Zugunglück im Bündnerland

13. August 2014 13:17; Akt: 14.08.2014 11:23 Print

Schweizer, Japaner und ein Australier sind verletzt

Ein Zug der Rhätischen Bahn entgleiste bei Tiefencastel und stürzte vom Trassee. Elf Personen wurden verletzt, fünf davon schwer.

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Die Bergungs- und Räumungsarbeiten auf der Unfallstelle konnten am Abend des 15. August planmässig abgeschlossen werden. Die Bergung des letzten Wagens stellte eine grosse Herausforderung dar, verlief jedoch ohne Zwischenfälle. Alle Wagen der Rhätischen Bahn, bis auf den vordersten, welcher vom Gleis in den Hang stürzte, konnten geborgen werden. Besonders die Bergung des letzten Wagens war eine grosse Herausforderung. Der 17 Tonnen schwere abgestürzte Wagen 1 konnte bisher den Hang heraufgezogen werden und parallel zum Gleis aufgestellt werden. Als nächsten und letzten Schritt würden nun die Vorbereitungen laufen, dass er auf die Schienen gehievt werden kann. Für die Bergung stand ein Schienenkran zur Verfügung. An dieser Stelle kam es zum Erdrutsch. Einen Tag nachdem bei Tiefencastel GR am Mittwoch, 13. August, ein Zug entgleist war, gab die Bündner Staatsanwaltschaft bekannt, dass eine Untersuchung zur Klärung der Unfallursache eingeleitet werde. Die Regierung lobte die Einsatzkräfte für ihren «effizienten Einsatz». Die Bergung und Versorgung der Verletzten und die Evakuierung und Betreuung der weiteren Bahnreisenden seien vorbildlich gewesen. Bei Tiefencastel GR ist am Mittwoch, 13. August, ein Zug entgleist. Die Bahn ist von einem Erdrutsch erfasst worden. «Der Zug machte eine Notbremsung aus dem Nichts», sagte ein Leser-Reporter gegenüber 20 Minuten. Wie am seidenen Faden: Ein Waggon wurde nur von einigen Bäumen gehalten. Den Rettern bot sich an der Unglücksstelle ein schreckliches Bild. Insgesamt gab es elf Verletzte, fünf davon schwer. Wie die Polizei mitteilt sind unter den Schwerverletzten vier Schweizer und ein Japaner. Am 15. August befinden sich noch immer sechs Personen im Spital. Zum Glück ist keine von ihnen lebensgefährlich verletzt. Verletzten mussten zum Teil von der Rega geborgen werden. Daneben flogen die Helikopter auch Rettungskräfte und Bergungsmaterial vom Unglücksort zum Umladeplatz. Im Einsatz standen Rettungskräfte der Feuerwehr, der Alpinen Rettung, das Careteam Grischun und die Kantonspolizei Graubünden. Die Rettungskräfte im Einsatz. Die Rega stand insgesamt mit vier Helikoptern im Einsatz. Die Unglücksstelle war nur schwer zugänglich.

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Die Rhätische Bahn hatte am Mittwochmittag Glück im Unglück: Ein Zug fuhr bei Tiefencastel auf einen Erdrutsch auf, worauf drei Waggons entgleisten. Elf Personen wurden laut Polizei verletzt. Eine Zeitlang wurde befürchtet, einer der Wagen sei in die Schlucht gestürzt.

Bei den Verletzten handelt es sich laut Polizei um zwei Personen aus Japan, einen Australier und acht Schweizer. Fünf Personen wurden schwer verletzt, sechs leicht. Sie wurden von der Rega und per Ambulanz in umliegende Spitäler gebracht.

Der Zug von St. Moritz nach Chur war um 12.30 Uhr kurz nach Tiefencastel zwischen zwei Tunnels auf einen Erdrutsch aufgefahren. Laut Polizeiangaben entgleisten drei Waggons. Im Zug befanden sich etwa 140 Passagiere.

Riesiges Glück hatte die Bahnreisenden im ersten Wagen nach der Lokomotive. Gemäss Angaben eines Passagiers stürzte dieser Wagen etwa 20 Meter vom Trassee und blieb im Steilhang der Schinschlucht an Bäumen hängen. Die Fahrgäste wurden von Rettungsleuten am Boden aus ihrer misslichen Lage befreit.

Bundesratssprecher André Simonazzi wünschte den Verletzten im Namen der Landesregierung über Twitter gute Besserung.

Rüfe nach intensiven Regenfällen

Die Rüfe, die nach einem intensiven Regen am Mittwochvormittag talwärts gerutscht war, hatte die Schienen zwischen den zwei Tunnels auf einer Länge von 15 Metern verschüttet. Der Schutt türmte sich stellenweise bis zu drei Meter hoch auf.

Die Fahrgäste waren vom RhB-Personal durch den hinteren der beiden Tunnels in Sicherheit gebracht worden. Postautos fuhren die Bahnpassagiere anschliessend nach Tiefencastel, wo sie betreut und verpflegt wurden. Danach wurden die Passagiere in Bussen weitertransportiert.

Entgegen anfänglichen Befürchtungen war keiner der Wagen tief in die Schlucht hinunter gestürzt. Sanitäter betreuten Passagiere, die unter Schock standen. Laut Kantonspolizei Graubünden sind alle Passagiere geborgen, und niemand wird vermisst.

RhB-Chef: Schutzengel fuhr mit

Der Bündner Ständerat und RhB-Verwaltungsratspräsident Stefan Engler, der in der Nähe von Tiefencastel wohnt, war sofort an den Unfallort gereist. Engler sagte zur Nachrichtenagentur sda, beim Unfall sei grossen Glück im Spiel gewesen. Und trotz allem sei ein «Schutzengel» im Zug mitgefahren.

Der Zugunfall hatte ein grossen Aufgebot an Rettungskräften ausgelöst. Im Einsatz standen rund 180 Rettungskräfte - unter anderem von Feuerwehr, Rega, Sanität und Alpiner Rettung. Auch Taucher, ein Care Team, die Kantonspolizei Graubünden sowie Mitarbeitende der Rhätischen Bahn standen im Einsatz.

Gefahr von Rutschungen noch nicht gebannt

In der Region um Tiefencastel hat es am Mittwoch stark geregnet. Dies habe zweifelsohne zum Hangrutsch geführt, der den RhB-Zug erfasste, sagte ein MeteoSchweiz-Sprecher auf Anfrage. Die Böden in dieser Region seien vom vielen Regen der vergangenen Wochen gesättigt und könnten nicht noch mehr Wasser aufnehmen.

In zwölf Stunden fielen in der Unglücksregion zwischen 50 und 60 Liter pro Quadratmeter Regen. Dies sei «ausserordentlich viel». Diese Menge entspreche der Hälfte des gewöhnlichen Niederschlags im Monat August.

Gemäss Bündner Polizei hat sich die Lage mit dem Nachlassen des Regens etwas entschärft. Die Gefahr von Rutschungen und Hangmuren sei aber nach wie vor vorhanden. Das Amt für Wald und Naturgefahren verfolge die Lage laufend.

Die Albulalinie bleibt voraussichtlich für rund zwei Tage gesperrt.

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(ngl/20 Minuten/sda)