Wil SG

10. Januar 2018 17:29; Akt: 10.01.2018 17:35 Print

Kopfgeld nach tödlicher Attacke auf Kater Franklin

Kater Franklin wurde einen Tag vor Silvester mit Feuerwerkskörpern abgeschossen. Nun musste das schwer verletzte Tier eingeschläfert werden.

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«Die Wunden verheilen gut», hatte die Besitzerin Jasmine Seitz noch vor einer Woche gegenüber 20 Minuten gesagt. Nun die traurige Wende: Nachdem ihr anderthalbjähriger Kater Franklin einen Tag vor Silvester in Wil von Unbekannten mit Böllern abgeschossen wurde, musste das Tier am vergangenen Sonntag aufgrund der schweren Verletzungen eingeschläfert werden.

«Am Samstag entdeckte der Tierarzt noch einmal eine versteckte Wunde. Da diese die ganze Zeit über nicht behandelt wurde, eiterte sie schon», so Seitz. Einen Tag später sei Franklin nur noch lahm, regungslos und voller Schmerzen herumgelegen. «Ich habe gesehen, wie er sich mit letzter Kraft am Leben gehalten hat», sagt die 21-Jährige traurig.


Kater Franklin konnte sich nach dem Feuerwerk-Angriff kaum mehr bewegen. (Video: Jasmine Seitz)

Polizei hat Ermittlungen aufgenommen

Daraufhin suchte sie mit dem Kater erneut den Arzt auf. Dort kam dann die erschütternde Diagnose: Die Chancen, dass der Kater überlebe, seien äusserst gering. «Wir haben ihn einschläfern lassen. Alles andere hätte ihn nur unnötig gequält», so die Wilerin.

Nach dem Tod ihres Katers könne sie gar nicht richtig trauern. «In mir steckt vor allem eine grosse Wut. Franklin war ein sehr aktives Tier – ohne diese Leute wäre er heute noch am Leben», sagt Seitz.

Da sich bisher keiner der Täter bei ihr gemeldet hat, hat sie am Dienstag Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Es handle sich um eine Anzeige wegen Widerhandlung des Tierschutzgesetzes und wegen Sachbeschädigung. Dies bestätigt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen: «Wir haben die Ermittlungen aufgenommen und gehen mit dem Ziel an die Sache, die Täter zu finden.»

Über 500 Franken Kopfgeld

20-Minuten-Leserin D. Lutz* aus Balgach SG ist besonders empört über den Vorfall und möchte nun mithelfen, die Täter zu schnappen. «Ich war schockiert, als ich gelesen habe, was mit Franklin passiert ist», so Lutz. Sie möchte demjenigen eine Summe zahlen, der den entscheidenden Hinweis liefert, um die Täter zu finden. «Ich bin bereit, 500 Franken zu geben», so die 44-Jährige.

Vier weitere Personen aus ihrem Umfeld sollen ebenfalls zugesagt haben, einen Betrag für Hinweise auszusetzen. «Vielleicht finden sich noch weitere Leute, die Geld in den Topf geben», sagt sie. Wenn das alles nichts nützen sollte, dann werde sie einen Teil des Geldes Jasmine Seitz geben, damit diese ihre Tierarztrechnung begleichen kann. Mit dem Rest soll Futter für verschiedenste Tierheime gekauft werden.

An diese E-Mail-Adresse können Sie Hinweise zu den möglichen Tätern oder ein Angebot für das Aufstocken des Kopfgeldes senden:
franklin.finderlohn@hotmail.com

* Name der Redaktion bekannt

(viv)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Barbezat am 10.01.2018 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleibt der Respekt

    Unverständlich was in den Köpfen einiger Menschen vorgeht. Es ist nur zu Wünschen, dass dieses Pack gefasst wird. Mögen die Richter beim Urteil die Schmerzen, die Angst, welche dem Tier zugefügt wurden, auf keinen Fall vergessen!

  • tom Hinterbäerger am 10.01.2018 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umwelt und Lärm

    Braucht es diese Feuerwerks Belästigungen beim Jahreswechsel? Umweltschutz, ängstliche Tiere..Haustiere die verägstlich sind..über Tage....uvm..zu meiner Jugendzeit läuteten die Kirchenglocken...heute hört man bei diesem Geballter dies nicht mehr..

  • Nicole Suter am 10.01.2018 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehlende Worte

    Mir und sicher auch anderen Menschen fehlen einfach die Worte. Man kann nur noch vor sich hinweinen und hoffen, dass diese oder dieser Täter ihrer oder seiner Strafe nicht entkommen können/kann und nun auch so erschrocken und Beschämt sind über ihre Tat, dass sie etwas daraus gelernt haben aber vor allem ihre Denkweise wie auch ihr Verhalten ändern werden, in dem sie nun alle Lebewesen respektieren werden! Ich kann nur noch mein Mitgefühl aussprechen! Denn andere Worte wie diese, können leider nicht mehr Rückgängig machen was geschehen ist. Oder die Trauer und Wut mindern, für die ich übrigens vollstes Verständnis habe!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ich_ am 10.01.2018 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tiere sind viel Wert

    Wie grausam muss man sein, sowas mit einem Tier zu machen? Die Tiere haben genauso Schmerzen wie wir Menschen und leiden auch!!!! Solche Leuten kapieren es einfach nicht, dass ein Tier viel geben kann was ein Mensch teilweise nicht fertig bringt und dann wird sowas angerichtet!!! Schämt euch. Ich hoffe das die Täter geschnappt werden und eine saftige Strafe kriegen.

  • Sambar2.0 am 10.01.2018 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    uff

    wie kann man eine Wunde übersehen??!! Der Kater nehme ich an, war ja mehrere Tage und mehrere Male da - oder wenn auch nicht. Der Kater müsste doch recht untersucht worden sein?! Fehler vom Tierarzt?!

  • Kimberley am 10.01.2018 18:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mhm.

    Mir kommen beim Lesen des Artikels tränen. Mein Beileid an die Besitzerin :(

  • JuGab am 10.01.2018 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tierarzt wechseln!

    Wie kann ein Tierazt eine Wunde übersehen???? Anscheinend ist das der Grund für die Einschläferung!

  • Tierfreund am 10.01.2018 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach danke

    Danke Frau Lutz! Würde gerne spenden, bin leider ü50 und arbeitslos.