Sorge um Wasserqualität

05. April 2015 14:42; Akt: 08.04.2015 12:49 Print

Coca-Cola sieht bei Valser Luxusturm genau hin

Im bündnerischen Vals soll das grösste Hochhaus Europas entstehen. Nicht nur Coca-Cola könnte das Mega-Projekt verhindern, sondern auch fünf Auto-Garagen.

Bildstrecke im Grossformat »
Remo Stoffel ist CEO des Projektes 7132 in Vals. Der Immobilien-Investor plant im Bündner Bergdorf Vals eine Hotelanlage, deren Kern ein 381 Meter hoher Turm ist. Der Investor Remo Stoffel und der Valser Streinbruchunternehmer Pius Truffer wollen in Vals ein Luxushotel erstellen, das 380 Meter hoch ist und zu den fünf besten Hotels der Welt gehört. So sieht die Visualisierung des Valser Turms von Architekt Thom Mayne aus, die er für den Wettbewerb im November eingereicht hat. Die definitive Version soll aber viel viel höher werden. Mit 380 Metern würde im Alpental das höchste Gebäude Europas entstehen. Eine detailiertere Sicht auf die Turm-Visualisierung. Das Hochhaus soll auf einem rutschgefährdeten Hang gleich neben der Therme in Vals erstellt werden. Wie es im Boden verankert werden soll, ist noch unklar. Tiefenbohrungen könnten die Valserquelle beeinträchtigen und wären darum nicht erlaubt. Nebst der Visualisierung von aussen findet sich im Netz auch ein Blick in die exklusive Bar des Hotels. Mayne ist nicht der Einzige, der eine Visualisierung eines Hochhauses entworfen und am Wettbewerb teilgenommen hat. Im Netz taucht auch ein Entwurf des Schweizer Stararchitekten Max Dudler auf. Dieser hat unter anderem die Pädagogische Hochschule an der Europa-Allee in Zürich entworfen. Vals soll dank der Therme von Peter Zumthor (hier im Bild) und dem neuen Hochhaus auch zum Architekturmekka werden. Das ist eine der Visionen von Stoffel und Truffer. In der Gemeinde Vals sind die Meinungen offenbar geteilt. Die einen trauen Stoffel nicht und reden von Gigantismus. Die anderen sind froh, dass investiert wird, und finden Gefallen am Luxus-Projekt. Die Zonenplanänderung könnte darum Chancen haben, vom Volk abgesegnet zu werden.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Den Kurort Vals GR soll schon bald ein 381 Meter grosser Hotelturm dominieren. Es soll das grösste Hochhaus Europas werden. Nicht alle sind jedoch von dem Projekt begeistert.

Coca-Cola fürchtet, der Luxusturm könnte das Mineralwasser verschmutzen. 190 Millionen Franken blätterten die Amerikaner 2002 für die Valser Mineralquellen AG auf den Tisch. Der vom Churer Investor Remo Stoffel geplante Bau stellt die Investition nun aber in Frage.

«Projekt darf die Quelle nicht gefährden»

«Der vorgestellte Bau wäre in der Quellschutzzone», sagt Coca-Cola-Sprecher Patrick Bossart zu «SonntagsBlick». «Deshalb werden wir keinerlei Risiken eingehen, welche die hohe Qualität des Valser Wassers gefährden könnten.»

Auch die Gemeinde ist in Alarmbereitschaft. «Wasser hat einen enorm hohen Stellenwert für uns», sagt Gemeindepräsident Stefan Schmid. Das Projekt dürfe die Quelle nicht gefährden. «Sonst ist es nicht bewilligungsfähig», so Schmid. Stoffel sieht das anders: «Die Quellschutzzone ist höchstens am Rande tangiert», sagt er.

Garagen stehen auf dem Grundstück

Nicht nur die Quellschutzzone bedroht den gigantischen Bau, sondern auch ein kleiner Garagenkomplex. Denn ausgerechnet dort, wo der Hotelturm von Vals entstehen soll, befinden sich acht Garagen – fünf davon gehören nicht der Bauherrin, sondern anderen Wohnungseigentümern auf dem Areal. Um diese Garagen aufzulösen, ist unter den Besitzern offenbar Einstimmigkeit nötig, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. Eine einzige Gegenstimme könnte das Aufheben der Garagen somit verunmöglichen.

Noch 2015 sollen die Valser über das Projekt abstimmen. Dies hält Gemeindepräsident Schmid für unrealistisch: «Das Projekt hat eine ganz andere Dimension als eine normale Zonenplanänderung.» Dafür seien vertiefte Abklärungen notwendig.

(pat)