Harte Zeiten für Obdachlose

11. Dezember 2012 23:50; Akt: 12.12.2012 01:36 Print

Randständige schlafen im Freien – trotz Kälte

von Anna Berger - Trotz eisiger Kälte schlafen in St. Gallen Nacht für Nacht rund ein halbes Dutzend Menschen im Freien. Seit sieben Tagen gehört auch Peter * dazu.

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Peter * an einem Ort, den St. Galler Obdachlose oft als Schlafplatz benutzen. (Bild: 20 Minuten/anb)

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Seit einer Woche schon schläft Peter * in St. Gallen im Freien. Bis ihn die Polizei vor drei Tagen wegschickte, übernachtete er in einer Tiefgarage. «Ich habe mich mit Zeitungen eingerichtet, einen Schlafsack habe ich nicht», sagt der 40-jährige Drogenabhängige. In den letzten zwei Nächten hat er fast nicht geschlafen: «Ich musste immer wieder aufstehen und mich bewegen, sonst wäre ich wohl verfroren», erzählt er.

Kein Einzelfall, sagt ein St. Galler Gassenarbeiter: «Ich kenne momentan sicher acht Leute, die regelmässig auf der Strasse übernachten», sagt er. Bei vielen sei die Scham, sich helfen zu lassen gross, manche müsse man fast zwingen, Hilfe anzunehmen. Ein anderes Problem seien geordnete Strukturen und Abläufe: «Für Süchtige ist es eine grosse Herausforderung, zu festgelegten Zeiten anzurufen oder aufzutauchen».

Niemand ist gezwungen, auf der Strasse zu schlafen

Andrea Weibel, Abteilungsleiterin der städtischen Sozialhilfe, zu der die Unterkunft für Obdachlose beim Postverteilzentrum gehört, bestätigt: «Es gibt immer wieder Leute, die trotz Reservation nicht auftauchen». Denn: «Einige Hilfsbedürftige wollen oder können unsere Bedingungen nicht einhalten», so Weibel. Laut Jürg Niggli von der Suchthilfe St. Gallen gibt es in der Stadt aber nur selbst gewählte Obdachlosigkeit. «In St. Gallen ist niemand gezwungen auf der Strasse zu Übernachten», sagt Niggli.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susanne am 12.12.2012 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    Hilfe zur Selbsthilfe

    Ich bin mit vielen Kommentaren einverstanden und auch ich bin nicht herzlos, doch ein bisschen beitragen sollten diese Bedürftigen auch. Man kann sie nicht zwingen, dass sie sich helfen lassen, ihr eigener Wille entscheidet. Wenn man, wie jemand vorschlägt, einfach alles gratis anbietet ohne jede Einschränkung, glaube ich nicht, dass die Betroffenen jemals aus ihrer Situation finden werden. Hilfe ja, doch auch etwas erwarten. Dass sie Hilfe ablehnen und sich für ihre Situation schämen, zeigt ja, dass sie ihre Situation ändern möchten, doch den Weg dazu nicht finden. Da könnte man doch ansetzen

  • Gregi am 12.12.2012 01:12 Report Diesen Beitrag melden

    Es braucht nur Wärme !

    Gebt den Leuten eine Unterkunft, ohne wenn und aber und oder Bedingungen. Wie hart muss es für solche Leute sein, die Bedingungen einzuhalten, dass sie lieber bei minus Graden drausen bleiben. Gebt Ihnen einfach irgenwo einen Platz der warm ist und sanitäre Anlagen hat. Mit Bedingungen kann man ihnen nicht helfen.

  • Peschä am 12.12.2012 04:13 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    Wie wär's denn, wenn es auch einfache Unterkünfte gäbe, wo keine Bedingungen, wie festgelegte Zeiten eingehalten werden müssen? Ein einfacher geheizter Raum mit ein paar Matratzen und Schlafsäcken, ein warmer Aufenthaltsraum, wo's etwas zu essen und Getränke gibt, sowie sanitäre Einrichtungen wären immerhin schon ein Basisangebot um die Menschen vor dem Schlimmsten zu bewahren. "Geordnete Strukturen" sollten weniger hoch gewichtet werden, als Hilfe in der Not.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ruedi Metzger am 12.12.2012 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Mein Mitleid hält sich in sehr engen Grenzen. Es gibt genügend Möglichkeiten um nicht auf der Strasse schlafen zu müssen, man müsste sie halt auch nutzen und nicht zu stolz sein Hilfe anzunehmen. Was soll bitteschön peinlich daran sein, wenn man sich Hilfe sucht? Werde ich nie verstehen. Drogensüchtige sind selber schuld. Wenn die es nicht einmal mehr fertigbringen zu einem vereinbarten Zeitpunkt vor Ort zu erscheinen sind sie leider verloren, daran ist sicher nicht die Gesellschaft schuld sondern nur sie selbst.

    • J. Brodmann am 14.12.2012 00:32 Report Diesen Beitrag melden

      Ja ja

      Herr Metzger... und wenn Sie Drogensüchtig wären, hätten Sie alles im Griff...

    • H. Krustowksy am 14.12.2012 09:23 Report Diesen Beitrag melden

      @J. Brodmann

      Jedes Schulkind weiss heutzutage, dass Drogen süchtig machen und Körper wie Seele zerstören! Trotzdem wollen es manche immer noch besser wissen. Die sind wirklich selber schuld!

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  • Susanne am 12.12.2012 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    Hilfe zur Selbsthilfe

    Ich bin mit vielen Kommentaren einverstanden und auch ich bin nicht herzlos, doch ein bisschen beitragen sollten diese Bedürftigen auch. Man kann sie nicht zwingen, dass sie sich helfen lassen, ihr eigener Wille entscheidet. Wenn man, wie jemand vorschlägt, einfach alles gratis anbietet ohne jede Einschränkung, glaube ich nicht, dass die Betroffenen jemals aus ihrer Situation finden werden. Hilfe ja, doch auch etwas erwarten. Dass sie Hilfe ablehnen und sich für ihre Situation schämen, zeigt ja, dass sie ihre Situation ändern möchten, doch den Weg dazu nicht finden. Da könnte man doch ansetzen

  • frenchj am 12.12.2012 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld!

    In der Schweiz muss niemand auf der Strasse leben.! Wir haben auch ein Sozialamt auf das jeder gehen kann, diese Leute WOLLEN sich nicht helfen lassen und dafür hab ich überhaupt kein Verständnis! Ich finde es super, wenn man nicht gleich auf so etwas zurückgreifen will - aber das ist definitiv keine Lösung. Wer zu stolz ist um zuzugeben, dass er sein Leben nicht im Griff hat - selbst Schuld!

    • ein bischen Verständnis am 13.12.2012 10:26 Report Diesen Beitrag melden

      an alle Besserwisser

      Ja da kannst du gut reden selber Schuld. Wie kann man so sein, denkt ihr dass alle Obdachlosen nur Drogensüchtig sind, erkundigt euch mal und macht euch schlau ihr besserwisser. Es ist traurig wie hier über Menschen geschrieben wird. Wa soll das, es sind Menschen die etwas würde wünschen, ein nettes Wort und eine warme Suppe ist das so viel verlangt. Habt ihr mal darüber nachgedacht, wenn ihr den Job, die Frau und das Dach über dem Kopf verliert wer dann noch mit euch sein will.

    • H. Krustowsky am 13.12.2012 20:52 Report Diesen Beitrag melden

      @ein bischen Verständnis

      Janis Joplin: "Freedom is just another word for 'nothing left to loose'", der Preis der Freiheit ist schier unbezahlbar.

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  • Bingo am 12.12.2012 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Schande

    Wie wäre es, wenn sich unserer Regierung mal um unsere Leute die am "Rande" leben kümmern würden, statt das Geld für undankbare Asylanten rauszuwerfen? Eine private Organisation will Container aufstellen, weil es die Regierung keinen Deut interessiert. Eine Schande sondergleichen. Aber die Linken verteilen ihr Geld lieber im Ausland.

    • Egger Tanja am 12.12.2012 12:07 Report Diesen Beitrag melden

      Ach hört doch mal auf

      Immer die gleiche Leier ... Hast Du den Beitrag gelesen? Das Übernachtungsangebot wäre vorhanden, es wird schlicht nicht genutzt. Da nützen auch zusätzliche Container nichts.

    • frenchj am 12.12.2012 12:51 Report Diesen Beitrag melden

      kein Verständnis

      In der Schweiz muss niemand am "Rande" leben.! Wir haben ein Sozialamt auf das jeder gehen kann, diese Leute WOLLEN sich nicht helfen lassen und dafür hab ich überhaupt kein Verständnis!

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  • Avocat du Diable am 12.12.2012 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    Die Kunst des Lesen

    Liest denn niemand den Artikel bis zum Schluss!? Niemand ist gezwungen, auf der Strasse zu schlafen!! Sie wollen es so, aus welchem Grund auch immer.

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