Bischofszell TG

28. Februar 2018 05:48; Akt: 28.02.2018 05:48 Print

Kälte reisst Fledermäuse aus dem Winterschlaf

Die Kälte setzt den Fledermäusen zu. Viele kämpfen ums Überleben. In der Notpflegestation werden sie wieder aufgepäppelt.

In der Notpflegestelle für Fledermäuse in Bischofszell werden die Tiere von Franziska Heeb gefüttert und aufgepäppelt. (Video: lad)
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«Wegen der enormen Kälte erwachen derzeit viele Fledermäuse aus dem Winterschlaf», sagt Franziska Heeb, Leiterin der Thurgauerischen Koordinationsstelle für Fledermausschutz, am Dienstag gegenüber 20 Minuten. Dies geschehe, wenn die Temperatur in ihrem Winterquartier – hohle Baumstämme, Scheiterhäufen oder Hausbalken – unter die erforderlichen fünf bis sieben Grad sinkt. «Dann kommen sie heraus und werden von der Kälte regelrecht erschlagen», so Heeb.

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In der Folge müssten die Fledermäuse ihre Körpertemperatur von zwei auf circa 41 Grad erhöhen und ihren Herzschlag von zirka drei auf rund 1000 Schläge pro Minute, was für die Tiere einen enormen Energieverlust bedeute. Heeb: «Um dies zu kompensieren, müsste eine Fledermaus theoretisch eine Woche lang jagen.» Im Winter bestehe dafür jedoch keine Möglichkeit. Also würden die Tiere versuchen, auf die Schnelle ein neues Versteck zu finden um den Winterschlaf fortzusetzen. «Vor allem Jungtiere des letzten Sommers scheitern daran und bleiben halbtot auf dem Boden liegen», erklärt die Fledermaus-Expertin.

Fledermäuse werden von Kälte erschlagen

Aussergewöhnlicher Winter

Derzeit würden vermehrt Fledermäuse bei Heeb in der Notpflegestation in Bischofszell landen und sie rechnet mit weiteren Tieren. «Der Winter ist normalerweise eine ruhige Zeit, in der die Fledermäuse nicht aus ihrem Winterschlaf gerissen werden», sagt Heeb.

Bei ihr werden die Tiere dann zwei, drei Tage lang gefüttert. «Dann schicke ich sie in einem Raum bei geeigneter Temperatur und richtiger Luftfeuchtigkeit für einen Monat zurück in den Winterschlaf», so Heeb. Die Tiere blieben dann so lange in der Notpflegestation bis die Temperaturen es zulassen, sie in die Freiheit zu entlassen: «Meist ist das Ende März, dann bringen wir sie in die Nähe ihres Fundorts zurück.»

Warmer Januar

Wie die «Thurgauer Zeitung» schreibt, hat auch die aussergewöhnlich warme Zeit im Januar den Winterschlaf der Fledermäuse durcheinander gebracht. Ein Teil der Tiere sei da wach geworden und habe sich auf die Suche nach Wasser begeben. Wegen der warmen Temperaturen hätten sie sich danach kein neues Versteck mehr gesucht und seien dann vom Temperatursturz überrascht worden.

«Jedes Tier, das gerettet werden kann, zählt», sagt Heeb. Die Fledermauspopulation ist in der Schweiz rückläufig, viele Arten sind gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. Findet man eine Fledermaus, sollte man sie nicht mit blossen Händen anfassen: «Fledermäuse haben ein Raubtiergebiss und können Krankheiten übertragen.» Über das Nottelefon unter der Nummer 077 406 50 84 kann die Notpflegestation kontaktiert werden.

(lad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kuulerboi am 28.02.2018 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Zum Glück gibt es Leute, die sich um die Tiere kümmern.

  • LexyL am 28.02.2018 06:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super!

    Danke für Ihren Einsatz Franziska!

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  • Jayjax am 28.02.2018 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlaf

    Ich geh auch in den Winterschlaf. Kann ja bei diesen Temperaturen kaum aufstehen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Susanne Veragut am 01.03.2018 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Naturschützer

    Mich beunruhigt ihre Frisur um einiges mehr als das aussterben der Fledermäuse!

  • Cleo am 28.02.2018 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auffangstation

    Herzlichen Dank für Ihren Einsatz.

  • Bat am 28.02.2018 14:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu spät

    Bei uns lag leider eine tote Fledermaus auf der Terrasse

  • franz am 28.02.2018 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    ¨sein lassen

    kei problem die machen wieder Junge und bevölkern user Fenster !man muss nicht alles Retten!die NAtur macht das schon !in guten JAhren viele Nachkommen in schlechten weniger

  • Blerim Blero am 28.02.2018 10:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Süss

    Diese Armen süssen Fledermäuse.

    • Röschu am 28.02.2018 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Blerim Blero

      Das problem ist nicht die kälte, dann wären sie längst ausgestorben. Das problem liegt bei den zu warmen tagen im winter. Temperaturen bis minus 10 grad im flachland war früher standart. Der pfäffikersee war alle 4 jahre begebar, jetz ist es im 10 jahres schritt, wenn überhaupt. Die winter sind zu warm geworden und die fledermäuse haben sich demensprechend angepasst. Jetz können sie den kalten tagen nicht mehr trotzen!

    • Blerim Blero am 28.02.2018 10:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Röschu

      Krass.

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