Fall Sony S.

23. Februar 2018 12:58; Akt: 23.02.2018 12:58 Print

Täter zu 7,5 Jahren wegen Totschlag verurteilt

Grundlos wurde im März 2017 in Konstanz der 19-jährige Sony S. erstochen. Der Täter wurde am Freitag wegen Totschlags verurteilt.

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Vor einer Shisha-Bar in Konstanz wurde im März 2017 der 19-jährige Schaffhauser Sony S.* erstochen. Am Freitag wurde einen Monat nach Prozessbeginn das Urteil gefällt. Wie der «Südkurier» kurz vor Mittag berichtet, wurde der 18-jährige Hauptangeklagte zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Zeitung erfuhr das von einer Nebenklägerin – der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da der Täter zum Tatzeitpunkt noch nicht volljährig war, womit das Jugendstrafrecht zum Tragen kam.

Das Gericht scheint grösstenteils den Anträgen der Anklage gefolgt zu sein. Die Staatsanwältin forderte acht Jahre Haft. Neben dem Hauptangeklagten war ein 21-jähriger Mittäter ebenfalls angeklagt. Er wurde zu einem Jahr und neun Monaten Haft verurteilt.

Langeweile und Machtdemonstration

Die beiden Männer sollen laut Anklage Sony S. im vergangenen März völlig unvermittelt mit einem Messer niedergestochen haben – ihr Motiv sollen Langeweile und Machtdemonstration gewesen sein. So soll der Täter S. etwa aufgefordert haben, ihn auf die Stirn zu küssen.

Laut Polizeibericht waren vor der Tat mehrere Männer in Streit geraten – die Gründe dafür blieben vorerst unklar. Auf der Strasse vor dem Lokal sei es dann zu einer Schlägerei gekommen, bei der der 17-Jährige auf das Opfer einstach. Der junge Mann starb den damaligen Angaben zufolge noch in derselben Nacht an inneren Blutungen im Spital.

«Eine ganze Familie umgebracht»

Da der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, meldete sich die Familie des Opfers bei den Medien. «Der Täter hat nicht nur eine Person umgebracht, sondern eine ganze Familie», sagte der Vater kürzlich der «Schaffhauser AZ». Die Zeitung zitiert aus Prozessakten, die sowohl Tathergang als auch die Vernehmung der Tatverdächtigen dokumentieren.

Wie aus den Akten ersichtlich ist, weiss der Täter selbst nicht, warum er den ihm fremden Schaffhauser umgebracht hat. Er habe viel Alkohol getrunken und Kokain konsumiert.

Die Staatsanwältin sagt, der Täter habe aus reinem Geltungsdrang und Machtdemonstration gehandelt. Möglicherweise habe auch der Frust eine Rolle gespielt, dass S. sich nicht auf eine Schlägerei einliess.

*Name der Redaktion bekannt

(20 Minuten)