Hungriger M13

15. November 2012 18:35; Akt: 15.11.2012 18:38 Print

Hirschkopf zerfetzt und Blutspur hinterlassen

von T. Hirsekorn - Auf seiner Schlemmertour durchs Puschlav macht Braunbär M13 auch vor Ferienhäusern nicht mehr Halt. In einem Maiensäss leerte er die Vorratskammer. Aus Angst will die Gemeinde den Einbrech-Bär los werden.

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Braunbär M13 schlägt sich den Bauch voll. Dabei kommt er dem Menschen immer näher. Vor rund drei Tagen ist er in die Abstellkammer eines Puschlaver Maiensäss eingebrochen und hat eine grosse Unordnung hinterlassen. «Den ausgestopften Hirschkopf hat er zerfetzt, den Holzbrunnen umgekippt und die Scheibe der Türe zur Abstell- und Vorratskammer eingedrückt», bestätigt der Nachbar des Einbruchopfers. Den blechernen Kamin seines Aussengrills habe er ebenfalls abgerissen.

Das Ziel von M13 war klar: «Durch das zertrümmerte Fenster der Türe ist er in den Schopf geklettert und hat sich an den Vorräten gütlich getan, an Kartoffeln und altem Brot», bestätigt der Besitzer Fedele Forer. Kleinere Blutspuren zeugen davon, dass sich M13 an den herumliegenden Scherben geschnitten hat.

«Die Leute haben Angst»

Forer und sein Nachbar sind sich einig: «Es muss etwas geschehen. Der Bär muss weg». Sie seien zwar nicht zwingend für die radikalste Lösung, den Abschuss. «Aber das Tal ist zu eng für den Bären und uns. Er sollte irgendwohin transportiert werden, wo er genügend Platz hat», ist Forer der Meinung.

Alessandro della Vedova, Poschiavos Gemeindepräsident, pflichtet ihnen bei: «Jetzt muss etwas passieren. Es kann nicht sein, dass wir nach den Bienenstöcken und Weiden jetzt auch Maiensässe einzäunen müssen.» Am Freitag treffen sich Vertreter von Bund, Kanton und der Gemeinde zu einer schon lange anberaumten Sitzung in Poschiavo. «Morgen soll definitiv entschieden werden, was mit M13 passiert», fordert della Vedova. Die Bewohner hätten Angst. Viele gingen nicht mehr in den Wald. Und manche würden nicht einmal mehr auf der üblichen Landstrasse spazieren. Das Bärenkonzept «Koexistenz oder Abschuss» hält er für zu radikal. Aber schliesslich sei die derzeitige Taktik, den Bären zu vergrämen auch für M13 unangenehm.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sacha am 15.11.2012 19:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hat Geschmack

    Ist ja bekannt das man im schönen Bündnerland gut essen kann. Viva M13

  • maxim zürrer am 15.11.2012 22:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    winterschlaf?

    macht der wen er genug vörätte angefressen hat keinen winterschlaf? dann könnt man abwarten bis er sich zurückzieht evtl. futter im wald pöatzieren...? abschiessen denke ich wäre zu übertrieben ein völliger schnell schluss....

  • R.Keith am 15.11.2012 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Herr Bär, ein Anruf für Sie !

    Wie tragisch, ein Bär als Einbrecher, hat er Schmuck und Geld gestohlen, oder hat er gar jemanden vergewaltigt ? Nein, er hatte schlicht und einfach nur Hunger, was gibt es da zu kritisieren ! Konzentriert euch auf das Wesentliche in unserem Lande.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andrea S. am 18.11.2012 22:13 Report Diesen Beitrag melden

    Weg mit dem Ferienhaus!

    Das wäre doch ein Lösungsansatz! Denn die süssen Bärchen müssen ja auch irgendwo sein. Nicht nur immer wir egoistischen Menschen (natürlich nicht alle im selben Topf - gibt zum Glück auch andere)!

  • Bärenfreund am 17.11.2012 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Qualität

    Ich finde es sehr schade das man sich überlegen will M13 zu töten! Wir haben hier in der Schweiz wunderschöne Berge dass hat noch Qualität und sicher auch noch Plätze für Bären frei. In Kanada z.b hat es ja sehr viele Bären und irgendwie scheint es ja auch dort zu funktioniern also wieso auch nicht in der Schweiz?! Bären müssen ja um das überleben kämpfen und darum müssen sie ja auch irgendwie zu ihrer Nahrung gelangen!

  • Ruedi AR am 17.11.2012 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Er gehört ebenfalls zu uns.

    M13, was für ein liebevoller Name. Diese Bezeichnung allein zeigt doch schon wie abweisend wir dieses Geschöpf titulieren. Im Zoo hat jedes Tier seinen eigenen Namen, da werden sogar Politiker und Promis zur Taufe eingeladen, die Medien schreiben darüber und jeder ist stolz darauf den "Knut" oder "Goba" zu kennen. M13 aber klingt wie die Bezeichnung eines Medikaments oder einer Autostrasse. Beschämend für uns "Tier- und Naturliebhaber". Lasst doch diesen Bären leben, schützt euer Eigentum mit legalen Mitteln, dann wird es ein Nebeneinander geben. Die Illegalen bei uns sind das grössere Problem

  • Eva Arpagaus am 17.11.2012 02:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hätten wir doch .....

    Wenn der Bär im Graubünden geschossen würde, wäre er dann nicht "Bündnerfleisch" ? Also das Drama. Lasst ihn oder erschiesst ihn. Irgendwann erwischt er einen Menschen. Dann könnt ihr hier wieder darüber debattieren. Hätten wir ihn doch........."

  • resta am 16.11.2012 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Verhalten der Menschen ändern

    Hier in der Schweiz sollte mal zurück gedacht werden und das naturnahe Verhalten gelernt werden. Essen ist nicht im Ferienhaus zu lagern wenn keiner vor Ort ist. Wer geht schon einem gedeckten Tisch vorbei wenn er Hunger hat?!? Der Wunsch nach freilebenden Tieren zu sehen (z.B. Afrika) haben viele, diese aber im eigenen Land dulden und sich entsprechend einschrenken, verhalten - leider nur wenige!

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