Olympische Winterspiele

29. November 2012 17:56; Akt: 29.11.2012 17:57 Print

Fast die Hälfte der Bündner sagt Nein

Kurz vor der Abstimmung über eine Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2022 sind die Meinungen in Graubünden geteilt. Befürworter und Gegner der Spiele halten sich die Waage.

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Bundesrat Ueli Maurer weibelte im Mai 2012 an einer Pressekonferenz in Ittingen, BE für die Olympiakandidatur «Graubünden 2022». (Bild: Keystone)

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43 Prozent der Bündnerinnen und Bündner sind für Olympische Winterspiele, genauso viele dagegen. Weder für noch gegen die Grossveranstaltung sind 14 Prozent. Zu diesen Schlüssen kommt eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage bei 1000 zufällig ausgesuchten, wahlberechtigten Personen in Graubünden.

Die repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Demoscope wurde im Auftrag des «Regionaljournals Graubünden» von Schweizer Radio DRS, von Radiotelevisiun Svizra Rumantscha und der Zeitung «Die Südostschweiz» durchgeführt.

Diskrepanz zwischen Davos und St. Moritz

Angetan von Olympischen Winterspielen sind junge Erwachsene zwischen 18 und 34 Jahren mit einem Ja-Anteil von 55 Prozent. Mit zunehmendem Alter erlahmt die Begeisterung.

Überraschend ist das deutliche Nein zur einer Kandidatur in der Talschaft Prättigau mit dem Austragungsort Klosters und in Davos, wo ein olympisches Dorf zu stehen käme. 52 Prozent der Befragten aus dieser Region lehnen die Spiele ab, nur 35 Prozent befürworten sie.

Genau umgekehrt ist das Ergebnis im Engadin ausgefallen, das mit St. Moritz die Host-City der Spiele stellen soll. 52 Prozent sprachen sich für die Olympische Spiele aus, 37 Prozent dagegen. Feuer und Flamme für das Projekt sind die vier italienischsprachigen Südtäler, wo die Zustimmung bei 57 Prozent lag.

Wirtschaft dominiert

Die Wirtschaft dominiert Fragen im Zusammenhang mit Hoffnungen und Ängsten. Viele Befragte versprechen sich von Olympischen Winterspielen eine positive Werbung für den Kanton (44 Prozent) und Impulse für Wirtschaft und Tourismus (39 Prozent).

Gleichzeitig befürchten 51 Prozent, dass Olympische Winterspiele zu teuer seien. Für 32 Prozent sind die Umweltbelastung und eine fehlende Nachhaltigkeit Argumente gegen das Projekt. Für 21 Prozent der Befragten sind solche Spiele schlicht eine Schuhnummer zu gross für Graubünden.

Erstaunlich ist laut Studienleiter Werner Reimann, dass viele Stimmberechtigte ihre Meinung zu den Spielen drei Monate vor der entscheidenden kantonalen Abstimmung in Graubünden schon gemacht haben.

1980 ein wuchtiges Nein

Ein positiveres Bild vermittelte eine Ende Oktober publizierte nationale Meinungserhebung. Bei der Befragung von 1033 Personen durch Isopublic im Auftrag des «SonntagsBlicks» resultierte eine Zustimmung zu den Olympischen Winterspielen 2022 von 54,6 Prozent.

Die kantonale Abstimmung zur Kardinalsfrage, ob die Kandidatur vorangetrieben werden soll, findet am 3. März 2013 statt, fast auf den Tag genau 33 Jahre nach der letzten Bündner Olympia-Abstimmung.

Damals, am 2. März 1980, wurde eine mögliche Kandidatur an der Urne zu Grabe getragen. 77 Prozent der Stimmberechtigten bodigten die Defizitgarantie für Olympische Winterspiele 1988 in Graubünden. Bisher wurden die Spiele zweimal in der Schweiz veranstaltet, 1928 und 1948 jeweils in St. Moritz.

(sda)

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