Dettighofen TG

29. Mai 2018 07:00; Akt: 29.05.2018 12:43 Print

Falsche Tierliebe kostet Fuchsmutter das Leben

Ein zutraulicher Fuchs wurde zum Liebling von Dettighofen TG. Die Zuneigung der Anwohner war für das Muttertier ein Todesurteil.

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Füchse können gefährliche Krankheiten verbreiten. (Symbolbild) (Bild: Karl-Heinz Jäger/ Kanton Graubünden)

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Seit Anfang Mai fehlt den Anwohnern in Dettighofen bei Pfyn TG ein flauschiger Freund. Eine Fähe, also ein weiblicher Fuchs, durfte sich dort an manchen Orten sogar in der Stube umschauen, wie die «Thurgauer Zeitung» schreibt. Anwohner hatten das Tier heimlich gefüttert. Das Tier verlor jegliche Scheu und drang am helllichten Tag in Hühnerhöfe ein. Mehrere Hühner und Hasen verloren so das Leben.

«Man muss Füchse aus Wohngebiet vertreiben»

Letzten Endes bezahlte die Füchsin ihre Zutraulichkeit mit dem Leben. «Beim zweiten oder dritten Hühnerhof sperrte der Besitzer den Fuchs ein und rief den Jagdaufseher», sagte Jacqueline Müller, Pfyner Gemeindepräsidentin, im Gespräch mit 20 Minuten. Diesem sei nichts anderes übrig geblieben als das Tier abzuschiessen. Für die Jungen werde gesorgt.

«Mir ist klar, dass vom 1. März bis zum 15. Juni Schonzeit ist», sagt Müller. Dennoch gebe es immer wieder Fälle, in denen es unumgänglich sei, einen Fuchs zu erlegen. «Beispielsweise wenn sich Personen bedroht fühlen oder der Fuchs, wie in diesem Fall, ein gestörtes Sozialverhalten zeigt und sogar in Wohnungen eindringt.» Die Anwohner, die das Wildtier gefüttert haben, hätten ihm schlussendlich einen Bärendienst erwiesen. «Wer einen Fuchs im Wohngebiet sieht, sollte ihn vertreiben», sagt sie.

Krankheiten sind für Menschen tödlich

Auch im Kanton St. Gallen ist die Problematik bekannt: «Es kommt immer wieder vor, dass die Tiere absichtlich von Anwohnern gefüttert werden», sagt Silvan Eugster, Wildhüter im Kanton St. Gallen. Dies geschehe aber auch unbewusst, etwa durch den Kompost oder eine Katzenschale, die draussen stehen gelassen wird. So gewöhne sich das Tier an den Menschen und komme immer wieder zurück. In der Schonzeit habe man allerdings noch keine Füchse erlegen müssen, die sich in den Quartieren aufhielten.

Laut Eugster ist der Fuchs in Siedlungsnähe nicht ungefährlich. Haustiere könnten sich mit Krankheiten anstecken. Und: «Im schlimmsten Fall kann sich Fuchsbandwurm auf den Menschen übertragen», erklärt Eugster. Eine Krankheit, die nicht zu unterschätzen ist: «Sie kann tödlich enden.» Daher ist Eugster ein Befürworter der intensiven Fuchsjagd: «Sonst vermehren sich die Tiere schnell und Krankheiten können sich leichter verbreiten.»

(viv)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Placido Green am 29.05.2018 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Dummheit Leben kostet

    Unfassbar wie leichtfertig sich von der Natur entfremdete Menschen mit Wildtieren anfreunden, und sie vermenschlichen und verherzigen. Das Resultat sind Notabschüsse innerhalb der Schonzeiten. Die Tierschutzhölle ist gepflastert mit guten Absichten, aber gut gemeint ist eben nicht gut. Informiert Euch beim Jäger, wie ihr mit Wildtieren umzugehen habt.

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  • ingelee am 29.05.2018 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    Das arme Tier

    Eine Schande. Das arme Tier. Ein Fuchs hat in einem Wohnzimmer ja wohl nicht nichts, sondern gar nichts verloren. ich frage mich, was die Leute sich dabei überlegt haben.

  • manu am 29.05.2018 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Tierliebe !

    Wenn mann auch Wildtiere liebt, genau denn , sollte man auf keinen fall jeglicher Art von Wildtieren füttern

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Amadiesli vo bärn am 30.05.2018 21:50 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht

    Bitte die jäger auch nicht füttern, die sind unnötig

  • Marc Beaver am 30.05.2018 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...armer Fuchs...

    Wie kann man nur so naiv sein und einen Fuchs füttern? Es ist ja bekannt, dass dies wilde Tiere sind, die einem Instinkt folgen. Und einen Instinkt, kann man nicht "wegfüttern". Zu der "Achderarmefuchsfraktion": Ihr seid die Ersten die losjammern würdet, sollte so ein armer Fuchs Euren Waldi, die Mitzi oder den Hasi schnappen und zerreissen.

    • Neo am 30.05.2018 22:00 Report Diesen Beitrag melden

      Relativ

      Lieber ein fuchs der meine katze holt als ein autofahrer der sie überfährt.

    • silvio meier am 19.06.2018 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Neo

      Eine gesunde Katze zeigt dem Fuchs den Meister.

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  • Lukas Bleiker am 30.05.2018 03:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Füchse

    Ein Fuchs muss tun, was ein Fuchs tun muss.

  • Heidi Kübler am 30.05.2018 01:50 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Schade um den schönen Fuchs. Ich liebe Füchse, sie sind sehr anmutige Tiere. Der Mann hat eindeutig gegen das Gesetz verstoßen. Wenn Schonzeit ist gibt es nichts zu diskutieren, der Mann hat falsch gehandelt

    • Marc Beaver am 30.05.2018 10:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heidi Kübler

      ...ich denke eher die Leute, die die Füchsin gefüttert hatten, haben falsch gehandelt...

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  • Albert am 29.05.2018 22:33 Report Diesen Beitrag melden

    Füchse

    wieso gibt es Gesetze schon zeit ist Schonzeit wieso erlegt mann dann Füchse. dieser Fuchs könnte noch leben. die Aussage denn jungen schauen wir dann schon krass