Nach über 200 Jahren

17. März 2017 11:07; Akt: 17.03.2017 11:07 Print

Der Wolf ist in den Thurgau zurückgekehrt

Nun ist es sicher: Der Wolf ist in den Thurgau zurückgekehrt. Dies zeigen DNA-Untersuchungen. Offen ist, ob sich der Wolf noch in der Region aufhält.

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Nach Schafsrissen in Hohentannen und Uesslingen Anfang März wurden entsprechende DNA-Proben untersucht. Nach mehr als 200 Jahren Abwesenheit sei der Wolf in das ehemalige Verbreitungsgebiet im Thurgau zurückgekehrt, teilte die kantonale Jagd- und Fischereiverwaltung am Freitag mit. Nach den Wolfsrissen müsse jederzeit wieder mit dem Auftreten von Wölfen gerechnet werden.

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Es war kein Hund

Anfang März waren auf zwei Schafweiden in Hohentannen bei Bischofszell mehrere Tiere von einem Raubtier gerissen worden. Wenige Tage später schlug in Uesslingen bei Frauenfeld erneut ein Raubtier zu: Ein Schaf wurde dort gerissen, drei weitere verletzt. Die Spuren deuteten auf einen Wolf oder einen grossen Hund hin.

Nun ist klar, dass es ein Wolf war. Unklar ist, ob er sich noch im Thurgau aufhält. Seit dem 3. März gab es dafür keine konkreten Hinweise mehr, wie der Kanton schreibt. Der Wolf könnte auch nur durch den Kanton gewandert sein und sich zurzeit an einem anderen Ort aufhalten.

Herkunft des Wolfes noch unklar

Weitere DNA-Analysen sollen zeigen, ob der «Thurgauer» Wolf auch an anderen Orten in der Schweiz nachgewiesen wurde oder ob es sich um ein bisher unbekanntes Tier handelt. Es ist bekannt, dass Wölfe in einer Nacht Dutzende Kilometer zurücklegen können. Im Frühling wandern jeweils vor allem junge Männchen aus ihren Rudeln ab, um eigene Territorien zu suchen.

Vor dem jüngsten Auftreten des Wolfs waren im Thurgau während über 200 Jahren keine Wölfe mehr beobachtet worden. Letztmals hatte es im Jahr 1800 in der Region Stammheim-Nussbaumen Hinweise auf Wölfe gegeben.

(sda)