Romanshorn TG

14. Juni 2018 05:38; Akt: 14.06.2018 10:10 Print

Busfahrer telefoniert und fährt einhändig

Ein Leser-Reporter beobachtete am Dienstag, wie ein Chauffeur während der Fahrt telefonierte und den Bus mit einer Hand lenkte. Auf Beschwerden der Passagiere habe er nicht reagiert.

Auf der Buslinie 940 telefonierte der Chauffeur unablässig mit dem Handy. Video: Leser-Reporter
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«So etwas ist mir noch nie passiert, ich konnte es kaum glauben», so Leser-Reporter Alessio S.* gegenüber 20 Minuten. Der Zürcher arbeitet in Romanshorn und fährt täglich mit der Autokurse Oberthurgau AG (AOT). Auch am Dienstagabend gegen 17.15 Uhr stieg er in Romanshorn in einen Bus der Linie 940 ein und fuhr Richtung Amriswil. «Eigentlich war alles ganz normal, doch als ich nach vorne zum Chauffeur sah, konnte ich erkennen, dass er am Handy telefonierte und den Bus nur mit einer Hand lenkte», erzählt der 18-Jährige. So sei er minutenlang gefahren, an mehreren Haltestellen vorbei: «Als wäre nichts gewesen. Er fuhr auch nicht langsamer.»

«Ich habe ihn gebeten, mit dem Telefonieren aufzuhören. Auch andere Passagiere taten das», so S. Doch der Chauffeur habe sich nicht beirren lassen. «Das war ein echt ungutes Gefühl. Vor allem, als er an einem velofahrenden kleinen Mädchen vorbeifuhr», sagt S. Glücklicherweise sei nichts passiert.

Offenbar kein Einzelfall

An der Endhaltestelle habe der Chauffeur dann sein Handy weggelegt. «Mehrere Leute haben sich dann beschwert, doch der Chauffeur zeigte keine Einsicht», sagt der Leser-Reporter. Er habe dann ironisch gefragt, ob das Telefonat wenigstens gut gewesen sei, worauf der Chauffeur «Ja, sehr» geantwortet habe.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Verhalten eines AOT-Chauffeurs für Kopfschütteln sorgt. Im April berichtete Michael P., dass er bereits mehrfach an der Haltestelle stehen gelassen worden sei und die Chauffeure absichtlich an ihm vorbeifahren würden. In einem anderen Fall wurde einem Fahrgast das Verlassen des Busses verweigert, weil er sich nicht verabschiedet hatte. Die AOT wollte sich damals nicht gegenüber 20 Minuten äussern.

«Das geht gar nicht»

Im aktuellen Fall nimmt Geschäftsführer Peter Dürrenmatt Stellung. Die genauen Umstände kenne er nicht und er sei auch erst durch 20 Minuten auf den Vorfall aufmerksam geworden. Doch für ihn ist klar: «Das geht gar nicht und ist schlicht nicht gesetzeskonform.» Es habe in der Vergangenheit bereits solche Fälle gegeben, sie seien aber selten.

Grundsätzlich sei jedes Fahrzeug der AOT mit einer Freisprech-Anlage ausgerüstet. Darüber könne, wenn nötig, telefoniert werden. «Es ist aber nicht Sinn der Sache, dass die Chauffeure das privat nutzen. Auch wenn wir sie erreichen wollen, sind sie angehalten, an der nächsten Haltestelle zurückzurufen», so Dürrenmatt. Diese Instruktionen seien allen Chauffeuren klar, Ausnahmen gebe es nicht.

Dem Chauffeur im vorliegenden Fall drohe ein Verweis. Eine fristlose Kündigung werde nur bei Fahren unter Alkoholeinfluss ausgesprochen.

* Namen der Redaktion bekannt

(taw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pendler am 14.06.2018 06:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Film

    Warum muss man immer gleich zu den Medien rennen. Man könnte ganz einfach das Video der Geschäftsleitung mailen und erstmal abwarten was passiert. Ich als Chauffeur würde den Handyman anzeigen wegen Verstoss gegen das Datenschutzgesetz sowie Schadenersatz einklagen im Falle des Jobverlustes. PS: ich befürworte das Verhalten des Buschauffeurs überhaupt nicht, finde einfach das immer zu den Medien rennen eine Schande. Mich würde interessieren, wie der Filmer reagieren würde, wenn man ihn unerlaubt filmt.

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  • Liv1 am 14.06.2018 06:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wörkli?

    absolut daneben gleich zu den medien zu rennen. kann man nicht mehr mit den leuten sprechen?

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  • Martin am 14.06.2018 06:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum Medien

    Und wieder einmal wurden die Medien für Belanglosigkeiten eingespannt. Ein Brief an die Geschäftsleitung hätte es auch getan.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gaby am 14.06.2018 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    Bei..

    .. der RVBW im Aargau hat eine Buschaffeur der Linie 7, beim Badener Tor seinen Lottoschein abgegeben. Dann quatschte er nochvetwas mit dem betreiber. Leute mussten an dieser Haltestelle keine Ein oder Aussteigen. Das hat mich stark irritiert

  • Sven am 14.06.2018 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Büssen...

    ohne dass ein Schaden entstanden ist, bringt Geld und sonst gar nichts. Der Deckmantel Sicherheit funktioniert immer noch sehr gut. Und ein grosses Übel auf dieser Welt ist es auch, dass sich Menschen in Dinge einmischen, die sie nichts angehen. Also kümmern wir uns doch ausschliesslich um unsere eigenen Baustellen und wischen vor der eigenen Türe - dann wird die Welt auch proppersauber oder?

  • Mathias am 14.06.2018 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Bezüglich Datenschutz und Co.

    In so einem Fall würde jeder Richter das öffentliche Interesse an Aufklärung der Straftat höher gewichten als das indviduelle Interesse an Persönlichkeitsschutz. Hier wurden dutzende Passagiere und weitere Verkehrsteilnehmer wie das erwähnte Mädchen auf dem Velo potenziell an Leib und Leben gefährdet. Legt endlich beim Fahren das unsägliche Smartphone weg. Wenn Ihr das nicht schafft, dann gebt das Billett ab. Und bitte keine Verharmlosung à la "Das macht doch eh jeder!". Nein, das macht nicht jeder.

    • Reto Kleinstein am 14.06.2018 15:16 Report Diesen Beitrag melden

      Niemand wurde gefährdet

      was für ein Mist die Leute nicht alles schreiben, zum lachen. Klar es ist gefährlich und ist nicht ohne Grund verboten, das ist aber schon alles in diesem Fall. Das wird mit einer Busse ordentlich erledigt und nicht schwachsinnig der Richter damit belastet der hat wichtigeres zu tun.

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  • drei händer am 14.06.2018 14:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    momol

    Lieber einhändig als mit beiden Händen. Die Schlagzeile des 14.6.2018

  • T. Abegg am 14.06.2018 14:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles Bünzlis...

    Schon mal im Ausland (Thailand, Indien, Mexico...) ÖV gefahren?! Da ist das normal...keine Panik und kein Gejammer! Ich finde es auch nicht in Ordnung, jedoch sollten wir Schweizer etwas lokerer werden...

    • Barbara am 14.06.2018 19:24 Report Diesen Beitrag melden

      nicht vergleichen

      Wir sind aber nicht im Ausland sondern in der Schweiz!

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