Thurgau

02. Januar 2018 17:05; Akt: 02.01.2018 18:38 Print

Polizei kann auch lustig, aber nur auf Facebook

Auf ihrer Facebook-Seite zeigt sich die Kantonspolizei Thurgau von ihrer kreativen Seite. Da wird auch mal ein Blumentopf als Einbrecherschutz beworben oder ein Selfie mit Skelett gepostet.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wenn die Polizei eine Medienmitteilung über einen Unfall, Einbruch oder Brand verschickt, ist diese sehr sachlich und auf das Wesentliche beschränkt. Da bleibt kein Platz, um kreativ oder lustig zu sein. Es wäre auch nicht angebracht. Dass die Kantonspolizei Thurgau aber auch anders kann, zeigt sie auf ihrer Facebook-Seite.

Umfrage
Was halten Sie von der Facebook-Seite der Kapo Thurgau?

Mit Blumentopf gegen Einbrecher

Dort nämlich finden sich Meldungen, die so beginnen: «Es müssen nicht immer Alarmanlagen und starke Schlösser sein: Manchmal reicht auch ein strategisch gut platzierter Blumentopf, um Einbrecher in die Flucht zu schlagen.» Erzählt wird dann ein Fall aus Deutschland, bei dem das tatsächlich so passierte. Anschliessend gibt die Polizei Tipps gegen Einbrecher.

Mit einem Suchbild, auf dem wegen ungünstiger Witterungsverhältnisse das Auto kaum sichtbar ist, machte die Polizei im Oktober darauf aufmerksam, dass im Herbst das Tagfahrlicht beim Autofahren oft nicht ausreicht.

Ein Selfie mit einem Skelett sorgte im April für ein Schmunzeln. Dieses wurde von einem Fischer aus Berlingen in seinem Fischernetz entdeckt. Die Polizei rückte aus, konnte aber schnell Entwarnung geben: Beim Fund handelte es sich um ein Übungsskelett.

Bei einer Übung der Polizeitaucher entdeckten diese im Januar im Bodensee einen gefrorenen Fisch. User kommentierten den ungewöhnlichen Fund mit viel Humor: «Wo ist Kapitän Iglo?», fragt eine Userin. Oder: «Vielleicht stammt der Fisch aus der Findus-Fabrik in Rorschach?», mutmasst ein anderer.

Lustig, aber kein Sauglattismus

Die Facebook-Seite wird vom Mediendienst der Kantonspolizei Thurgau bewirtschaftet. «Wir greifen Themen aus dem Polizeialltag auf und können hier auch ein breiteres Spektrum zeigen von dem, was wir machen», so Mediensprecher Daniel Meili. Auch Einsätze, die keine Medienmitteilung wert sind, aber auf Social Media durchaus unterhalten, werden gepostet.

Man sei bewusst kreativ und lustig, aber nicht auf Biegen und Brechen. «Auf Social Media können wir die Bevölkerung auf einer anderen Ebene ansprechen. Das ist für uns auch der Sinn so einer Seite, ansonsten würde die normale Website reichen», so Meili. Die Facebook-Seite gibt es bereits seit 2013. Anfangs war man noch eher zurückhaltend, wollte sehen, wie es ankommt. Inzwischen ist man mutiger geworden mit kreativen Einträgen. «Das Feedback ist sehr positiv», sagt Meili.

Wichtig sei der Polizei auch der Dialog mit der Bevölkerung. Dass man auch hier kreativ sein kann, zeigt sich am Beispiel eines vermissten Wellensittichs. Als die Polizei den Fall auf Facebook postete, fragte ein User nach dem Namen des Vogels. Die Antwort der Polizei: «Das konnten wir leider noch nicht in Erfahrung bringen. Reden wollte er nicht, sein Portemonnaie mit den Ausweisen hatte er nicht dabei und mit den Fingerabdrücken zwecks Identifikation hat es auch nicht geklappt.»

«Wir sind eben nicht nur die Bösen in Uniform, die immer nur Bussen verteilen. Eigentlich sind wir ganz nette Typen mit viel Sinn für Humor», so Meili.

(taw)