Suchthilfe

26. Mai 2017 07:06; Akt: 26.05.2017 10:35 Print

Das alles wird an Bündner Goa-Partys konsumiert

Graubünden ist in den letzten Jahren zu einer Hochburg der Goa-Partys geworden. Nicht selten werden dort Drogen konsumiert. Die Suchthilfe will nun Aufklärungsarbeit leisten.

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Die Goa-Partys in Graubünden gehören mittlerweile zu den grössten in ganz Europa. Unter anderem in Rona, Zernez, Lostallo und Filisur finden mehrtägige Festivals statt. Dabei geht es vielen Menschen auch darum, für einige Zeit dem Alltag zu entfliehen. Dem wird nicht selten mit Drogen nachgeholfen.

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Zu diesem Schluss kommt die Suchthilfe Graubünden in ihrem Jahresbericht, wie die «Südostschweiz» schreibt. Konsumiert werden aber nicht etwa nur Alkohol und Cannabis, sondern auch Partydrogen wie Amphetamine, Kokain oder Ecstasy.

«Eine öffentliche Debatte anregen»

Laut Susanna Gadient, der Präsidentin der Bündner Suchthilfe, will man das Thema nun in den Fokus stellen und die Leute darüber aufklären, welche Drogen an Goa-Partys konsumiert werden und welche Folgen dies mit sich bringen kann. «Wir wollen mit diesem Bericht zum Thema Partydrogen eine öffentliche Debatte anregen», sagte Gadient.

In dem Jahresbericht werden nicht nur Risiken thematisiert. Es kommen auch Goa-Partygänger zu Wort. So etwa ein 23-jähriger Bündner Schreiner, der bereits dreimal am viertägigen Goa-Festival «One Love» in Filisur dabei war und unter anderem Ecstasy konsumierte.

Gefühl eines Marathonläufers

Das Gefühl während des Drogentrips vergleicht der 23-Jährige mit dem eines Marathonläufers. Der Unterschied sei, dass dieser ein grosser Aufwand betreiben müsse, um auf legale Weise in einen Rausch zu kommen. Der 23-Jährige nehme lieber die Abkürzung.

Der Risiken sei er sich bewusst. Er achte deshalb auf die Menge, die er konsumiere: «Wer denkt, dass er sich gleich am ersten Abend die Kante geben muss, der hat den Sinn eines solchen Festivals nicht verstanden», wird der junge Schreiner von der «Südostschweiz» zitiert.

Wirklich bewusst über die Langzeitfolgen sind sich aber die wenigsten, wie Boris Quednow, Forscher an der Universität Zürich, sagt. Er führt regelmässig Tests mit Partydrogen-Konsumenten durch und bespricht die Ergebnisse mit ihnen. Die Besprechung der Testergebnisse ist laut Quednow in vielen Fällen die wirksamste Prävention.

(jen)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Highlife am 26.05.2017 08:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Goa Besucher

    Viele Leute die eine Goa besuchen sind äusserst soziale Menschen und sind sich der Gefahr im Umgang mit Drogen durchaus bewusst. Wenn man an solchen Partys denn Kopf in denn Händen vergräbt um neue Kraft zu tanken dauerts nicht lange bis der erste Wildfremde kommt und fragt ob alles in Ordnung ist. Das wäre an jeder "normalen" Party so guet wie unmöglich. Mir persönlich sind die sozialen Goa-Drögler um Welten lieber als diese abgestumpften Alkis an denn normalen Partys! Ausserdem verstehe ich dieses Theater nicht. An jeder anderen Party wird genau so Drogen konsumiert!

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  • Mr. Psychedelic am 26.05.2017 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trotzdem wird nichts geändert

    Wäre es eben nicht gerade aus Gründen wie des fehlendenden Verbraucherschutzes und des erst recht nicht vorhandenen Jugendschutzes an der Zeit, einen anderen Weg in de Drogenpolitik einzuschlagen? Damit meine ich nicht einen Weg, welcher auf Repression, Angstmacherei und Unwahrheiten aufbaut, sondern auf Prävention, Drug-Checkin sowie sicheres Aufklären mit anständigen Fakten? Ich bin davon überzeugt, dass wir mit einer menschlichen Drogenpolitik die meisten und grössten Probleme im Bereich des Suchtwesens in ein paar Jahrzehnten gelöst hätten.

  • Lexx Luthor am 26.05.2017 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Krass, ich hätte niemals gedacht, dass an Goa-Partys z.B. Extasy konsumiert wird.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alter Goaner am 26.05.2017 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdige Entwicklung

    Schon vor 20 Jahren haben wir Goa,s gefeiert! Allerdings mit mehr Anstand und Respekt und der Natur wurde auch mehr Sorge getragen! Die letzte Jahre war ich auch öfters auf Goaparty,s was ich allerdings sah hat mich mehr erschreckt als erfreut. Bei vielen stand einzig und allein der Drogenkonsum im Vordergrund. Viele Besucher hatten zu viel erwischt brauchten Hilfe. Für manche ist das "Normal und gehört dazu" so waren die Antworten oft wenn man nachfragte ob alles ok ist! Ich habe aufgehört an Goa,s zu gehen ich liebte die Musik jetzt geht alles nur noch um Drogen........leider.

  • ex goanerin am 26.05.2017 18:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum?

    Ich selber war jahrelang jedes Wochenende an Goapartys. Konsumiert wurde dort dermassen viel und auch ich konsumierte jedes Wochenende alles mögliche. Irgendwanm begann ich auch unter der Woche Drogen zu konsumieren. ( Speed) Nach einer gewissen Zeit musste ich mich neu orientieren und habe mit sämtlichen Drogen aufgehört. Das war vor 8 Jahren und nun habe ich eine Familoe mit 2 kleinen Kinder. Wenn ich zurückdenke, kann ich mein damaliges Verhalten nicht erklären und möchte niemehr in diesen Sumpf zurück. Alles nur Schall und Rauch!

    • Ex Goaner am 26.05.2017 20:11 Report Diesen Beitrag melden

      Vernunft hat gesiegt!

      Das Einzige Vernünftige! wenn einem Bewusst wird was die Leute anstellen wie sie ihren eigenen Körper zerstören, sollten die meisten um Denken. Leider merken die Leute oft zu spät in welche Negative Richtung sie sich Entwickelt haben! Goaner gehören leider zu den Unvernünftigsten Menschen, der eigene Körper wird Zerstört und oft muss auch die Natur darunter Leiden. Das schlimme in den letzen Jahren ist es nicht besser geworden sondern nur viel schlimmer.....

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  • Drogenkind am 26.05.2017 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vergleich?

    Mich würden hierzu einmal die Statistiken der Sanitäter interessieren, verglichen mit denjenigen eines Openair St. Gallen... Letzteres schneidet bestimmt um einiges schlechter ab.

  • S.B. am 26.05.2017 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    :-)

    Was?! An Goas werden Drogen konsumiert?! Ganz neue Info...

  • Jessy am 26.05.2017 09:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    man kann feiern aber...

    goa kann man mit -go on amphetaminen- gleichsetzten. chemische und synthetische drogen brauchts, weil kein nüchterner oder nur alkoholisierter dies anhören und dem beat überhaupt tänzerisch folgen kann. cannabis wird da lediglich als ausnüchterungsdroge sonntags genutzt, sonst kommen sie von den trips nicht runter. so oder so, jedem das seine, was komsumiert wird. seine kollegen liegen lassen oder sich nicht um sie kümmern, ist schlimmer als jede droge und müsste bestraft werden