Holzdiebe im Rheintal

03. Dezember 2012 20:01; Akt: 03.12.2012 20:02 Print

Sprengfallen sollen Holzdiebe stoppen

von Urs-Peter Zwingli - Um sich vor Holzdieben zu schützen, bauen Waldbesitzer illegal Sprengladungen in Holzscheite ein.

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Förster Josef Benz bei der Arbeit: Er weiss von Holzbesitzern, die ihre Scheite präparieren. (Bild: 20 Minuten/jor)

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Franco Steccanella aus St. Margrethen ist empört: Kürzlich entdeckte der Hobby-Holzer, dass Diebe mehrere Ster seines Brennholzes abtransportiert haben. Die Holzbeigen stehen in einem abgelegenen Wald, der Diebstahl könnte Monate her sein. «Ich habe Anzeige erstattet, mache mir aber keine grossen Hoffnungen», so Steccanella. So gelassen wie er sind nicht alle im Rheintal: «Ich weiss von privaten Holzverarbeitern, die versteckte Schwarzpulver-Ladungen in ihr Brennholz einbauen», sagt Josef Benz, Förster des Reviers Lüchingen-Thal, im «Rheintaler». Das Ziel: Die Öfen von Holzdieben zu beschädigen.

Gefährliches Brennholz

«Mit Sprengkapseln präparierte Holzscheite können in einem geschlossenen Ofen zu gefährlichen Explosionen führen», sagt Rolf Steiner, Abteilungsleiter Waffen und Sprengstoff bei der St. Galler Kantonspolizei. Dass Waldbesitzer zu solchen illegalen Massnahmen greifen sei möglich, «aber sicher die Ausnahme». Bekannt sei, dass auf vielen Bauernhöfen alte Sprengstoff-Bestände lagern: Bevor 1980 das Sprengstoffgesetz eingeführt wurde, konnte man in der Schweiz bewilligungsfrei Schwarzpulver kaufen. Wie der St. Galler Kapo-Mediensprecher Hans Peter Eugster weiss, haben Holzbesitzer heute auch raffiniertere Methoden: «Einzelne Scheite in Holzbeigen werden mit einer Flüssigkeit übergossen, die beim Anzünden bestialisch stinkt.»

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