-Zigaretten der Nachfrage bei weitem nicht nach. «Leider mussten wir mehreren Kunden lange Wartefristen zuweisen. Wir können derzeit nur die Kunden der ersten Stunde beliefern und auch diese nicht mit den gewünschten Mengen.» Eine neue Maschine sei bestellt, doch bis diese geliefert wird, dauert es noch mehrere Monate.

Der verarbeitete CBD-Hanf stammt grösstenteils aus der Schweiz. «Gerne würden wir ausschliesslich Schweizer CBD-Hanf nutzen, doch wir bekommen im Inland nicht die gewünschten Mengen.» Deshalb werde auch CBD-Hanf aus dem Ausland verwendet. Dass neue CBD-Farmen wie etwa in Waldkirch entstehen, sei deshalb sehr begrüssenswert.


(jeb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • thefuture am 28.07.2017 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Hanf

    Für die denen nicht bewusst ist, dass man das nicht nur rauchen kann. Hanf war früher ein gängiges Mittel um Seile, Papier und Kleidung herzustellen. Und diese Produkte kann man heute übrigens immer noch gut gebrauchen und herstellen. Bauern könnten durch die Produktion von Hanf einen wertvollen Rohstoff gewinnen

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  • G.V. am 28.07.2017 06:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Herz für die Bauern

    Dieser Bauer wird mit Crowdfunding grosszügig unterstützt, aber wenn man davon redet den "normalen" Bauern mehr Geld zu geben drehen alle durch. Wir sind ein lustiges Völkchen.

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  • Slobodan Bjelic am 28.07.2017 06:11 Report Diesen Beitrag melden

    Nimms von Papa

    Er kann doch einen Teil von Papas Subventionen nehmen? Ich spende sicher nichts....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ozzly am 29.07.2017 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bezug?

    Und was genau hat das jetzt mit Disney zu tun?

  • Cbd Freund am 28.07.2017 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Unterschiedlicher Hanf

    Das bedeutet Herr Koch kann nicht garantieren das seie Zigaretten im Wallis gleich schmecken wie welche man in Solothurn oder Zürich kauft. Das ist ja ein super Produkt wenn er über all auf der Welt den Hanf einkaufen muss. Es würde genug Cbd Hanf geben in der Schweiz. Aber wer gibt im schon ein Kilogramm für 700fr. Daher ist er gezwungen Industriehanf zu verwende.

    • Cbd kenner am 28.07.2017 14:49 Report Diesen Beitrag melden

      Geht nur ums Geld

      Das ist sehr warscheinlich auch der Grund wiso er keinen Cbd Gehalt auf der Verpackung an giebt. Der Cbd Gehalt bei Industriehanf ist so gering, dass es niemand kaufen würde. Die Leute welche auf Cbd Stehen wollen mindestens 10% darin haben. Ein Heineken Bier schmekt auf der ganzen Welt gleich wegen der Qualitätskontrolle. Diese ist sehr warscheinlich bei diesen Hanf ziggis nicht wichtig. Weil alle testen sie einmal und kaufen sie nie wider. Ein witeres Produkt ohne nachhaltigkeit

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  • p.f. am 28.07.2017 13:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der kleine unterschied

    steuergelder und privatfinanzierung ist nicht das selbe. crowdfunding wird ja nicht mit steuergeldern subventioniert

  • red am 28.07.2017 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beelzebub

    Warum werden hier die therapeutischen Vorteile con CBD hochgelobt ohne darauf hinzuweisen, dass das Rauchen von CBD-Hanf oder -Zigaretten der Schädlichkeit vom Tabakrauchen in nichts nachsteht. "ADHS therapiert, an Lungenkrebs gestorben". Das stinkt nicht nach Hanf sondern nach Geld. CBD-Therapie ohne zu rauchen ist OK.

  • Eddy Bachmann am 28.07.2017 13:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stinkbolzen

    Ich hasse das Zeug. Es stinkt wie frisch Erbrochenes. Hoffentlich verschwindets so schnell wie es gekommen ist. Finde es bedenklich, dass den Menschen plötzlich das rauchen derart schackhaft gemacht wird.

    • Eddy Brechmann am 28.07.2017 13:35 Report Diesen Beitrag melden

      Geschmackssache

      Nur da es Ihnen nicht schmeckt heisst es ja nicht das es den anderen nicht schmecken soll oder darf?!

    • Swissman am 28.07.2017 14:14 Report Diesen Beitrag melden

      wird kaum verschwinden

      Es ist eine Pflanze die es schon seit hundertausenden von Jahren gibt.... Unglaublich diese Unwissenheit...

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