Mann verletzt

17. September 2017 16:34; Akt: 17.09.2017 16:59 Print

Duftspray im Auto – Zigarette löst Explosion aus

Mit einem Geruchskiller hat ein 33-Jähriger in St. Margrethen das Innere seines Auto eingesprayt. Die Zigarette danach wurde ihm zum Verhängnis.

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Explosiver Spray: Das Innere des Autos nach der Verpuffung. (Bild: Kapo St. Gallen)

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Ein 33-jähriger Mann hat sich am Freitag bei einer Verpuffung in seinem Auto Verbrennungen im Gesicht und an der Brust zugezogen. Er hatte sich im falschen Moment eine Zigarette angezündet.

Der Lenker hatte in seinem Auto einen geruchsneutralisierenden Spray versprüht, wie die St. Galler Polizei mitteilte. Danach zündete er eigenen Aussagen zufolge eine Zigarette an, was zur Verpuffung im Wageninnern und zu den Verletzungen des Mannes führte.

Die Wucht der Verpuffung drückte die hinteren Autotüren leicht nach aussen. Der Mann wurde bis zum Eintreffen des Notarztes und des Ambulanzteams von Passanten betreut. Die Rega flog ihn in eine spezialisierte Klinik.

Wie nach einem Bombenanschlag

Die Explosion von St. Margrethen ist kein Einzelfall. Ein besonders drastischer Vorfall ereignete sich im Juni 2016, als es in einem Frankfurter Café zu einer Explosion kam, bei der vier Passanten teils schwer verletzt wurden.

Eine Mitarbeiterin hatte in einem Nebenraum des Cafés einen Kühlschrank gereinigt und dabei einen Raumduftspray verwendet. Gemäss den Ermittlungen der Polizei muss sich das Gasgemisch durch den anspringenden Kühlschrankmotor entzündet haben. Rund um das Café sah es danach aus wie nach einem Bombenanschlag.

Laut einem Feuerwehrsprecher enthalten die meisten Spraydosen so genanntes Flüssiggas oder Aerosol als Treibmittel. Das sei zwar klimafreundlich, dafür aber hochentzündlich. «Sammelt sich das brennbare Treibgas dann in der Luft in einer entsprechenden Konzentration an, bildet es mit dem vorhandenen Sauerstoff eine explosionsfähige Atmosphäre», so der Sprecher. «Schon ein kleiner Funke reicht dann aus, um eine schlagartig auftretende Druckwelle auszulösen.» Es genüge aber auch schon das Drücken des Lichtschalters.

Gut lüften

Eine Erfahrung, die ein 17-Jähriger aus Duisburg machen musste: Der junge Mann wollte den VW, den sein Bruder einem starken Raucher abgekauft hatte, reinigen. Auch er verwendete Geruchskiller. Als er die Beifahrertür öffnete und die Beleuchtung im Auto anging, explodierte das Gasgemisch, das Glasdach wurde weggesprengt. Der 17-Jährige kam mit schweren Verbrennungen ins Spital.

Fachleute raten,Sprays grundsätzlich nur in gut belüfteten, offenen Räumen oder im Freien zu verwenden und niemals in der Nähe eines offenen Feuers oder brennender Kerzen. Auch dürfen die Dosen nicht erhitzt werden.

(nag/eli/sda)