Berufsverbot?

17. Dezember 2017 11:33; Akt: 17.12.2017 11:33 Print

Lehrer bestrafte Schüler mit Schlägen auf Hintern

Das Kreisgericht See-Gaster hat einen Mann verurteilt, der einen Schüler mehrfach geschlagen hat. Das Verwaltungsgericht entscheidet nun, ob er ein Berufsverbot erhält.

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Tagungsort: Das Kreisgericht See-Gaster in Uznach. (Bild: Google Street View)

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Mindestens siebenmal hat ein Lehrer seinen Schüler zwischen Dezember 2014 und Februar 2015 mit Schlägen bestraft. Passiert ist es an einer Oberstufenschule im Linthgebiet. Bei jeder Bestrafung hat der Lehrer jeweils 20 bis 25 Mal zugeschlagen — mit der flachen Hand aufs Gesäss des Teenagers.

Das Kreisgericht See-Gaster SG verurteilte den Mann im März 2016 wegen Amtsmissbrauchs und mehrfacher Tätlichkeit zu einer Busse von 800 Franken und einer bedingten Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 160 Franken.

Wie die «Ostschweiz am Sonntag» berichtet, entscheidet nun das Verwaltungsgericht, ob gegen den Mann ein Berufsverbot ausgesprochen wird. Das Urteil dürfte demnächst verschickt werden.

Unwahrscheinlich, dass Mann als Lehrer arbeitet

Der Lehrer ist nicht mehr an der betroffenen Schule im Linthgebiet tätig. Franziska Gschwend, Leiterin des Dienstes für Recht und Personal beim Bildungsdepartement St. Gallen, will gegenüber der «Ostschweiz am Sonntag» aber nicht sagen, ob der Lehrer vom Dienst suspendiert wurde. Sie verweist auf das laufende Verfahren.

Mittlerweile lebe der Lehrer im Kanton Zürich. Marion Völger, Leiterin des Volksschulamtes, sagt: «Es ist sehr unwahrscheinlich, dass dieser Lehrer im Kanton Zürich arbeitet.» Bevor ein Lehrer angestellt würde, müsse er einen Strafregisterauszug vorlegen. «Im genannten Fall dürfte dieser nicht leer sein», sagt Völger zur Zeitung.

Ans Licht kam der Fall im Februar 2015, als der Schüler seinen Eltern von den Schlägen erzählt hatte. Sie zeigten den Lehrer an. Vor Gericht gestand der Beschuldigte, den Jungen geschlagen zu haben. Der Jugendliche habe 40 Einträge wegen disziplinarischer Vergehen gehabt. In einem Gespräch mit dem Schüler habe der Lehrer gesagt: «Das Einzige, was wir noch nicht versucht haben, ist, dir den Hintern zu versohlen.» Der Teenager war einverstanden, da er seine Nachmittage nicht in der Schule verbringen wollte.


(jen)