Ermittler-Frust

26. November 2014 06:22; Akt: 26.11.2014 09:44 Print

Geklaute Velos – Diebe bekamen auch noch Geld

von Jeroen Heijers - Die Justiz liess zwei Rumänen, die mit einem Transporter voller geklauter Velos an der Grenze gefasst wurden, wieder laufen. Mehr noch: Die Männer bekamen 200 Franken Genugtuung.

storybild

Die vorderen beiden Fahrräder im oberen Bereich des Fahrzeugs gehören Leser-Reporter Marcel F.* (Bild: Grenzwachtkorps TI)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ende Juni stoppten Grenzwächter in Diepoldsau SG einen Transporter aus Bulgarien, der insgesamt 17 geklaute Velos geladen hatte. Die beiden Insassen des Fahrzeuges – Rumänen im Alter von 35 und 59 Jahren – konnten bei einer ersten Befragung keine plausiblen Angaben zur Herkunft der mitgeführten Bikes machen. Deshalb wurde schnell klar, dass es sich um Diebesgut handeln musste.

Die Abklärungen der Kantonspolizei St.Gallen ergaben denn auch, dass die Velos zuvor in der Gegend um Winterthur und Bülach ZH gestohlen worden waren. So etwa bei Marcel F.* (28) in Bülach. Auf dem Bild in 20 Minuten erkannte er seine zwei Bikes wieder und erstattete Anzeige.

Alles abgestritten

In der Folge nahm sich die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland des Falles an. Trotz umfangreicher Ermittlungen konnten die beiden Rumänen offenbar nicht mit den Einbruchdiebstählen in Verbindung gebracht werden. «Die beiden Männer stritten konsequent ab, etwas mit den Diebstählen zu tun zu haben», sagt der zuständige Staatsanwalt Philipp Ziegler. «Zudem konnten keine Spuren sichergestellt werden, die auf die beiden Männer als Täter hinwiesen.»

Welche Erklärung die Rumänen für die Tatsache parat hatten, dass sie mit einem Transporter voller gestohlener Velos die Schweiz verlassen wollten, will Ziegler aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.

200 Franken Genugtuung

Tatsache ist: Das Verfahren gegen die beiden Rumänen wurde am 10. November eingestellt. Den Männern wurde darüber hinaus eine Genugtuung für eine Nacht Untersuchungshaft von jeweils 200 Franken zugesprochen. Für Marcel F.* ist dieser Vorgang unbegreiflich: «Aus meiner Sicht ist dies eine absolute Frechheit und ein Fehler in unserem Rechtssystem. Solche Leute müssen doch bestraft werden.» Dennoch will er die Einstellungsverfügung nicht anfechten. Marcel F.:«Ich sehe keine Chance, dass sich dadurch etwas ändern würde.»

* Name geändert

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ping_pong am 26.11.2014 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    na ja

    eigentlich ist da jeder Kommentar überflüssig, das ist halt typisch Schweizer Justiz. Hauptsache den Tätern geht es gut. Und da wundert sich wieder jedermann, dass die Schweiz immer mehr Kriminelle anzieht.

  • Knalltüte am 26.11.2014 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    es sollte doch

    inzwischen allen klar sein, dass in der CH in erster Linie die Täter geschützt werden...

  • Juergen J am 26.11.2014 07:27 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich!

    Da kann man einfach nur noch den Kopf schütteln! Das ist echt eine Frechheit!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • jojo am 27.11.2014 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jojo

    aber bei schweizern gilt : unwissenheit schützt vor strafe nicht..

  • Bodo Haudruff am 27.11.2014 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Skandalös....

    ....sind vor allem die tiefen Entschädigungen. Bloss 200 Stutz für eine GANZE Nacht, davon kann ja keiner leben....

    • Chiara am 27.11.2014 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wenn ich..

      in der Schweiz so generös behandelt werde, komme ich ganz sicher wieder.Ausserdem erzähle ich es meinen Landsleuten; die wollen auch ein Stück vom Kuchen.

    einklappen einklappen
  • reinhold gaysowe am 27.11.2014 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    bringen sie alle fakten!

    bringen sie doch mal alle fakten! die beschuldigten haben die fahrräder nicht geklaut, sondern als occasionen gekauft. die diebe und hehler sind andere. man kann den beschuldigten doch nicht einfach eine strafe aufbrummen, wenn es keine beweise gibt, dass sie es waren! wir leben sind hier in einem rechtsstaat.

  • Hans-PeterFuhrer am 26.11.2014 22:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welcome im Paradies!

    Schweiz - alles andere ist Beilage!

  • Hans Joher am 26.11.2014 21:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Mein Velo und meinem Nachbar habe sie au geklaut! Ich bekam es nicht mehr, hingegen mein Nachbar schon, weil sie neu waren! Verrückt!