St. Gallen

08. März 2018 18:04; Akt: 08.03.2018 18:21 Print

Für tot erklärter Professor taucht plötzlich wieder auf

An seinem angeblichen Todestag tauchte ein St. Galler Professor in seiner Heimatstadt auf. Kurz zuvor hatten Unbekannte eine Todesanzeige aufgegeben.

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Eine mysteriöse Traueranzeige gibt derzeit im norddeutschen Stralsund Rätsel auf: Dort wurde M. S.* unlängst für tot erklärt. Der im Internet veröffentlichte Nachruf gibt als Todesdatum den 28. Februar 2018 an. Ausgerechnet an diesem Tag wurde der in Deutschland arbeitende S. jedoch in seiner Heimat St. Gallen gesehen. Das berichten deutsche Medien.

Der 54-jährige Akademiker galt zuvor in der Öffentlichkeit als unauffindbar. Bekannte meldeten sein Verschwinden der Polizei.
Wer die Todesanzeige verfasst hat, bleibt im Dunkeln. Zwar war die Anzeige vom Rektorat einer norddeutschen Hochschule unterzeichnet, wo S. bis vor kurzem tätig war. Das fragliche Rektorat versicherte am Mittwoch jedoch, die Traueranzeige stamme nicht von der Hochschule. Auch weitere als Unterzeichnende erwähnte Professoren wiesen jede Beteiligung von sich, heisst es in der «Ostsee Zeitung».

Streit mit der Universität

Das Rätselraten ging weiter. Ebenso wurde bekannt, dass der Vermisste mit dem Rektorat in einen Zwist verwickelt war. Offenbar ging es dabei unter anderem um ein Zutrittsverbot für den Campus, das im Januar gegen S. verhängt wurde. Am Mittwoch vermeldete die Universität, wegen der ominösen Todesmeldung Anzeige gegen Unbekannt erstattet zu haben. Dies bestätigte am Donnerstag eine Polizeisprecherin gegenüber 20 Minuten.

Staatsanwalt ermittelt

Ebenfalls am Donnerstag versuchte 20 Minuten, S. über seinen Schweizer Telefonanschluss zu erreichen. Angehörige gaben schliesslich Entwarnung: «Er lebt und es geht ihm gut.» Weitere Auskünfte wollten sie nicht erteilen. Auch die Stadtpolizei St. Gallen bestätigt, dass S. wohlauf ist. Man habe aufgrund von Hinweisen deutscher Kollegen Nachforschungen angestellt, so Mediensprecher Roman Kohler auf Anfrage. «Die fragliche Person hat sich dann selber bei uns gemeldet.» Sowohl Kohler als auch die deutsche Polizeisprecherin halten fest, dass für S. zu keinem Zeitpunkt eine Vermisstenanzeige vorlag.

Zurzeit deutet vieles darauf hin, dass S. Opfer eines bösen Streichs wurde. Die zuständige Staatsanwaltschaft in Deutschland ermittelt.

*Name der Redaktion bekannt

(tso)