Toggenburg

18. Mai 2017 05:48; Akt: 18.05.2017 05:48 Print

Fahrgäste schwitzen im Postauto

Rolf Cueni hat genug. Er und seine beiden Hunde leiden unter der Hitze in den Toggenburger Postautos. 20 Minuten konfrontierte die Verantwortlichen.

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«Wenn ich die Fahrer höflich frage, ob sie die Lüftung einstellen können, reagieren sie gleich schroff.» Für Rolf Cueni (54) aus Unterwasser im Toggenburg ging es in letzter Zeit heiss zu und her in den Postautos des Obertoggenburg. «Ich war die letzten zwei Tage in sechs verschiedenen Postautos unterwegs und in keinem einzigen brachte die Lüftung eine Abkühlung», schimpft er. «Die Gäste hocken mit hochroten Köpfen da und schwitzen, sagen aber nichts», so Cueni. Dann müsse er das eben machen.

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Cueni habe sich bereits mit den Chauffeuren und der Postauto AG in Verbindung gesetzt, das Problem bestehe nämlich seit Wochen. «Mich regt vor allem auf, dass ich keine Antwort bekomme. Alle sagen ‹Ja, wir schauen mal›, passiert ist aber nichts», so Cueni. Unter der Situation würden auch seine beiden Hunde Aron und Cupeli leiden. «Die haben noch heisser als ich und die anderen Fahrgäste», sagt er. Für die beiden Hunde habe er für 805 Franken ein Hunde-GA gekauft. «Für diesen Preis könnte man sich schon etwas mehr Platz und besseren Service wünschen», findet Cueni.

Postauto AG nimmt den Vorfall ernst

Katharina Merkle, Mediensprecherin der Postauto AG, findet den Vorfall unschön. «Unsere Fahrer und Fahrerinnen sind freundlich zu den Fahrgästen. Das ist sehr wichtig, denn diese sollen sich wohlfühlen im Postauto. Jeder erwischt aber mal einen schlechten Tag», sagt sie. Tatsächlich sei in den letzten beiden Tagen eine Lüftung in einem Postauto defekt gewesen.

«Diese wurde in der Zwischenzeit repariert. Der Kunde hat also richtig reagiert, als er sich beim Fahrer meldete», so Merkle. Für sie ist der Vorfall allerdings ungewöhnlich. «Bei der Wartung der Postautos gibt es strenge Vorschriften und standardisierte Abläufe, da wird nichts dem Zufall überlassen», sagt Merkle. Sicherheit und auch der Unterhalt der Fahrzeuge werde bei der Postauto AG gross geschrieben.

Alle drei Monate werden die Postautos geprüft

Für den Unterhalt der Postautos ist Andreas Geisser von der Altherr Nutzfahrzeug AG in Nesslau zuständig. Ihm sind keine defekten Lüftungen in den Postautos im Obertoggenburg bekannt. «Im März wurden sie das letzte Mal überprüft und da war alles in Ordnung», sagt er. Grundsätzlich würden die Postautos alle drei Monate oder nach 60'000 Kilometern überprüft.«Dann werden das Öl und die Filter der Lüftungen gewechselt, die sind meistens dreckig, allerdings nicht kaputt», so Geisser.

Bezüglich den Lüftungen erklärt Merkle: «In den Fahrzeugen sind Klimaautomaten eingebaut, die jahreszeitenunabhängig auf die Innentemperatur reagieren.» Laut Andreas Geisser könnte hier das Problem liegen, besonders in der Übergangszeit:«Am Morgen ist es noch sehr kühl, da wird raufgeheizt», erklärt er. «Dann am Mittag steigt die Temperatur rapide und die Lüftung muss wieder runterkühlen. Das braucht seine Zeit.»

(air)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bella Sole am 18.05.2017 06:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2 heisse Tage

    Seit Wochen??? Vor 3 Wochen hat es noch geschneit, richtig heiss war es nur die letzten 2 Tage. Also bitte...

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  • Toggenburger am 18.05.2017 06:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Energiewende beginnt im Kopf

    Wir reden alle vom Energiesparen, wann beginnen wir endlich uns auch so zu verhalten? Ich wohne selbst in Toggenburg, wer hier zu heiß hat der hat andere Probleme!

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  • Meine Güte am 18.05.2017 06:34 Report Diesen Beitrag melden

    Oh Nein!!!

    Oh Gott, Klima kaputt.... Hätte es vor 30 Jahren nie gegeben.... eine Klima.... Sonst noch Probleme im Leben?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Frau am 18.05.2017 11:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verständnis

    Trotz all den vielen negativen Kommentaren, ich verstehe diesen Fahrgast. Wenn ich mein Auto bei einer Temperatur von 20 Grad auf dem Parkplatz stehen lasse, ist es nach kurzer Zeit sehr unangenehm. Ich stelle dann die Klimaanlage an, oder fahre mit geöffneten Fenstern. Bei einem Postauto, dass wahrscheinlich Stundenlang der Sonne ausgesetzt ist, zudem noch Menschen die manchmal ziemlich transpirieren mitfahren.... Ja, mir wurde es auch schon schlecht!

  • eine Leserin am 18.05.2017 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts neues.

    Die machen das sehr oft extra denn die Büsse haben ne gute Klima aber die Chauffeure denke sie seien Könige im Land, passiert in Zürich sehr oft und hat System..

  • Nina am 18.05.2017 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vielen wissen gar nicht.....

    .......wie ein klimacenter funktioniert, geben aber immer dem Chauffeur die Schuld. Je mehr Möglichkeiten wir haben um so verwöhnter und unflexlibler werden wir.

  • Littelstone am 18.05.2017 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Charakter

    Es sollte verboten sein mit Hunden das Postauto zu benützen. Sie stinken erbärmlich , vor allem wenn es warm ist. Auch schnuppern sie jeden Fahrgast aus und benützen dann noch den ganzen Austieg für sich , sodass man über die Hunde steigen muss. Die Halter haben dazu nur ein blödes Grinsen. Von mir aus kann es 50 Grad warm sein, wenn Hunde befördert werden.

  • Peter Geissmann am 18.05.2017 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Problem: CHF 805.--

    Das Problem sind die CHF 805.-- für das Hunde GA. Der Mensch ist fähig, einen Frust, hier auf die CHF 805 bezogen, an einem "fremden Ding" auszuagieren. Das fremde Ding ist hier die funktionierende Lüftungsanlage. Auch ein hächelnder Hund ist nicht mit einem leidenden Hund zu verwechselnden.

    • Chop Suey am 18.05.2017 11:18 Report Diesen Beitrag melden

      Qualität nicht Quantität

      Der springende Punkt ist doch der, dass die öffentlichen Dienstleistungen qualitativ abnehmen, während die Preise es nicht tun. Abgesehen davon, unbegründet(!) unfreundlichen ja sogar frechen Post- und Buschauffeuren bin ich selber schon begegnet. Die bezahlt die Öffentlichkeit ja auch oder hängt die Qualität der Dienstleistungen schlussendlich nur von der Qualität des Personals ab???

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