Winterspiele 2022

04. Dezember 2012 17:06; Akt: 04.12.2012 19:09 Print

Grünes Licht für Olympia-Kandidatur

Nach einer Monster-Debatte hat das Bündner Kantonsparlament sich für eine Olympia-Kandidatur ausgesprochen. Dagegen stimmte nur die SP-Fraktion.

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Gian Gilli, Leiter Spitzensport und Olympische Missionen Swiss Olympic, wirds freuen, dass die Bündner Regierung für eine Kandidatur ist. (Bild: Keystone)

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Eine allfällige Kandidatur Graubündens um die Austragung der Olympischen Winterspiele 2022 hat eine wichtige Hürde genommen. Das Bündner Kantonsparlament hat sich mit grosser Mehrheit für Olympia ausgesprochen.

Die Grossrätinnen und Grossräte beschlossen am Dienstag mit 100 zu 16 Stimmen, dem Bündner Stimmvolk die Einreichung der Kandidatur zu empfehlen. Als Grundlage soll das von der Regierung vorgelegte Konzept dienen.

Die Entscheidung fiel nach einer emotionalen, zehn Stunden dauernden Diskussion, die bereits am Montag begonnen hatte. Gegen eine Kandidatur stimmte allein die SP-Fraktion. Der einzige Parlamentarier der Grünliberalen enthielt sich der Stimme.

Mit vergleichbaren Stimmenverhältnissen bewilligte das Parlament einen Verpflichtungskredit von 8 Millionen für die Kandidatur sowie die Bildung von Reserven von 300 Millionen für die Durchführung der Spiele. Mit den reservierten Geldern sollen die Kosten für Infrastruktur und Sicherheit gedeckt werden.

Keine Defizitgarantie

Das Parlament machte zudem einstimmig klar, dass der Kanton Graubünden in keinem Fall ein Defizit für die operative Durchführung der Winterspiele übernehmen wird. Die Durchführung sei Sache des Bundes, und deshalb trage der Bund auch das Risiko, erklärte Volkswirtschaftsdirektor Hansjörg Trachsel.

Der Bundesrat will eine Defizitgarantie von einer Milliarde Franken übernehmen. Das letzte Wort hat das eidgenössische Parlament. Die Bündner Stimmberechtigten werden über die Kandidatur und die Bildung der Reserven am 3. März an der Urne entscheiden. Noch ist aber unklar, in welcher Form ihnen die Geschäfte vorgelegt werden.

Die vorberatende Kommission will die Reservenbildung einem obligatorischen Referendum unterstellen. Darüber abgestimmt wird im Parlament allerdings erst am Mittwoch. Vorher gilt es, Unsicherheiten über die zulässige Formulierung der Abstimmungsfrage zu klären.

Bürgerliche Hoffnung auf Bundesgelder

Die Begeisterung für Olympische Winterspiele ist bei den bürgerlichen Parteien gross. Kritische Voten gab es aus ihren Reihen kaum, sie sehen nur Vorteile. Dank der Spiele sollen private Investitionen und Bundesgelder nach Graubünden fliessen, von denen der Kanton ansonsten nicht einmal zu träumen wagte.

Nur mit Olympia käme Graubünden wieder auf den Radar des Bundes, hiess es. Mit der Kandidatur würden Verkehrsprojekte aktuell, die beim Bund derzeit nicht einmal vierte Priorität hätten. Ausgebaut werden soll auch die touristische Infrastruktur.

Grosse Hoffnungen setzt man in den erwarteten Werbeeffekt. Die weltweite TV-Ausstrahlung soll Graubünden als Feriendestination bekannter machen und die Bündner Gästebetten über die Spiele hinaus füllen.

Sozialdemokraten: «Russisches Roulette»

Kein Verständnis für die Olympia-Euphorie der Bürgerlichen haben die Sozialdemokraten. Sie sind der Meinung, dass die Spiele für Graubünden eine Nummer zu gross sind. Für die Umwelt, die Bevölkerung und die öffentlichen Finanzen würde Olympia eine zu grosse Belastung darstellen, hiess es. Das finanzielle Risiko für den Kanton käme einem russischen Roulette gleich.

Die SP-Fraktion stellte im Parlament den Antrag, die Kandidatur zu verwerfen und die 300 Millionen Franken des Kantons für Strukturprogramme zur Entwicklung des Tourismus, der übrigen Wirtschaft und der Erneuerung der Verkehrsinfrastruktur zu verwenden. Der Antrag wurde mit 100 zu 16 Stimmen abgeschmettert.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Heinz Uhler am 06.12.2012 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Bündner sollen selbst bezahlen

    Due Berggeissen sind doch nicht mehr ganz dicht. Wenn sie das wollen sollen sie es auch bezahlen. Da werden ein paar Private und Hotels noch reicher und der Rest der Schweiz finanziert den Schwachsinn. Skifahren können wir schon lange nicht mehr.

  • Erleichterter Bündner am 05.12.2012 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Danke Kantonsrat

    Super, das ganze richtig weltmännisch aufgezogen und die Millionen werden sprudeln.

    • gerry Stauber am 06.12.2012 14:49 Report Diesen Beitrag melden

      Nein Danke Bergler

      Weltmännisch.? Einfach nur gierig und blöd. Hoffe eure Steuern steigen und wir alle fahren nur noch nach Österreich die sind viel netter und nicht so arrogant!

    einklappen einklappen
  • Bergziege am 05.12.2012 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Erst Gripen dann Olympia!

    Weder von den Gripen noch von Olympia haben wir viel. Was wir dafür haben sind eine marode AHV und eine hinkende IV. Überall wird gejammert dass es an Geld fehlt. Dank Mobility Pricing will man den ÖV-Nutzer abzocken. Aber dann für Olympia kandidieren. Unverständlich!

  • Rafael am 05.12.2012 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entscheidet euch

    Immer wollen alle den Sport in der Schweiz fördern, und nun wettern sie dagegen... typisch! Eine tolle Idee von Graubünden, Chapeau!

    • Herr Link am 06.12.2012 10:26 Report Diesen Beitrag melden

      Wahren Probleme

      Bevor der Sport gefördert wird, sollte man schauen dass es den ärmeren im Land besser geht. Danach schauen, dass der Mittelstand nicht ausradiert wird usw...Es gäbe noch viel zu tun, bevor der Sport dran kommt...Oder nicht??

    einklappen einklappen
  • Bündner am 05.12.2012 06:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pro Olympia

    Wir haben Geld schon für dümmere Sachen ausgegeben!

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