Lipperswil TG

06. Juli 2011 22:45; Akt: 06.07.2011 21:49 Print

Keine Demo: Delfinschützer sind sauer

von Marlene Kovacs - Keine Demo beim Freizeitpark Conny-Land: Deutsche Delfinschützer sind empört über die Ablehnung durch die Gemeinde.

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Schon wieder wird schweres Geschütz gegen das Conny-Land aufgefahren. «Die Delfine haben keine Rückzugsmöglichkeiten und sind im Sommer der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt», sagt Andreas Morlok, Geschäftsführer des Projekts ProWal in Radolfzell. Zudem seien schon einige junge Delfine dort gestorben. «Wir fordern, dass das Delfinarium geschlossen wird», so Morlok. Deshalb versuchte die deutsche Organisation, bei der Gemeinde die Bewilligung für eine Demo vor dem Conny-Land zu erhalten. Die Antwort kam prompt: «Wir teilen Ihnen mit, dass solche Demonstrationen in unserer Gemeinde unerwünscht sind», heisst es in einem Mail von Gemeindeammann Adrian König. Für Morlok ein Skandal: «Es kann doch nicht sein, dass unser Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit einfach so beschnitten wird», sagt er. Man werde deshalb mit allen Mitteln um die Kundgebung vor Ort kämpfen.

Doch der Gemeindeammann krebste bereits zurück: «Wenn die Organisation alle notwendigen Angaben für ein Gesuch bringt, werden wir die Angelegenheit prüfen», so König gegenüber 20 Minuten. Der Gemeindeammann hält von den Vorwürfen allerdings weiterhin wenig. «Die Verantwortlichen des Conny-Lands bemühen sich sehr um eine artgerechte Haltung. Den Tieren geht es gut», sagt König.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Trebla am 07.07.2011 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Radolfzell die Eingemeindete

    Es ist unverständlich, dass eine Gemeinde wie Radolfzell aus dem grossen Kanton nicht demonstrieren darf. Es scheint mir wieder einmal werden unsere deutschen Kollegen aufs Ärgste diskriminiert. Wenn man bedenkt, wie viele Schweizer täglich zwecks Demonstration ihrer Kaufkraft vor deutschen Aldi erscheinen und erst nach Stunden wieder die Heimreise antreten. Darum gleiches Recht für alle, lassen wir den Mitbürgern aus Deutschland die gleiche Freiheit. Ab sofort dürfen Deutsche vor der Migros, Coop oder Aldi und Lidl ihre Anliegen öffentlich machen. Denn wer den Wa(h)l hat hat die Qual.

  • Isabel Liniger am 19.07.2011 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Zum nachdenken

    Wenn man sich genauso für die Menschen oder Kinder einsetzen würde wie für die Tiere. Wie viele Kinder werden nicht fair behandelt oder wachsen unter völlig abnormalen Umständen auf. Aber nein man schaut lieber zu erst wie geht es dem Tier...

  • Nicolas Entrup am 22.07.2011 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Delfinhaltung im 21.Jahrhundert

    Die Diskussion über die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Das Wissen über das komplexe Leben dieser intelligenten Meeressäuger nimmt stetig zu, so dokumentierten Wissenschaftler erst vor wenigen Jahren, dass Delfine u.a. auch Werkzeuge nutzen (z.B. Schwämme, die sie um die Schnauzen stlpen, um sich zu schützen, um besser in Bodennähe zu jagen). Eine tier- und artgerechte Haltung kann nicht möglich sein. Wir haben somit aber auch Verantwortung daraus die Konsequenz zu ziehen und Delfinhaltung im 21.Jahrhundert nicht mehr zu tolerieren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rita Stein am 25.07.2011 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    Die Demonstration ins Internet tragen.

    Es braucht keine Demo vor dem Connyland. Wenn genug Leute, die jetzt in den Foren schreiben ihren Unmut direkt bei Connyland platzieren, ist es wohl effektiver. Geht einfach nicht mehr hin!

  • Nicolas Entrup am 22.07.2011 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Delfinhaltung im 21.Jahrhundert

    Die Diskussion über die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Das Wissen über das komplexe Leben dieser intelligenten Meeressäuger nimmt stetig zu, so dokumentierten Wissenschaftler erst vor wenigen Jahren, dass Delfine u.a. auch Werkzeuge nutzen (z.B. Schwämme, die sie um die Schnauzen stlpen, um sich zu schützen, um besser in Bodennähe zu jagen). Eine tier- und artgerechte Haltung kann nicht möglich sein. Wir haben somit aber auch Verantwortung daraus die Konsequenz zu ziehen und Delfinhaltung im 21.Jahrhundert nicht mehr zu tolerieren.

  • Isabel Liniger am 19.07.2011 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Zum nachdenken

    Wenn man sich genauso für die Menschen oder Kinder einsetzen würde wie für die Tiere. Wie viele Kinder werden nicht fair behandelt oder wachsen unter völlig abnormalen Umständen auf. Aber nein man schaut lieber zu erst wie geht es dem Tier...

  • Igni Supersauer am 08.07.2011 00:00 Report Diesen Beitrag melden

    Die dunkle Seite der Medaille

    Ich überwinde mich jetzt doch, ein paar Fakten zu schreiben. "Den Tieren geht es gut" behauptet Herr König, der sich anscheinend wie viele andere auch von dem freundlichen Gesichtsausdruck dieser beliebten Meeressäuger täuschen läßt. Fakt ist jedoch: Ein Delfin wird z.B. nie wieder satt werden, denn alles was er bekommt, sind die Belohnungen für die Tricks, die er einer jubelnden Menge vorführen muss. Die Mägen von Show-Delfinen schrumpfen nämlich in der Regel bis unter die Hälfte der Normalgrösse ihrer in Freiheit lebenden Verwandten. In Extremfällen führt dies zu einer schweren Anorexie. Chlor und das oft verdreckte Wasser schädigen Augen, Haut und Lungen. Durch Stress verursachte Magengeschwüre sind häufig. Fast permanent müssen die Symptome der Gefangenschaft mit starken Medikamenten unterdrückt werden. In südlichen Ländern verbrennen die Tiere regelrecht unter der Sonne in ihren viel zu flachen Becken. Durch Monotonie und Stimulationslosigkeit ausgelöst, verkümmert die Gehirntätigkeit so stark, dass die Delfine nur noch wie Roboter funktionieren. Ihr Denken schaltet sich ab, aus Leben ist pures Leiden geworden. Es sind Fälle bekannt, in denen die Meeressäuger die Atmung einstellen, da sie diese, im Gegensatz zu uns Menschen, bewusst steuern. Mit anderen Worten: sie begehen Selbstmord. Da Nachzuchten sehr schwierig sind, handelt es sich in den meisten Fällen um Wildfänge. Ein Delfin ist in der Natur nicht alleine unterwegs, sondern in einem sozialen Verbund, der Delfinschule. In Japan wird z.B. die ganze Gruppe in eine enge Bucht getrieben, so dass ein Trainer oder Händler geeignete Tiere für die Unterhaltungsindustrie auswählen kann . Der Rest der Gruppe wird dort nicht wieder freigelassen, sondern ertränkt, erstochen und totgeprügelt (s. preisgekrönte Dokumentation "Die Bucht"/"the cove"). Die Todesraten in Delfinarien sind extrem hoch. Da ein Laie aber gewöhnlich nicht in der Lage ist, die einzelnen Tiere zu unterscheiden, wird für einen verendeten Delfin schnell ein Ersatz besorgt, der dann denselben Namen bekommt. So bleiben viele Todesfälle unbemerkt und gelangen nicht erst in die Medien, wie es bei dem plötzlichen Tod von Knut, dem Eisbären, der Fall war.

  • ValiFlo am 07.07.2011 23:13 Report Diesen Beitrag melden

    The Cove -> Die Bucht

    Wichtiger Film zur Meinungsbildung!