St. Gallen

08. März 2018 05:48; Akt: 08.03.2018 05:48 Print

Schüler daten Polizist und Staatsanwalt

Beim Berufswahl-Speed-Dating am Donnerstag in St. Gallen konnten 80 Maturanden Berufsleuten Fragen zu deren Alltag stellen.

Speed-Dating mal anders: Am Donnerstag konnten Kantischüler Berufsleute zu ihrem Arbeitsalltag befragen. (Video: lad)
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«Es war sehr spannend und ich weiss jetzt auch, was ich nicht machen will», sagt Sarah Frefel (18) aus Mörschwil. Sie war eine der 80 Kantonsschüler beim Berufswahl-Speed-Dating am Mittwoch an der Kantonsschule am Burggraben in St. Gallen. Unter dem Motto «Maturanden daten Berufsleute» konnten sich die Jugendlichen in 15-minütigen «Speed-Dating-Sessions» einen Einblick in den Alltag verschiedener akademischer Berufe verschaffen.

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Was macht ein Staatsanwalt den ganzen Tag?

Durchgeführt wurde der Anlass von den St. Galler Rotary Clubs. «Wir fanden, es sollte nebst Informationen zum Berufseinstieg in Lehrlingsberufe auch ein Angebot für akademische Berufe geben», sagt Rotarier und Unternehmer Christoph Meili. Doch der direkte Kontakt zu Berufsleuten würde oftmals fehlen. Mit der Veranstaltung wolle man genau dem entgegenwirken. «Die Schülern sollen ganz konkret erfahren, was ein Staatsanwalt oder ein Marketingleiter den ganzen Tag so macht», so Meili.

So viele Berufe in so kurzer Zeit kennenzulernen sei sehr interessant gewesen, sagt Sara Lindner (17). «Ich wusste vorher schon ein bisschen, was mir gefällt, habe jetzt aber noch zwei neue Optionen im Kopf», sagt sie. Federico Mejia Enriquez (18) aus Goldach sei überrascht gewesen, dass der Studiengang nicht das Wichtigste sei: «Vielen sagten, vor allem Praktika seien gefragt.» Um den Lohn sei es in den Gesprächen nicht gegangen, dennoch sei ihm ein guter Verdienst wichtig.

Schüler daten Polizist und Staatsanwalt

Potentielle Arbeitgeber

Die wohl häufigste Frage war: Bringt man Privatleben und Berufsalltag in derart hohen Positionen unter einen Hut? Oft mit ernüchternder Antwort: «Es ist leider so, dass in meinem Umfeld viele Geschiedene sind», erzählt Kardiologe Walter Angehrn. Doch dies sei heutzutage durch das System von Gruppenpraxen und Teilzeitanstellungen immer besser geregelt.

Einer der gefragtesten Rotarier war Markus Rohrer, ehemaliger Erster Staatsanwalt des Kantons St. Gallen: «Die Vorstellung von meinem Beruf ist geprägt von den amerikanischen TV-Serien», sagt er. Diese hätten wenig gemeinsam mit dem Alltag eines Staatsanwaltes. Ein beliebter Interviewpartner war auch Psychiater Ruedi Osterwalder: «Ich war richtig begeistert von den Jugendlichen, was für eine Reife sie schon vermitteln», sagt der ehemalige, langjährige Chefarzt der Psychiatrie St. Gallen Nord.

Nicht nur die Schüler profitieren von der Speed-Dating-Veranstaltung. «Wir als Rotarier sind ja auch potentielle Arbeitgeber. Ausserdem: Hätten wir so etwas zu unsere Schulzeit gehabt, wären wir vielleicht nicht da gelandet, wo wir jetzt sind», sagt Meili.

(lad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Grosspapi am 08.03.2018 08:33 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung, was abgeht

    Es ist schon bemerkenswert, wie weich gebettet die Kantonsschüler unterwegs sind und welche Illusionen sie haben. Wer bereits nach der Sek oder der Real ins Berufsleben eingestiegen ist, musste bereits mit 13-14 Jahren sich mit diesen Fragen beschäftigen und sich dann entscheiden. Im Alter dieser Kantonsschüler kennen sie bereits den Berufsalltag und wissen, was Leistung heisst. Wenn sie dann noch die BMS machen und nachher studieren, sind sie sicher die besseren Berufsleute und damit ihr Geld wert. Ich frage mich wirklich, ob eine höhere Gymnasialquote wirklich so erstrebenswert ist.

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  • Wendy am 08.03.2018 09:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Idee

    Ich finde diese Idee super! Zu meiner Zeit hätte ich davon bestimmt profitiert. Es ist toll, dass die Berufsleute mitgemacht haben; das zeigt schlussendlich auch Interesse an der nächsten Generation.

  • jane77 am 08.03.2018 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gute Sache

    finde ich eine tolle Sache. mein Sohn ist jetzt dabei seinen Beruf zu finden und solche Projekte sollte man an allen Schulen tun denn so hören die Schüler auch mal von Berufen welche sie davor gar nicht im Sinn hatten

Die neusten Leser-Kommentare

  • jane77 am 08.03.2018 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gute Sache

    finde ich eine tolle Sache. mein Sohn ist jetzt dabei seinen Beruf zu finden und solche Projekte sollte man an allen Schulen tun denn so hören die Schüler auch mal von Berufen welche sie davor gar nicht im Sinn hatten

  • Wendy am 08.03.2018 09:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Idee

    Ich finde diese Idee super! Zu meiner Zeit hätte ich davon bestimmt profitiert. Es ist toll, dass die Berufsleute mitgemacht haben; das zeigt schlussendlich auch Interesse an der nächsten Generation.

  • Grosspapi am 08.03.2018 08:33 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung, was abgeht

    Es ist schon bemerkenswert, wie weich gebettet die Kantonsschüler unterwegs sind und welche Illusionen sie haben. Wer bereits nach der Sek oder der Real ins Berufsleben eingestiegen ist, musste bereits mit 13-14 Jahren sich mit diesen Fragen beschäftigen und sich dann entscheiden. Im Alter dieser Kantonsschüler kennen sie bereits den Berufsalltag und wissen, was Leistung heisst. Wenn sie dann noch die BMS machen und nachher studieren, sind sie sicher die besseren Berufsleute und damit ihr Geld wert. Ich frage mich wirklich, ob eine höhere Gymnasialquote wirklich so erstrebenswert ist.

    • TLDR am 08.03.2018 09:04 Report Diesen Beitrag melden

      Zu früh

      Sich mit 13-14 zu entscheiden was man den Rest seines Lebens machen soll/muss/darf ist auch viel zu früh. Zu dieser Zeit hat man ganz andere Sachen im Kopf als seine langfristige Zukunft.

    • Nino am 08.03.2018 10:32 Report Diesen Beitrag melden

      Hauptschulzeit verlängern

      Es ist einfach übertrieben wie früh wir mit der Hauptschule fertig sind. Wie du sagst da sollte man sich mit 13-14 schon entschieden haben, und eigendlich besteht der Druck etwas zu wählen schon etwa ab 11! Sobald eine Ausbildung abgeschlossen wurde ist es später auch sehr schwierig eine Umschulung machen zu können je nach dem. Wer weiss schon in dem Alter was passt?! Überall sonst wird man erst mit 17-18 fertig mit der Highschool. Fände ich immernoch ein super alter um dann eine Berufslehre anzuhängen die dann aber auch verhält!

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  • jenny m. am 08.03.2018 07:38 Report Diesen Beitrag melden

    heut zu tage sind zum date

    kriminäler lieber z.b. jeremy meeks :)

    • Missy. am 08.03.2018 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @jenny m.

      Was ist ein Kriminäler?

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  • Mike Zac am 08.03.2018 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der Staatsanwalt ist ein guter Mann

    hingegen der Richter ist ein Täterschützer.

    • Der Russe am 08.03.2018 07:27 Report Diesen Beitrag melden

      Fehler im System

      Falsch, der StaWa muss beim kleinsten Verdacht Strafantrag stellen, wàhrend ein Richter neutral entscheiden muss

    • jerri am 08.03.2018 07:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mike Zac

      Ich denke, dass der Staatsanwalt keine leichte Aufgabe im Strafrecht umzusetzen, da er im Spannungsfeld LINKS - RECHTS agieren und entscheiden muss.

    • Thierry P. am 08.03.2018 08:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mike Zac

      Falsch! Der Richter ist der Schützer unseres Rechtsstaates und unserer Gesellschaft!

    • Mike Zac am 08.03.2018 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thierry P.

      das wäre theoretisch sein Job, ja. In der Praxis sieht es anders aus.

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