Walensee

19. November 2015 18:27; Akt: 19.11.2015 19:52 Print

Polizei birgt Auto mit neuem Hebekissen

Um Autos oder etwa einen Tresor aus dem Wasser zu bergen, setzt die Polizei auf ein neues Hebekissen. Am Donnerstag wurde es im Walensee getestet.

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«Nach einem Verkehrsunfall in Weesen ist ein Auto im Walensee gelandet», erklärt Christian Baumann, Chef der Taucher der Kantonspolizei St. Gallen, seinen sieben Mitarbeitern die Ausgangslage für die Tauchübung vom Donnerstag. Gegen neun Uhr begannen zwei Taucher mit der Suche des Autos im See. Mit Hilfe des Kompasses wurde das Auto rund eine Stunde später im drei Grad kalten und 18 Meter tiefen Wasser gefunden.

Zudem war auf dem Beifahrersitz eine Schusswaffe deponiert worden. «Die Taucher müssen unter Wasser die Waffe in eine mit Wasser gefüllte Box legen, damit keine Spuren verloren gehen», so Baumann. Nachdem die Waffe sicher an die Oberfläche gebracht wurde, galt es für die Taucher nun, das Auto mit den neuen Hebekissen zu bergen.

Viele Vorteile

«Durch die neuen Kissen mit einem Volumen von je 250 Litern hat das Auto mehr Auftrieb und kann dadurch näher an das Ufer gebracht werden», erklärt Baumann den Unterschied zu den bisherigen Hebesäcken. Diese waren unten offen und fassten nur 150 Liter.

Die Bergung eines Autos benötigt zwei bis drei Hebekissen. Diese werden an den Felgen montiert und über die Haube und das Heck des Fahrzeuge gespannt. Ist das Auto an der Oberfläche, wird es mit einem Kran aus dem See geholt.

«Im Gegensatz zu früher, als die Luft von der Oberfläche in die Kissen gepumpt wurde, wird die Luft nun von den Tauchern in Flaschen unter Wasser gebracht und dort in die Kissen gepumpt», so Baumann. Der Vorteil sei, dass die Taucher direkt unter Wasser agieren könnten und nicht auf Hilfe von oben angewiesen seien.

Suchen und Bergen gehört zu den Hauptaufgaben

Laut Polizeisprecher Hanspeter Krüsi hat die St.Galler Tauchereinheit rund 20Einsätze pro Jahr. «Zu ihren Hauptaufgaben gehören das Suchen und Bergen von Personen und Gegenständen», so Krüsi. Wenn die Taucher keinen Einsatz haben, sind sie «normale» Polizisten. Alle zwei Wochen wird der Ernstfall trainiert. Der St.Galler Tauchereinheit gehören 20 Polizisten an.

Im Auswahlverfahren werden die Polizisten buchstäblich auf Herz und Nieren geprüft. «Unter anderem müssen sie im Hallenbad eine bestimmte Zeit die Luft anhalten, Längen schwimmen und dabei ein schweres Gewicht möglichst lange an der Oberfläche halten», so Baumann. Wichtig sei auch die psychische Konstitution, schliesslich müsse man ab und an auch Tote aus dem Wasser bergen.

Die Ausbildung dauert zwei Jahre. In den ersten 31 Tagen lernen die Anwärter die Grundsätze des Tauchens. Während einer zweiten Phase werden die forensischen und polizeilichen Aufgaben geübt, etwa wie eine Waffe gesichert und geborgen wird. Später wird dann die Kommunikation per Funk mit Hilfe einer speziellen Gesichtsmaske trainiert. «Der Job als Polizeitaucher ist zwar hart, doch ganz bestimmt nie langweilig», resümiert Baumann.

(mlü/ag)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ruedi waser am 19.11.2015 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    Gut...

    Super Sache und super Fotos !!!

  • Rob am 19.11.2015 18:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Temperaturgefälle im Walensee

    Bin selber Taucher und erst im Walensee tauchen gegangen. Wir hatten auf 24m Tiefe 11 Grad...! Aber die Hebe-Kissen scheinen erste Sahne zu sein.

    einklappen einklappen
  • Evita am 19.11.2015 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gelungene Übung

    Spannender Einblick in die professionelle Arbeit der Polizeitaucher.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fritz Bühler am 21.11.2015 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts neues

    Solche Hebekissen sah man vor Jahren schon im Film. Also nichts neues unter der Sonne!

  • Evita am 19.11.2015 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gelungene Übung

    Spannender Einblick in die professionelle Arbeit der Polizeitaucher.

  • A.S. am 19.11.2015 22:48 Report Diesen Beitrag melden

    Supper

    Super teil, das mit Steuergeldern finanziert wird.Das Üben gehört dazu,was nicht geprobt wird,setzt staub an auch bei den Frauen und Männern bei der Feuerwehr.

  • Rezowa am 19.11.2015 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke Kran doch noch Totalschaden?

    Wenn das Auto noch einigermassen ganz im Wasser gelandet ist, wird es am Schluss von den Ketten des Lastkrans zusammengequetscht. Das bezahlt womöglich die Versicherung? Das wäre mit wenig Aufwand zu verhindern um Kosten zu sparen.....

  • äsä am 19.11.2015 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super...

    Leistung... Ein verlängertes Tragseil währe sicher Billiger und effizienter bei solch einer Bergung.