St. Gallen

08. Februar 2017 16:50; Akt: 08.02.2017 16:50 Print

Sind Strahlen schuld an Blackout von Chauffeur?

Vor kurzem prallte in St.Gallen ein Postauto frontal gegen einen Baum. Der St. Galler Bauökologe Hansueli Stettler glaubt, dass Mobilfunkstrahlung der Grund dafür war.

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Zum Unfall kam es vergangenen Donnerstagabend kurz vor 20 Uhr auf der St. Galler Langgasse: Ein Postauto fuhr frontal gegen einen Baum. Dem 60-jährigen Chauffeur sei plötzlich schwarz vor Augen geworden, teilte die Stadtpolizei St. Gallen mit. Er und sechs Fahrgäste wurden verletzt.

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Ein Leser-Reporter war unmittelbar nach dem Unfall vor Ort.

Der St. Galler Bauökologe Hansueli Stettler glaubt die Unfallursache zu kennen, wie das «St.Galler Tagblatt» am Mittwoch schreibt: starke Mobilfunkstrahlung.

Messfahrt durchgeführt

Im konkreten Fall sei wohl die Mobilfunk-Antenne auf dem Dach des Tankstellenshops der Langgasse – zusammen mit einer allfälligen Schwäche des Fahrers – der Auslöser des Unfalls gewesen. Für Stettler, der sich seit 2012 intensiv mit der Thematik befasst, ist klar: An Hotspots, wo sich die Strahlung konzentriert, hat sie einen negativen Einfluss auf das Nervensystem. Das könne zu Blackouts führen.

Das Video zeigt eine Messfahrt, die Stettler beim Unfallort vorgenommen hat

Wie Stettler, der selbst sehr empfindlich auf Strahlung reagiert, gegenüber 20 Minuten sagt, muss dafür nicht ein bestimmter Grenzwert überschritten werden. Entscheidend sei wohl ein plötzlicher Ausreisser. Ein solcher würde vermutlich eine schockartige Veränderung der Hirnströme bewirken, ähnlich wie bei einem epileptischen Anfall. Bei rund 90 Prozent aller Unfälle in der Stadt St. Gallen, bei denen es keine klare Erklärung für die Unfallursache gebe, hätten seine Messungen starke Strahlungen am Ausgangspunkt des Geschehens gezeigt.

Forscher ist skeptisch

Rein wissenschaftlich sind Stettlers Thesen umstritten. «Ein Zusammenhang zwischen Mobilfunkstrahlung von Basisstationen und Aufmerksamkeitsdefiziten ist wissenschaftlich nicht erwiesen», sagt Gregor Dürrenberger von der Forschungsstiftung Strom und Mobilkommunikation der ETH Zürich gegenüber dem «St. Galler Tagblatt». Überhaupt gebe es für den Zusammenhang zwischen Wohlbefinden und Strahlung von Mobilfunkantennen keine Beweise. «Aus Einzelfallbeobachtungen lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen oder gar kausale Schlüsse ziehen.» Dass es an Orten mit Spitzenwerten Unfälle gibt, sei nur logisch, immerhin gebe es auf dem ganzen Schweizer Strassennetz Mobilfunkempfang.

Für die Polizei sind die Strahlungswerte für die Unfallermittlungen, die derzeit noch nicht abgeschlossen sind, nicht relevant.

(20M)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • El Mac am 08.02.2017 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alu

    Ein Aluhut würde gegen Strahlen schützen.

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  • rogerb am 08.02.2017 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jetzt wird mir einiges klar...

    Hatte am letzten Wochenende auch ein totales blackout... war definitiv die free-wlan-strahlung im club... die sind extrem gefährlich... ich sags euch... hab 2 tage lang gelitten... alles wegen den strahlen... ich schwörs...

  • Rolf Gysling am 08.02.2017 17:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Altes Wissen

    Nur das der grösste Anteil an Mobilfunkstrahlung gar nicht mehr gepulst (GSM - TDMA) ist sondern kontinuierlich sendet (UMTS, LTE = CDMA). Wenn man sich schon auf den Standpunkt stellt, das gepulst schlecht sein. Selbst in Schlaflaboren mit Sender direkt neben den Probanden könnten keine subjektiven oder objektiven Unterschiede festgestellt werden ob der Sender ein oder aus war.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • B. am 11.02.2017 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Gegen Frage.....

    Habt Ihr etwa das Gefühl der Buschauffeure wollte mit absicht sein Leben und andere Leben absichtlich gefährden ? ( wohl kaum)

  • Susanne Z. am 11.02.2017 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Spitze vom Eisberg

    Es ist oftmals eine Kumulation von Einflüssen, die zu Interferenzen führen kann. Seit in den Postautos sehr stark strahlende WLAN's installiert sind [z.T. bis ausserhalb des Fahrzeuges auf grosse Distanzen (auch mit Smartphone) messbar], erleiden mehr Chauffeure Gesundheitseinbrüche. Zusätzliche hochfrequente Strahlung, wie sie z.Bsp. von den neuen LTE-Antennen ausgeht, taktet im Herzrhythmus, und hat definitiv einen Einfluss auf den menschlichen Organismus. Sichtbar wird es dann meist erst, wenn Herz, Nerven oder Gehirn akut darauf reagieren. Chronische Schädigungen bleiben oft unentdeckt.

    • Alfred A. am 03.03.2017 12:32 Report Diesen Beitrag melden

      @Susanne Z.

      Wenn dem wirklich so wäre wie Sie sagen, müsste man ein drastischer Anstieg dieser Art von Unfällen in den Statistiken wiederfinden, da die Anzahl von WLANs und Bluetooth-Sendern geradezu explodiert ist. Das Gegenteil ist aber der Fall. Übrigens: Wo ich bin gibt es Internet. Den Router trage ich in der Knie- oder Jackentasche, also direkt am Körper und habe deswegen keine Gesundheitseinbrüche. Zuhause zeigen meine Geräte bis zu 40 WLANs mit teilweise ausgezeichneten Signalstärken. Ein- und Durchschlafen ist auch kein Problem. So halte ich denn ihre Bedenken für eher etwas überhöht.

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  • Robert Koller am 10.02.2017 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    Sind Strahlen schuld am Unfall

    Nur Angsthasen, die den Verlust ihres Handys und die üblichen digital gesteuerten Geräte befürchten, wehren sich vehement gegen die gerechtfertigten Beobachtungen des Herrn Stettler. Das Rechtschreibedefizit der meisten Handy-Befürworter und die teilweise verärgerte Ausdrucksweise zeigen bereits erste Symptome.

  • Marcus Severus am 10.02.2017 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Mobilfunk

    Der Unfall sieht tatsächlich nach Mobilfunk aus, nämlich nach einem Fahrer der statt auf die Strasse auf sein Mobiltelefon geschaut hat ;-)

  • Die Prinzessin am 09.02.2017 17:29 Report Diesen Beitrag melden

    Erbse?

    Am liebsten fahren diese Chauffeure Trolleybus... ...dann können sie den Leitungen nachfahren!!!